„Wir hatten keine Ahnung, worauf wir uns da einlassen“

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 Das Organisationsteam präsentiert die Werbeplakate von damals (re.) bis heute (li.). Das Bild zeigt von rechts: Isabell Eppler,
Das Organisationsteam präsentiert die Werbeplakate von damals (re.) bis heute (li.). Das Bild zeigt von rechts: Isabell Eppler, David Maier, Dieter Hildebrand und Sohn Ruben. (Foto: Daniel Krüger)
Daniel Krüger

Wie holen wir die Stimmung zurück auf unser Gartenfest? Vor dieser Frage standen die Mitglieder des Musikvereins Taldorf vor gut 14 Jahren. Ein echtes Highlight sollte her, denn an den Hits der Coverbands hatte man sich sattgehört. Beim gemeinsamen Brainstorming kam schließlich die Idee für einen Mofa-Cup auf den Tisch. Anfangs noch müde belächelt, ist der Goscha-Marie Mofa-Cup heute eine Institution – nicht nur für Mofa-Freunde. Am Samstag, 10. August, geht der Cup bereits in seine 13. Auflage.

„Beim ersten Mofa-Cup war alles noch relativ einfach zu organisieren, wir hatten ja keine Ahnung, worauf wir uns da einlassen“, sagt Dieter Hildebrand aus dem Organisations-Team. 30 Wagemutige haben sich damals gefunden, die auf Liebhabermaschinen aus dem Hause Zündapp, Hercules oder Simson das Rennen über die Taldorfer Buckelpiste aufnahmen. Am Samstag werden es 43 Teams sein, die mit bis zu drei Fahrern, im Alter von 17 bis 60 Jahren, an den Start gehen. Zwei österreichische Teams sorgen dabei für das internationale Flair. Mit wachsender Bekanntheit des Mofa-Cups hat natürlich auch der Ehrgeiz der Teilnehmer Jahr für Jahr zugenommen. „In der Zwischenzeit sind die Fahrer fast alle mit Motocross-Bikes und den nötigen Stollenreifen unterwegs, auch die technischen Diskussionen und Manipulationsversuche nehmen merklich zu. Das ist unglaublich emotional“, so Hildebrand. Beim Bier, später im Festzelt, sei dies dann aber meist wieder vergessen.

Mit der Professionalisierung im Starterfeld hat man sich – ganz automatisch – vom klassischen Gaudi-Event der Anfangsjahre entfernt. Trotzdem darf der Spaßfaktor für die gut 3000 Schaulustigen, die erwartet werden, nicht fehlen. „Wir haben diesmal wieder Preise für die kreativsten Kostüme ausgelobt und sind sehr gespannt, was sich unsere Fahrer da überlegen. In der Vergangenheit gab es schon Teams, die komplett als Schlümpfe oder die Simpsons-Familie verkleidet waren – trotz Schutzkleidung“, sagt Isabell Eppler. Als Zehnjährige hat sie beim ersten Mofa-Cup ihren Vater vom Streckenrand angefeuert, heute ist sie Teil des 15-köpfigen Organisationsteams, kümmert sich um die Pressearbeit und betreut die Facebook-Seite. Aus dem sozialen Netzwerk erreichte sie im letzten Jahr eine besonders kuriose Nachricht: „Einer der Fahrer schrieb mir wenige Tag nach dem Rennen, dass er den Termin für den nächsten Mofa-Cup wissen müsse. Er plane gerade seine Hochzeit und wolle Terminüberschneidungen unbedingt vermeiden. Das war schon verrückt.“

Ebenfalls verrückt, im positiven Sinne, sind auch die gut 100 freiwilligen Helfer, die das Organisationsteam am Renntag unterstützen. Sie kümmern sich um Ausschank und Bewirtung, um die Betreuung der Teams, die Sicherheit auf dem Festgelände und an der Strecke oder um die Rennleitung. Weil der Musikverein das längst nicht mehr allein stemmen kann, helfen befreundete „Mofa-Nerds“ bei der technischen Überprüfung der Maschinen. Bei aller Faszination für den Motorsport wird übrigens auch an die Umwelt gedacht, so dürfen, laut Reglement, ausschließlich Kraft- und Schmierstoffe verwendet werden, die zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. An der Wiese am Taldorfer Ortsausgang, die als Rennstrecke herhalten muss, geht das Spektakel natürlich nicht spurlos vorüber. „Ärger mit dem Pächter bekommen wir aber nicht, denn der spielt bei uns im Musikverein Flügelhorn“, sagt Isabell Eppler.

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