Wenn sogar Langmann patzt

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Towerstars-Goalie Jonas Langmann im Spiel gegen die Bayreuth Tigers.
Towerstars-Goalie Jonas Langmann im Spiel gegen die Bayreuth Tigers. (Foto: Felix Kästle)
Michael Panzram

45 Spieltage lang haben die Ravensburg Towerstars in der DEL 2 mindestens ein Tor pro Partie geschossen, im 46. Spiel landeten sie am Sonntagabend erstmals eine Nullnummer. Drei Dinge sind daran bemerkenswert: 1. Die Lausitzer Füchse waren ganz bestimmt nicht der prominenteste Gegner, 2. Ravensburg ist eigentlich eine der treffsichersten Mannschaften der Liga, 3. Es lag nicht an der mangelnden Chancenverwertung, sondern an den wenigen Möglichkeiten.

Coach Jiri Ehrenberger ist keiner, der zu Emotionen neigt. Weder jubelt er allzu euphorisch bei Siegen, noch poltert er nach Niederlagen laut los. So muss derjenige, der Kritik finden will, zwischen den Zeilen lesen. Nach dem 0:4 in Weißwasser sagte Ehrenberger: „Wir haben schwerer ins Spiel gefunden, als wir uns das vorgestellt haben.“ Übersetzt: Die Anfangsphase war eine echte Katastrophe. Dann sagte Ehrenberger noch: „Heute haben wir uns nicht so viele Chancen herausgearbeitet.“ Übersetzt: Offensiv war das gar nichts. Ein dritter Satz war: „Es war nicht unbedingt das Spiel, das wir gewohnt sind.“ Übersetzt: Von der Leistung meiner Mannschaft war ich ziemlich enttäuscht.

Schon am Freitag gegen die Bayreuth Tigers hatte bei den Towerstars wenig gepasst. Von der Dominanz eines Play-off-Anwärters war kaum etwas zu sehen. Zwar zahlten sich diverse Druckphasen aus, dass es zu einem 4:2 reichte – mit den begeisternden Auftritten der jüngsten Vergangenheit (überragende Heimsiege gegen Bietigheim und Kaufbeuren) hatte das aber nichts zu tun.

Die Stimmung getrübt haben dürfte zudem der erneute Ausfall von Jakub Svoboda. Mit großem Applaus und großen Hoffnung war der Stürmer nach seiner schweren Gehirnerschütterung am Freitag empfangen worden. Mit zwei Scorerpunkten im ersten Drittel meldete er sich prächtig zurück. Doch nach dem Spiel klagte Svoboda wieder über Probleme, die weite Fahrt nach Weißwasser machte er gar nicht erst mit. Am Dienstag werde es neue Untersuchungen geben, teilte Towerstars-Pressesprecher Frank Enderle am Montag mit.

Ein komplett gebrauchtes Wochenende hatte einer der absoluten Ravensburger Leistungsträger: Goalie Jonas Langmann patzte gegen Bayreuth, als er einen Puck aus dem Handschuh fallen ließ und somit das zweite Gegentor verursachte. Und auch in Weißwasser sah er bei zwei Treffern der Füchse nicht gerade gut aus. Es war aber längst nicht nur an seiner Leistung festzumachen, dass die Towerstars nur mit Mühe gegen Bayreuth gewannen und in Weißwasser regelrecht untergingen.

So ist denn auch die ganze Mannschaft gefordert, wenn es nun auf der Zielgeraden darum geht, zumindest den sechsten Platz und damit die direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale zu sichern. Erst einmal müssen die Towerstars den Dienstagabend abwarten, wenn die komplette Konkurrenz einen Spieltag einlegt, den die Ravensburger durch ein vorgezogenes Spiel gegen Freiburg schon hinter sich haben. Erst dann wird die Ausgangslage vor den letzten sechs Spieltagen klar und deutlich zu sehen sein.

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