„Wir unterstützen uns gegenseitig in der Gruppe“

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 Informieren, Mut machen und zusammen Spaß haben, das sind die Ziele der Frauenselbsthilfe nach Krebs, sagen (von rechts) die Gr
Informieren, Mut machen und zusammen Spaß haben, das sind die Ziele der Frauenselbsthilfe nach Krebs, sagen (von rechts) die Gruppenleiterinnen Angelika Siller und Heike Berger. Gastreferent Professor Thomas Decker von der Oberschwabenklinik bestätigt, dass eine solche Gruppe seinen Patientinnen guttut. (Foto: Elke Oberländer)
Elke Oberländer

Interessierte Frauen können jederzeit ohne Anmeldung teilnehmen. Weitere Informationen gibt es online unter www.frauenselbsthilfe.de (Stichwort „Gruppen vor Ort“) oder bei Angelika Siller (Telefon 0751 / 95880770, E-Mail: angelika-siller@web.de) und Heike Berger (Telefon 07529 / 91208, E-Mail: heikeberger75@gmx.de).

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland – allerdings auch die am besten erforschte Krebserkrankung. Die Heilungschancen sind sehr hoch, sagt Angelika Siller. Zusammen mit Heike Berger hat sie im Januar eine Ravensburger Ortsgruppe für die Frauenselbsthilfe nach Krebs gegründet. Seither finden sich betroffene Frauen einmal im Monat zu Information und Austausch zusammen.

„Hallo, da ist mein Lebensretter“, ruft eine Frau, die gerade zur Tür hereinkommt. Sie stürmt auf Professor Thomas Decker zu und schüttelt ihm kräftig die Hand. Der Onkologe von der Oberschwabenklinik ist mit zahlreichen Teilnehmerinnen der Selbsthilfegruppe bekannt. Ihm ist es wichtig, dass die Frauen in der lockeren Atmosphäre der Gruppe alle Fragen stellen und sich untereinander austauschen können. Seine Patientinnen, die bei einer solchen Gruppe mitmachen, profitieren sehr, berichtet der Arzt. Viele würden dafür weite Wege in Kauf nehmen.

Professor Decker ist an diesem Abend eingeladen, über „Nachsorge und Spätfolgen der Behandlung“ zu informieren. „Wir Frauen haben einen unheimlich großen Informationsbedarf“, sagt Gruppenleiterin Siller. Deshalb stehen zum Beginn der jungen Selbsthilfegruppe viele Vorträge auf dem Programm. „Wenn wir uns dann besser kennen, gibt es mehr Austauschabende und persönliche Themen“, kündigt sie an. Dabei seien alle Teilnehmerinnen aufgefordert, ihre eigenen Vorschläge einzubringen. „Wir sind ja eine Selbsthilfegruppe – mit Betonung auf Selbst.“

Siller weiß noch gut, wie sie selber vor einigen Jahren als frisch Erkrankte Unterstützung gesucht hat. „Die Ärzte haben mir damals die Diagnose mitgeteilt. Aber sie haben vergessen zu sagen, dass die Heilungschancen ganz gut sind“, erinnert sie sich. „Ich dachte also: Das war‘ s jetzt.“ Damals gab es in Ravensburg keine Selbsthilfegruppe für krebsbetroffene Frauen. Deshalb ist Siller nach Meckenbeuren gefahren. In der Gruppe habe sie immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass ihre positive Haltung und ihre fröhliche Stimme den anderen Frauen guttun.

„Man muss die Tage leben, wie sie sind“, habe sie sich gesagt. Und es hat ihr gut getan, diese Einstellung anderen weiterzugeben. „Ich habe überlebt, weil ich eine Aufgabe hatte.“ Jetzt ist sie froh, diese schwere Zeit überstanden zu haben. Und weil sie jetzt wieder mehr Kraft hat, gründete sie die Selbsthilfegruppe in Ravensburg. Auch im eigenen Interesse. Denn Siller weiß: „Die Krankheit begleitet einen ein Leben lang – schon wegen der Nachuntersuchungen.“

Für die zweite Gruppenleiterin Heike Berger ist die Diagnose noch neu. Ihr ist es wichtig, gerade jetzt Menschen an ihrer Seite zu haben, die von Erfahrungen berichten und ihr praktische Tipps geben. In der Runde reden sich die Frauen mit Vornamen an. Was besprochen wird, ist streng vertraulich. „Wir unterstützen uns gegenseitig in der Gruppe“, berichtet Berger. „Und wir haben zusammen Spaß und lachen viel.“

Die Gruppe Frauenselbsthilfe nach Krebs arbeitet eng mit der Krebsberatungsstelle der Oberschwabenklinik zusammen. Sie trifft sich in der Regel am dritten Montag im Monat von 18.30 bis 20 Uhr (nicht in den Ferien) im Mehrgenerationenhaus Gänsbühl in der Herrenstraße 43 in Ravensburg. Zu den Abenden kommen meist 20 bis 25 Frauen. Die Teilnahme ist kostenlos, vertraulich und unverbindlich.

Interessierte Frauen können jederzeit ohne Anmeldung teilnehmen. Weitere Informationen gibt es online unter www.frauenselbsthilfe.de (Stichwort „Gruppen vor Ort“) oder bei Angelika Siller (Telefon 0751 / 95880770, E-Mail: angelika-siller@web.de) und Heike Berger (Telefon 07529 / 91208, E-Mail: heikeberger75@gmx.de).

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