Wintereinbruch: Unfälle und gesperrte Straßen im Kreis Ravensburg

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Der vom Deutschen Wetterdienst angekündigte heftige Wintereinbruch hat am Wochenende neben den Räumdiensten die Polizei und vor allem die Feuerwehren auf Trab gehalten. Rund 150 Feuerwehrleute sind allein im Landkreis Ravensburg im Einsatz gewesen. Viele Straßen waren wegen Schneebruchs sogar gesperrt. Der Schwerpunkt der Einsätze und auch der Unfälle bildete der Großraum Wangen. Im Schussental, im Raum Leutkirch, im Raum Bad Waldsee und Aulendorf sowie im westlichen Landkreis blieb es am Wochenende trotz heftigen Schneefalls verhältnismäßig ruhig.

Schon am Samstag hat es im Landkreis zahlreiche Unfälle gegeben. In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es so heftig geschneit, dass selbst im oft schneearmen Schussental 15 bis 20 Zentimeter Schnee lagen. Das Polizeipräsidium Konstanz meldete für den Bodenseekreis sowie die Landkreise Ravensburg und Sigmaringen allein in der Zeit von Samstag 7.30 bis Sonntag 1 Uhr insgesamt 47 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. „Überwiegend waren dies Verkehrsunfälle ohne Personenschäden“, sagt Polizeisprecher Thomas Pecher am Sonntag. Während im Bodenseekreis bei Unfällen Personen verletzt wurden, sich Autos überschlagen haben und hohe Sachschäden entstanden sind, blieb es im Landkreis Ravensburg vorwiegend bei Blechschäden mit relativ niedrigem Sachschaden.

Schwerpunkt der Polizeieinsätze bildete der Sonntagmorgen. Da mancherorts aus Schnee Schneeregen wurde und der Schnee auf den Bäumen antaute, bestand vielerorts Gefahr wegen Schneebruchs. Deswegen musste die Polizei vier Straßen sperren. Unter anderem die Bundesstraße 31 zwischen Kressbronn und Sigmarszell sowie im Raum Wangen die Kreisstraße zwischen Missen und Oberhof, einen Gemeindeverbindungsweg bei Waltersbühl und die Landesstraße 333 zwischen Primisweiler und Pflegelberg. Außerdem gab es fast überall teilweise erhebliche Verkehrsbehinderungen wegen verschneiter und glatter Straßen.

„Teilweise war für die Dienstfahrzeuge der Polizei am Sonntagmorgen kein Durchkommen mehr auf den Straßen“, berichtet Polizeisprecher Pecher. Die Räumdienste seien wegen des heftigen Schneefalls in der Nacht zum Sonntag mancherorts nicht mehr mit Räumen und Streuen nachgekommen.

Auch der diensthabende und stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Klotz kann von einem Wochenende mit vielen Einsätzen im östlichen Landkreis Ravensburg berichten. „Es ging am Samstag mit zwölf Einsätzen los, am Sonntag hatten wir 60 Einsatzstellen“, sagt Klotz. Diese erstreckten sich vorrangig über die Gemarkungen der Gemeinden Achberg, Aichstetten, Amtzell, Argenbühl, Bodnegg, Kißlegg, Vogt, Waldburg und eben mit Schwerpunkt auf der Gemarkung Wangen. Der Raum Bad Waldsee, der normalerweise auch immer heftig vom Schneechaos betroffen ist, blieb Feuerwehrangaben zufolge glücklicherweise von schweren Einsätzen verschont. Dennoch war die ganze Stadt in eine dichte Schneehülle gepackt. Die Räumdienste hatten rundum die Uhr zu tun.

Auch Bad Wurzach und der Raum Altshausen kamen ohne größere Zwischenfälle aus. Interessanterweise gab es in Leutkirch nur einen Einsatz, obwohl die Stadt mit 654 Metern höher liegt als Wangen mit 556 Metern, so Klotz, der auch Kommandant der Leutkircher Feuerwehr ist.

Die Feuerwehr war damit beschäftigt, die Straßen vor herunterbrechenden Ästen zu sichern. Viele Bäume drohten unter der teils nassen Schneelast zusammenzubrechen. Es gab auch umgestürzte Bäume. „Wenn ein Baum umzukippen droht oder abzusehen ist, dass Äste brechen, müssen wir die Äste absägen“, erklärt Klotz. Feuerwehreinsätze bei Unfällen gab es mit Stand Sonntagnachmittag nicht.

Außerdem hat es in Bodnegg am Sonntagvormittag für eine Stunde, zwischen 9.30 und 10.30 Uhr, keinen Strom gegeben.

Laut Wettervorhersage wird es auch in den kommenden Tagen im gesamten Landkreis Ravensburg Schnee und Schneeregen geben – bei Temperaturen zwischen 2 Grad tagsüber und bis zu -7 (im Schussental) und -9 Grad (im Allgäu) in der Nacht.

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