Wegen Umwelt-Demos: Ravensburger Schüler kritisieren „unangemessene Strafen“

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 Am Freitag wollen Schüler auch in Ravensburg wieder auf die Straße gehen.
Am Freitag wollen Schüler auch in Ravensburg wieder auf die Straße gehen. (Foto: Florian Peking)
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Schwäbische Zeitung

Auf 2000 Teilnehmer hoffen die Organisatoren des zweiten Schülerstreiks für den Klimaschutz am Freitag in Ravensburg. In einer Stellungnahme haben die Jugendlichen vorab erklärt, warum aus ihrer Sicht die Demos während der Unterrichtszeit zwingend notwendig sind. Zugleich kritisieren sie die Androhung von „unangemessenen Strafen“ für das Schwänzen durch die Schulen.

„Tatsächlich sind wir gewissermaßen gezwungen, unsere Demos während des Unterrichtes zu veranstalten, da wir ansonsten kaum Aufmerksamkeit von Seiten der Medien oder der Politik bekommen würden“, so Lachlan Eckardt von „Fridays für Future Ravensburg“. Viele Erwachsene würden die Klimakrise immer noch nicht als solche ansehen. Die Schüler würden häufiger auf das Schwänzen angesprochen als auf ihr Anliegen zur Klimapolitik. Schwänzen sei aber das „wirksamste Druckmittel, von dem Schüler Gebrauch machen“ könnten. „Wir werden nicht länger zusehen, wie uns die Zukunft gestohlen wird“, heißt es in der Stellungnahme.

Kämpft mit uns gegen die Ursache des Streiks, anstatt gegen uns.

Appell der Schüler

Die Schüler seien bereit, Verantwortung für ihre Fehlzeiten zu übernehmen. Gleichzeitig kritisieren die jungen Ravensburger, dass die Demos noch weit mehr als zuletzt 1500 Teilnehmer hätten, wenn Schüler nicht mit „massiven, dem Anlass unangemessenen Konsequenzen rechnen müssten“. „Dabei stellen wir uns die Frage, wie es möglich ist, dass den aus Faulheit oder fehlender Motivation Schwänzenden Konsequenzen in geringerem Maße drohen, als denen, die sich für ihre Zukunft stark machen.“

Die Schüler appellieren an Schulleiter, Lehrer und Eltern: „Kämpft mit uns gegen die Ursache des Streiks, anstatt gegen uns.“

Wie berichtet, startet die Demonstration am Freitag um 11 Uhr am Ravensburger Bahnhof und wird um 12 Uhr auf dem Marienplatz fortgesetzt.

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