Wirtschaftsstandort Ravensburg steht im Mittelpunkt

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 Das Wifo-Podiumsgespräch wurde moderiert von „Milka“- Präsident Christoph Stehle (links). Die Kandidaten waren (von rechts) Wil
Das Wifo-Podiumsgespräch wurde moderiert von „Milka“- Präsident Christoph Stehle (links). Die Kandidaten waren (von rechts) Wilfried Krauss, Andreas Reck, Ozan Önder, August Schuler, Oliver Schneider und Frank Walser. (Foto: Wolfgang Steinhübel)
Wolfgang Steinhübel

Die nahe Kommunalwahl in Ravensburg bringt zusätzliche Bewegung in die Ravensburger Lokalpolitik. Zu einem Gespräch in großer Runde hatte das Wirtschaftsforum Pro Ravensburg (Wifo) Kandidaten aller Fraktionen im Gemeinderat in die Zehntscheuer geladen. Im Fokus stand der Wirtschaftsstandort Ravensburg. Wifo-Vorstandssprecher Norbert Martin sagte in seiner Begrüßung, Ravensburg stehe vor großen Herausforderungen, die insbesondere das rasante Wachstum mit sich bringt. Gleichzeitig betonte er die gute Zusammenarbeit des Wifos mit den Fraktionen und der Stadtverwaltung. Dies wünsche er sich auch für die Zukunft.

„Wo profilieren Sie sich im Unterschied zu den Anderen und wo sind die Gemeinsamkeiten?“, war die Kernfrage von Moderator Christoph Stehle. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es überwogen die Gemeinsamkeiten. Bei den großen Themen waren sich die Kandidaten Wilfried Krauss – abwechselnd mit Ulrich Höflacher – (Bürger für Ravensburg), Andreas Reck (Freie Wähler), Ozan Öner (Grüne), August Schuler (CDU), Oliver Schneider (FDP) und Frank Walser (SPD) im Wesentlichen einig. Auch betonten sie die Bereitschaft, in Zukunft wieder bei großen Themen die Gemeinsamkeiten zu suchen. Moderator Stehle hatte sich ein etwas anderes Gesprächsformat ausgedacht. In kurzen Dialog- und Antwortrunden, auch in 60-sekündigen Zweierdiskussionen, wurden die Schwerpunktthemen Wirtschaftspolitik, Digitalisierung, Mobilität und Erreichbarkeit der Innenstadt sowie die Zukunft der Innenstadt abgehandelt.

Der Wohnungsbau soll intensiviert werden, darin waren sich alle Kandidaten einig. Bei der Umsetzung hat man allerdings unterschiedliche Vorstellungen: Höflacher sieht hier durchaus auch die Stadt und die Unternehmen in der Pflicht. Schneider fordert Flexibilität, Schuler sieht eine Vielzahl von Lösungen, Walser fordert die Wohnungsbau- Stadtentwicklungsgesellschaft, Önder will interkommunale Flächen – wo ökologisch möglich – schaffen und Reck will einen generellen Zuwachs an Wohngebieten.

Alle Kandidaten wünschen sich einen schnellen Baubeginn des Molldiete-Tunnels. Einig war man sich auch bei der Forcierung der Digitalisierung. Gut sei, dass die Stadt nun einen Digitalisierungsbeauftragten habe. Schade sei nur, dass dieser sich auch noch um den Wohnungsbau kümmern solle.

Nur bei einem Thema gab es große unterschiedliche Meinungen. Gastronom Reck will die Innenstadt noch stärker befahrbar machen und mehr Stellplätze schaffen. Önder setzt auf eine Stärkung des ÖPNV durch bessere Taktung und Komfort sowie billigere Tickets. Höflacher will den Verkehr vor der Stadt aufhalten und bessere P+R Parkplätze schaffen. Schuler fordert eine offene Stadt und vernetzte Mobilität. Walser will im Einzelfall abwägen und Schneider verweist auf die Pläne, eine Seilbahn zu bauen.

Den Abend aus Kandidatensicht fasste August Schuler ganz gut mit den Worten zusammen: „Wir liegen gar nicht so weit auseinander“. Moderator Stehle resümierte:„Wir dürfen optimistisch sein.“

Ganz zum Schluss hatte Wifo-Vorstandssprecher Martin noch eine große Bitte an die Kandidaten: „Wenn die Renovierungsarbeiten an der Marienplatz-Tiefgarage beendet sind, bitte kommen Sie dann nicht auf die Idee, die Parkgebühren zu erhöhen.“

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