Wer seine Tiere gut behandelt, bekommt bald mehr Geld

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Je gesünder die Kühe, desto mehr Geld wird die Omira ab 2017 ihren Milchbauern zahlen.
(Foto: Archiv)

Milchbauern, die besonders nachhaltig wirtschaften, werden von der Omira ab 2017 besser bezahlt als ihre Kollegen. Beim sogenannten Nachhaltigkeitsbonus soll vor allem das Tierwohl berücksichtigt werden. Dazu gehört zum Beispiel der sparsame Umgang mit Antibiotika oder der Einsatz von tierfreundlichen Melkrobotern.

Omira-Geschäftsführer Ralph Wonnemann, Aufsichtsratsvorsitzender Erich Härle und der Nachhaltigkeitsbeauftragte der Molkerei, Johannes Eder, stellten das grobe Konzept bei einer Pressekonferenz vor. Bis Mitte des Jahres soll die Feinjustierung vorliegen, nach welchen Kriterien der Bonus gezahlt wird. Wonnemann wollte sich noch nicht auf eine Summe festlegen, hatte aber auf Nachfragen ein „Bauchgefühl von ein bis zwei Cent“ pro Kilo Milch. Was nach einem Kleckerlesbetrag klingt, sei angesichts des derzeitigen extrem niedrigen Milchgeldes von 30 bis 31 Cent gar nicht so wenig. Erich Härle: „Wer sich nicht anstrengt, merkt das ganz gehörig im Geldbeutel.“

Das Bewertungssystem entsteht in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Es wird objektiv überprüfbar sein. Wie kontrolliert werden soll, ob die etwa 3000 Omira-Lieferanten auch tatsächlich nachhaltig wirtschaften, wollten die Verantwortlichen allerdings noch nicht verraten.

Das Nachhaltigkeitskonzept gehört zu einer Kampagne, um das Image der Milchbauern aufzupolieren. Denn nach einer aktuellen Emnid-Umfrage denken viele Verbraucher schlecht über die Landwirtschaft. Demnach meinen 65 Prozent, dass Bauern mit ihren Tieren nicht verantwortungsvoll umgehen. 75 Prozent meinen, dass größere Ställe nicht tiergerecht sind. 71 Prozent glauben, dass Landwirte nicht umweltbewusst wirtschaften. Um das angeblich nicht objektive Bild, das die Medien und Tierschutzorganisationen verbreiten würden, zu relativieren, produziert die Omira derzeit eine Reihe von Werbefilmen.

„Unser Anspruch ist es, die nachhaltigste Molkerei Deutschlands zu werden mit einem ganzheitlichen soliden Ansatz“, meint Johannes Eder. Das ist Teil des Konzepts Strategie 2020plus.

Ravensburg (shy) - Das Jahr 2009 war für den Ravensburger Milchverwerter Omira ein Krisenjahr. Das führte dazu, dass sich der genossenschaftlich organisierte Betrieb strukturell neu aufstellte. Jetzt, nachdem das Jahr 2015 ebenfalls ein schlechtes war, blickt Omira wieder optimistisch in die Zukunft. Was es mit 2020Plus auf sich hat, berichtet Michael Scheyer.
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