Welfen-Eltern fühlen sich ausgebootet

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Große Begeisterung herrschte vor zwei Jahren, als Eltern in Eigenregie den Pausenhof am Welfengymnasium gestaltet haben. Jetzt i (Foto: privat)

Groß ist derzeit der Frust bei engagierten Eltern des Welfengymnasiums Ravensburg. Seit über drei Jahren bemühen sie sich zusammen mit Schülern und Lehrern um eine attraktivere Gestaltung des Pausenhofes. In einem zweitägigen Einsatz haben bis zu 250 Beteiligte Baumstämme geschleppt, Mauern bemalt, neue Sitzmöbel zusammengeschraubt. Das war im Sommer 2011. Bis zum Herbst 2013 sollte ein Außenklassenzimmer in Form eines Atriums das Werk krönen. Die Finanzierung schien gesichert: 10 000 Euro vom Welfen-Freundeskreis sollten mit 60 000 Euro aus dem städtischen Haushalt aufgestockt werden.

Doch jetzt macht die Entwicklung der Finanzen der Stadt Ravensburg einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen droht wieder mal ein Sparprogramm, zumal noch im Hintergrund der Steuerstreit mit der Stadt Stuttgart um die WGV-Steuermillionen steht. Also teilte der Leiter des städtischen Schulamtes, Karlheinz Beck, mit Schreiben vom 10. Mai dem Schulleiter des Welfengymnasiums, Wolfram Freitag, mit, dass das Atrium vorläufig zurückgestellt wird. Dass diese bereits konkret für die Pfingstferien 2013 eingeplante weitere Pausenhofgestaltung dem Rotstift zum Opfer fallen soll, schmerzt die die Ehrenamtlichen der Pausenhof-AG um die Elternbeiratsvorsitzende Micha Matschinski.

Noch weit mehr ärgert sie die Art und Weise des Umgangs. „Wir wurden nicht einmal direkt informiert, keiner hat mit uns gesprochen“, reklamiert Matschinski. „Da redet der Oberbürgermeister immer über Bürgerbeteiligung und Transparenz, und dann wird man so runtergebügelt“, kritisiert Andreas Guth, der Vorsitzende des Welfen-Freundeskreis. Und Isabelle Thaler und Alicja Kosmider-Feist, die sich ebenfalls für die Pausenhof-AG engagieren, zeigen sich im Gespräch mit der SZ ebenfalls frustriert. Wie soll man denn den eigenen Kindern erklären, dass es jetzt nichts wird mit dem „Grünen Klassenzimmer?“

Es geht auch günstiger

Dazu präsentiert die Elternbeiratsvorsitzende einen Dankesbrief von OB Daniel Rapp für den ehrenamtlichen Einsatz: „Besonders beeindruckt haben mich die 1200 ehrenamtlich geleisteten Stunden durch die Schulgemeinschaft“. Zuerst bekomme man den Dank und dann werde man nicht mal offen informiert. Dabei bezweifeln die Ehrenamtlichen, ob die Stadt tatsächlich noch 60 000 Euro investieren muss. Ihrer Ansicht nach ginge es günstiger, wenn zunächst auf den Austausch der Betonplatten und die Erneuerung der Treppe verzichtet würde. Ein Platz in der bislang öden Ecke neben der Treppe mit Sitzpodesten rundum, eben ein auch zu Theaterspielen oder Chorauftritten geeignetes Atrium, reiche völlig aus.

In der Gemeinderatssitzung am 10. Juli wird der Nachtragshaushalt für 2013 verabschiedet. Im Sparpaket sollen auch die Mittel fürs Welfengymnasium gestrichen und verschoben werden.

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