Welfengymnasium trauert um getötete Schülerin

Lesedauer: 3 Min
In der Aula des Ravensburg Welfengymnasiums haben Schüler ein riesiges Rosenbett mit selbstgemalten Bildern und Abschiedsgrüßen
In der Aula des Ravensburg Welfengymnasiums haben Schüler ein riesiges Rosenbett mit selbstgemalten Bildern und Abschiedsgrüßen aufgebaut. (Foto: rep)

Mit einer bewegenden interreligiösen Trauerfeier haben am Mittwochmorgen die Schüler und Lehrer des Welfengymnasiums Abschied von ihrer Mitschülerin genommen.

Das 14-jährige Mädchen war vorletzte Woche Opfer eines Familiendramas in Untereschach geworden. Bei der Trauerfeier in der Aula der Schule gedachten Mitschülerinnen und Mitschüler mit sehr persönlichen Worten ihrer toten Freundin.

„Ich hoffe, dort wo du bist, bist du glücklich“, sagte eine Klassenkameradin. „Wir hoffen, dass wir uns irgendwann wiedersehen“, eine andere. Und gemeinsam sagten sie: „Du bleibst für immer in unseren Herzen.“

Glaube, Liebe, Hoffnung. Den roten Faden hatte das Organisationsteam der Trauerfeier bewusst gewählt, um damit ein anderes Bild gegen die schrecklichen Ereignisse zu setzen. Ein muslimisches Mädchen verlas ein Gebet, in dem Gott die Hoffnung ist und das auffällige Ähnlichkeit zum christlichen Glaubensbekenntnis hat.

„Liebe wird sein“

Ein Schüler rezitierte die kurze Geschichte „Wie könnte das ewige Leben sein?“ des Theologen und Pastors Frank Maibaum. Darin beantwortet ein kleines Mädchen die Frage mit den Worten: „Liebe wird sein, was sonst!“

In einem buddhistischen Ritual sprachen Mönche in der mittelindischen Sprache Pali von der Einheit von Leben und Tod. Leben und Tod seien eins wie Eis und Wasser. Eine Pastoralreferentin betonte die Einheit der verschiedenen Glaubensrichtungen. Letztendlich seien alle Religionen im Gedanken der Liebe und Hoffnung vereint.

Rosen als Zeichen der Verbundenheit

In der Aula hatten die Schülerinnen und Schüler ein riesiges Rosenbett mit selbstgemalten Bildern und Abschiedsgrüßen aufgebaut. „Es waren ihre Lieblingsblumen“, sagte eine ihrer engsten Freundinnen. Die Rosen seien ein Symbol für die Liebe und ihre Antwort auf das Unheil und die Gewalt.

Nach der Trauerfeier, an der auch viele Eltern teilnahmen, verteilten die Schüler die Rosen in den Klassen des Welfengymnasiums als Zeichen der Verbundenheit.

Bluttat in Untereschach: Täter ist suizidgefährdet. Die Ravensburger Staatsanwaltschaft erwägt eine Anklage erst 2017.
In Eschach bei Ravensburg hat in der Nacht zum Freitag ein 53-jähriger Mann seine 37-jährige Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil getötet.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen