Weltliteratur von Frank Kafka im Theater

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Das Landestheater Schwaben zeigt Kafkas „Die Verwandlung“ im Theater Ravensburg.
Das Landestheater Schwaben zeigt Kafkas „Die Verwandlung“ im Theater Ravensburg. (Foto: Karl Forster)
Schwäbische Zeitung

Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ zählt zu den bedeutendsten Texten der Moderne. Das Landestheater Schwaben zeigt die Geschichte am Mittwoch, 11. April, um 20 Uhr im Theater Ravensburg. Im Anschluss an die Aufführung kann im Nachgespräch im Theatercafé über das Stück diskutiert werden.

Kafka hat eine verblüffend einfache Geschichte erfunden, die ein höchst bizarres Geschehen erzählt und dabei die existenzielle Angst vor der Ausgrenzung, vor der Isolierung thematisiert. „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“: So beginnt die Erzählung, die Kafka 1912 geschrieben hat, die aber erst 1915 veröffentlicht worden ist. Der Handlungsreisende Gregor Samsa versteht, verständlicherweise, die Welt nicht mehr, und die Welt einschließlich seiner Familie versteht ihn nicht mehr. Seine Metamorphose löst Angst und Schrecken aus. Obwohl Gregor sich nach und nach in sein Schicksal fügt und am Müßiggang sogar Gefallen findet, ekelt sich seine Familie mehr und mehr: Er ist das Ungeziefer, das weg muss.

Die Verwandlung lässt sich als Parabel auf die kapitalistische Arbeitswelt und ihre Ausbeutungsmechanismen lesen. Die Geschichte zeigt, wie der Aussteiger seine Umwelt in Unsicherheit und flirrende Unruhe stürzt. Es folgen Entfremdung und der Verstoß. Einzigartig dabei ist die von Kafka geschaffene Atmosphäre des Unheimlichen und Unfassbaren, des berühmt gewordenen „Kafkaesken“.

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