Weniger Corona-Regeln bedeuten weniger Blutspenden in der Region

 Während den strengeren Phasen der Pandemie seien mehr Menschen zum Spenden gekommen.
Während den strengeren Phasen der Pandemie seien mehr Menschen zum Spenden gekommen. (Foto: dpa)
Redakteur

Der Blutspendendienst des Deutschen Roten Kreuzes schlägt Alarm: Die Vorräte an Blutkonserven seien katastrophal niedrig. Auch der Spendendienst für Oberschwaben, Allgäu und den Bodensee ist beunruhigt. Dabei gebe es Gründe, warum sich das Spenden für jeden einzelnen lohnt.

„Die Blutkonserven reichen nur noch einen Tag“, schreibt Eberhard Weck in dieser Woche in einer Pressemitteilung. Laut dem Sprecher des DRK-Blutspendendienstes für Baden-Württemberg und Hessen hat der Vorrat von fünf Blutgruppen bereits das unterste Limit erreicht. Die drei weiteren Blutgruppen sind nur ein Niveau darüber.

Medizinischer Fortschritt hängt von Spenden ab

Gleichzeitig steigt laut Weck der Blutbedarf an Kliniken. Der Blutspendendienst braucht für die Länder Baden-Württemberg und Hessen jeden Tag 2500 Spender, um die benötigte Menge abzudecken.

Blutpräparate braucht es aber nicht nur bei Unfällen oder Krankheiten, erklärt Alfred Kneer, zuständig für Blutspendeaktionen im Kreis Ravensburg und dem Bodenseekreis. Auch der medizinische Fortschritt hänge von Blutkonserven ab.

Kneer nennt die derzeitige Spendensituation in der Region „fast eine Ausnahmesituation“. Es werde schwer, die Zahlen zu erreichen, die man eigentlich angepeilt habe. Ein Problem, denn der DRK-Blutspendendienst sammelt den aller größten Teil der Blutpräparate für die Medizin in der Region.

Blutgruppen-Bestimmung zum Nulltarif

Grundsätzlich sei das Spendenverhalten derzeit aber sehr schwer einzuschätzen, so Kneer. Das hänge mit Corona zusammen. Während der strengeren Pandemiephasen habe es recht viele Spender gegeben, sagt Kneer – da es im Alltag nicht viele Alternativen gab.

Nun, da die Menschen wieder ausgehen, ihr Ehrenamt oder das Sport-Training voll aufnehmen, „rutschen wir als Blutspendedienst nach hinten“, sagt Kneer. Diese Situation könne sich rund um die Pfingstferien nochmal verschärfen.

Laut Kneer sollte es ein gesellschaftliches Bedürfnis sein, Veranwortung durch eine Blutspende zu übernehmen. Zudem habe es ganz praktische Vorteile: „Viele wissen nicht, was ihre Blutgruppe ist. Die Bestimmung kostet beim Hausarzt 80 Euro. Bei uns gibt es die Bewertung plus einen kleinen Gesundheitscheck zum Nulltarif.“

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