Weltergewichtler und „schwere Jungs“ sind Höhepunkte

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Die Ravensburger Boxer (von links Trainer Giovanni Saravo, Viktor Haruna, Daniel Schlarb, Dejan Cajic, Kai Klaiber, Tufan Bülen
(Foto: Jochen Dedeleit)

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die letzten Trainingseinheiten gingen noch mal intensiv vonstatten. Ab Freitag (9 Uhr) bis Sonntag (Finals ab 10 Uhr) werden bei den Baden-Württembergischen A-, B- und C-Titelkämpfen in der Ravensburger Kuppelnauhalle über 100 Boxer in den Ring klettern. Es geht um Medaillen und um mögliche Qualifikationen für die U-21-DM oder die DM der Elite.

Deutsche Meister, Bundesliga-Boxer, Faustkämpfer der World-Series of Boxing, EM- sowie WM-Teilnehmer werden sich in Ravensburg zeigen. Kastriot Sopa (Ludwigsburg), Vjaceslaw Spomer (Neckargartach), Igor Teziev (Esslingen), Johann Witt (Villingen-Schwenningen), Konstantin Biegler (VfB Friedrichshafen) oder auch Dejan Cajic vom gastgebenden Champ-Boxing Ravensburg sind dabei.

In 93 Kämpfen wurden 2013 in der Kuppelnauhalle in Ravensburg die Sieger der Internationalen Baden-Württembergischen Jugend-Meisterschaften gekürt. Jetzt hält die Elite Einzug, wobei dies das erste Mal sein wird, dass der Titelträger an drei aufeinanderfolgenden Tagen an einem Ort ermittelt wird. Darauf ist Jürgen Hauser, Inhaber von Champ-Boxing, stolz, der Ravensburger Box-Enthusiast hat in den letzten Tagen aber auch erfahren müssen, wie viel Zeit und Arbeit dafür investiert werden musste.

Geschuftet hat auch Giovanni Saravo, Champ-Cheftrainer sowie Verbandstrainer des Boxverbands Baden-Württembergs. Der Friedrichshafener war vor allem bei der Pratzenarbeit gefordert und verlor fast so viel Gewicht wie seine voraussichtlich sieben Teilnehmer. Die, die noch zu viel auf den Rippen hatten, packte Saravo im Ring der Sportakademie in dicke Decken zum schwitzen – pro Trainingseinheit gingen bis zu zweieinhalb Kilogramm verloren. Dass es nicht die vor Monaten prognostizierten 17 Boxer sind, ist Verletzungen, Krankheiten und berufsbedingten Ausfällen geschuldet.

„Und der eine oder andere ist ganz einfach noch nicht so weit“, sagt Saravo. Besonders schmerzhaft waren für den Italiener die Ausfälle von Mohamed Maher, der als selbständiger Kfz-Meister zu wenig trainieren konnte, vom Neu-Profi Yasin Basar oder auch von Slavoljub Cajic, der schulisch bedingt nur Zuschauer sein wird. Als heißestes Eisen gilt sein Bruder Dejan, der es als fünffacher deutscher Nachwuchsmeister noch einmal wissen will und als einziger Champ-Boxer in der A-Klasse (ab 15 Siegen) antritt.

Erster Auftritt seit Langem

Rund ein dreiviertel Jahr ist es her, dass Halbfliegengewichtler Dejan Cajic bei seinem Zweitliga-Auftritt für Hanau K.o. gegangen ist, seitdem hat der 20-Jährige wettkampfmäßig nicht mehr im Ring gestanden. „Finde mal einen Aufbaugegner für einen fünffachen Deutschen Meister“, erklärt Saravo die Problematik. Cajic weiß, „dass die Erfolge von früher Geschichte sind, ich fange für mich neu an. Aber eigentlich habe ich ja nie richtig aufgehört.“ Die Weisheitszähne seien an seinen ständigen Kopfschmerzen schuld gewesen, gegen Kristos Cherakis vom MBC Ludwigsburg (Deutscher U19-Meister 2013/14, Sieger des Brandenburg-Cups und Mitglied des Nationalteams) sollen die Ravensburger Zuschauer wieder den „alten“ Dejan Cajic zu sehen bekommen. „Die Ziele sind die gleichen, erst muss ich die Landesmeisterschaften erfolgreich über die Bühne bringen, dann gilt es, meine erste Männer-DM zu bestreiten.“ Der Häfler arbeite selbständiger an sich, „der Trainer muss mir bei weitem nicht mehr so oft in den Allerwertesten treten“.

Saravo spricht von einer „schlagkräftigen Mannschaft“, die Champ-Boxing in den Ring schicken kann. Neben Cajic sind dies in der B-Klasse (sieben bis 14 Siege) Schwergewichtler Daniel Schlarb und vielleicht Weltergewichtler André Zwirnmann, der mit einer Mittelohrentzündung allerdings äußerst fraglich ist. Die C-Klasse (weniger als sieben Siege) bereichern Tufan Bülent (91 kg), Kai Klaiber (81 kg), Viktor Haruna (69 kg), Cem Güzelarslan (91 kg) und Arnel Causevic (81 kg). Klaiber und Causevic sowie Bülent und Güzelarslan könnten aufeinandertreffen. „Losglück gehört immer dazu“, sagt Saravo. „Das haben wir bei der DM bei Talia Aydogdu gesehen, die gleich gegen die spätere Meisterin gelost wurde und ausgeschieden ist.“

Gespannt sein dürfen die Boxfans auf die A-Klassen im Weltergewicht um Favorit Slawa Spomer und im (Super)-Schwergewicht, wo jeweils die härtesten Duelle erwartet werden. So könnte es im Superschwer am Sonntag zum Finale zwischen dem ehemaligen Ravensburger Johann Witt und dem VfBler Konstantin Biegler kommen. Biegler ist amtierender K-1-Weltmeister.

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