Wo Christoph 45 künftig stehen soll

Rettungshubschrauber
Der Standort des Rettungshubschraubers am Bodensee soll nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ verlegt werden. (Foto: Matthias Balk / DPA)
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Die Entscheidung über den künftigen Standort des Rettungshubschraubers vom Bodensee ist vermutlich bereits gefallen. Nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ deutet alles auf eine Verlegung von Christoph 45 hin – allerdings nicht wie geplant in den Landkreis Ravensburg. Das Innenministerium wollte dies am Freitagabend jedoch nicht bestätigen.

Offiziell will Staatssekretär Wilfried Klenk (CDU) die Entscheidung am Donnerstag, 17. November, in Stuttgart bekannt geben und hat dazu Pressevertreter eingeladen.

Gutachter hatten Verlegung empfohlen

Doch informierte Kreise sowohl am See also auch in der Landeshauptstadt gehen davon aus, dass der Rettungshubschrauber nicht mehr am See landen wird. Dem Vernehmen nach könnte ein Standort im Deggenhausertal (Bodenseekreis) eine Alternative sein. Das wiederum wäre eine Überraschung. Bisher galt Bavendorf (Kreis Ravensburg) als potenziell aussichtsreichster neuer Standort für Christoph 45.

Der Rettungshubschrauber Christoph 45 ist aktuell in Friedrichshafen stationiert. Experten hatten im Mai 2020 in einem Gutachten aber empfohlen, den Standort weiter nach Norden zu verlegen. Explizit wurde damals ein Standort im Bereich Ravensburg-Bavendorf angeregt. So könnten auch Gebiete im Kreis Sigmaringen und im Kreis Biberach innerhalb von 20 Minuten ab der Alarmierung erreicht werden, hieß es in der Standortanalyse im Auftrag des Innenministeriums.

Diese Fläche kommt für den Standort des Rettungshubschraubers in Ravensburg in Frage. Sie befindet sich hinter einem Lager der F
Diese Fläche kommt für den Standort des Rettungshubschraubers in Ravensburg in Frage. Sie befindet sich hinter einem Lager der Firma Reischmann im Gewerbegebiet Erlen. (Foto: Lena Müssigmann)

In Friedrichshafen wehrt sich seither ein Bündnis aus Ärzten und Bürgern gegen die Verlegung, eine Petition gegen diesen Schritt brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Der Landtag ist am Freitag bei einer Abstimmung über die Petition mehrheitlich der Empfehlung des Petitionsausschusses gefolgt. Der Ausschuss hatte keinen Grund gesehen, im Sinne der Unterzeichner aus Friedrichshafen im Entscheidungsprozess zu intervenieren. Das heißt, dass der Weg frei ist für die Entscheidung des Innenministeriums.

Aus der Sicht des FDP-Landtagsabgeordneten Klaus Hoher heißt das: Das Innenministerium werde nun dem Gutachten folgen und Christoph 45 auf jeden Fall aus Friedrichshafen abziehen.

Ravensburg hält bereits ein Grundstück bereit

Dazu sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitagabend: „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden und werden die Entscheidung am Donnerstag bekannt geben.“

In Ravensburg hält man bereits ein Grundstück im Gewerbegebiet Erlen bereit,  wo der Hubschrauberstandort gebaut werden könnte.

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