„Wir Zirkusleute leben vom Publikum“

Schwäbische Zeitung

„Endlich Planungssicherheit“, sagt Elmar Kretz zu den neuen Regeln für Veranstaltungen bis 5000 Besucher in Baden-Württemberg. Der Direktor des Ravensburger Weihnachtscircus startet dieser Tage „mit voller Kraft“ in die Vorbereitungen für die Spielzeit 2021/2022.

„Ich bin froh, dass wir im Moment nicht mehr von den Inzidenzen abhängen und ernsthaft planen können“, gesteht der Allgäuer unumwunden. Für Sicherheit beim 14. Ravensburger Weihnachtscircus sorgt er freilich trotzdem. Für die Vorstellungen, die am 23. Dezember starten sollen, hat Elmar Kretz bereits geschultes Personal für die Kontrollen an den Eingängen anvisiert. „Wir legen großen Wert auf die Einhaltung der Regeln.“

Spezielles System zum Luftaustausch entwickelt

In Sachen Luftaustausch in dem 14 Meter hohen Zirkuszelt hat er in den vergangenen Wochen und Monaten einiges geplant: In Zusammenarbeit mit Technikern entwickelte er ein Heizsystem, das warme Luft von unten einbläst. „Wir können unsere Zeltkuppel hydraulisch öffnen. Die verbrauchte Luft steigt auf und wird durch das Öffnen der Kuppel abgeführt. So können wir einen optimalen Luftaustausch sogar während der Vorstellung garantieren.“

In den Pausen sorgt ein nagelneues Vorzelt für größere Abstände zwischen den Zuschauern: rund statt eckig und mit 970 anstatt bisher nur 600 Quadratmeter Nutzfläche herrscht deutlich mehr Platz als bisher. Noch ist das maßgeschneiderte Zelt nicht da: „Die Masten liegen noch in Italien, die Planen werden in Hamburg gefertigt“, sagt Elmar Kretz erfreut über die Neuanschaffung, die aussieht wie der kleine Bruder vom großen Zelt.

Extrem arbeitsreiche Phase steht nun an

Zu Beginn der Vorstellungen in diesem Winter leitet Kretz das Publikum über drei verschiedene Tunnel in das große Hauptzelt – je nach Sitzplatz und Seite. „Einlass erhält wer geimpft, getestet oder genesen ist. Ob eine Testung vor Ort stattfinden kann, klären wir noch ab.“ Programmtechnisch geht es jetzt in eine extrem arbeitsreiche Phase: „Normalerweise sind um diese Zeit alle Visa-Anträge gestellt und die Hotelzimmer für die Artisten, Requisiteure und Techniker gebucht“, sagt Elmar Kretz. „All das war bisher leider nicht möglich.“

Aber jetzt spüre er Aufbruchstimmung und echte Vorfreude in seinem Team und unter den internationalen Akteuren. „Eine große Erleichterung war die Nachricht, dass wir nicht vor leeren Rängen spielen müssen. Wir Zirkusleute leben vom Publikum und von der Atmosphäre im Zelt.“

Ein Programm, das klassischen Zirkus ausmacht

Mit der großzügigen Bestuhlung auf den Tribünen und den beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen blickt er zuversichtlich auf die bevorstehende Spielzeit. Auch an der Qualität ändere sich dieses Jahr nichts. Im Gegenteil: „Wir werden jedes Jahr ein bisschen besser“, sagt Elmar Kretz. „Wir haben sehr viele Sachen im Programm, die klassischen Zirkus ausmachen.“

Fliegende Menschen am Trapez, Hochseilkünstler, das Todesrad, große Pferdefreiheitsdressur: „Ich hab dieses Jahr eine große Dichte an Highlights in der Show.“ Die Verträge mit den Artisten seien schon lange vor der Pandemie geschlossen worden. „Die Zuschauer dürfen auf ein wirklich außergewöhnliches Programm freuen.“

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