Was Thomas Gadek als Achim Pfuderers Nachfolger beim SV Oberzell plant

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 Trainer Thomas Gadek hat in Oberzell ein schweres Erbe angetreten.
Trainer Thomas Gadek hat in Oberzell ein schweres Erbe angetreten. (Foto: Rolf Schultes)
Klaus Eichler

Tomek Gadek, zuletzt Trainer beim SV Weingarten, ist seit Mitte September Trainer beim Fußball-Bezirksligisten SV Oberzell. Ausgestattet ist der gebürtige Breslauer mit der Trainer-B-Lizenz. In oberschwäbischen Fußballerkreisen nennen ihn alle nur Thomas. Er übernahm das Traineramt am sechsten Spieltag von Achim Pfuderer, der beruflich bedingt in Oberzell aufhörte. Die neue Aufgabe ist der 40-jährige Gadek selbstbewusst angegangen: „Mein Ziel ist der Aufstieg in die Landesliga.“

Thomas Gadek lernte das Fußballspielen bei der SG Baienfurt. Seine Stationen im aktiven Bereich waren: VfB Friedrichshafen, SV Weingarten, SV Oberzell, TSV Berg. Seine Trainerkarriere begann er beim SV Weingarten. Im Herbst 2012 übernahm Gadek dort die A-Junioren in der Bezirksstaffel und führte sie 2013 in die Verbandsstaffel Süd. Nach zwei überaus erfolgreichen Jahren, legte er ein Jahr Pause ein, um 2016 erneut die A-Junioren in der Verbandsstaffel zu betreuen – bis November 2017, als Rainer Schmid aus persönlichen Gründen bei den Aktiven das Handtuch warf.

Erstes Landesligaspiel mit Weingarten gegen Oberzell

Als Gadek den SV Weingarten übernahm, stand die Mannschaft in der Landesliga nach 14 Spieltagen mit elf Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz. An sein erstes Landesligaspiel als Trainer erinnert er sich genau. Es war ein Heimspiel gegen den SV Oberzell (Endstand: 2:2). Es war der Beginn einer Aufholjagd, mit der Weingarten den direkten Abstieg zwar abwenden konnte, aber in die Abstiegsrelegation musste. „Hätte mein Vorgänger genauso viele Punkte eingefahren wie ich in der Rückrunde, hätten wir nicht in die Relegation müssen“, sagt Gadek. Der Rest ist bekannt. Weingarten unterlag dem Bezirksligisten FC Leutkirch mit 0:2 und musste den Gang in die Bezirksliga antreten. Gadek wollte diesen „Betriebsunfall“ auswetzen und strebte die sofortige Rückkehr in die Landesliga an. „Wir waren eigentlich auch auf einem guten Weg“, sagt Gadek. Doch dann machten ihm die Vereinsverantwortlichen kurz vor Saisonende einen Strich durch die Rechnung. Weingarten gelang der Aufstieg, die Lorbeeren ernteten aber andere. „Als klar war, dass Weingarten die Meisterschaft fest im Sack hatte, gab es Ereignisse und Gespräche, die einen dubiosen Verlauf nahmen“, sagt Gadek. „Wir hatten einen breiten Kader und der bringt auch unzufriedene Spieler mit sich, die wollten nicht mehr mit mir arbeiten.“ Wie allerdings die Vereinsführung darauf reagierte, „das war einfach respektlos“, sagt Gadek, der die sofortige Zusammenarbeit mit dem SV Weingarten aufkündigte.

Nach der Enttäuschung in Weingarten brauchte Gadek erst mal Abstand, so das Vorhaben. „Für mich war klar, ich brauchte erst mal eine Pause“, sagt Gadek. „Ich bin kein Typ, der von heute auf Morgen etwas Neues anfängt.“ Bis Anfang September Thomas Wick vom SV Oberzell anrief und ihm die Nachfolge von Achim Pfuderer schmackhaft machte. Von außen betrachtet sind Pfudereres Fußstapfen groß. „Eine interessante Aufgabe, bei der ich nicht lange überlegen musste“, sagt Gadek, aber: „Bei allem Respekt vor Achim Pfuderer, aber ich möchte keine fremden Fußstapfen ausfüllen.“ Innerhalb von vier Spielen schaffte es Gadek, den SV Oberzell auf Kurs Tabellenführung zu bringen. „Hohe Laufarbeit, frühes Stören, auch mal ins Risiko gehen, die Defensive muss nach vorne, die Offensive mit nach hinten arbeiten“, lauten einige der Philosophien Gadeks: „Fehlt ein Baustein, wird’s schwierig.“ Eine Zielvorgabe von Vereinsseite gibt es übrigens nicht. „Mein persönliches Ziel ist aber, so schnell wie möglich mit dem SV Oberzell in die Landesliga aufzusteigen“, verspricht Gadek.

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