Warum Radfahren wie eine Therapie sein kann

Lesedauer: 3 Min
 Martin Volz ist Orthopäde an der Sportklinik Ravensburg.
Martin Volz ist Orthopäde an der Sportklinik Ravensburg. (Foto: Sportklinik Ravensburg)
crossmedia Volontärin

Dass Radfahren gesund ist, weiß Dr. Martin Volz, leitender Orthopäde und Mitinhaber der Sportklinik Ravensburg, nicht nur aus eigener Erfahrung. Auch vielen Patienten empfiehlt er den Sport. Mit Volontärin Linda Egger hat er über Muskelkater, Oberschwaben und seine Liebe zum Radsport gesprochen.

Herr Dr. Volz, Sie sind selbst begeisterter Radfahrer. Warum?

Es ermöglicht ein besonderes Naturerlebnis, vor allem auf den vielen Nebenstrecken unserer Region. Für mich ist das Radeln Ausgleich, um mich nach getaner Arbeit zu erholen und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem ist speziell das Rennradfahren eine ideale Kombination aus Training des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur

Was genau wird denn beim Rennradfahren besonders trainiert?

Natürlich die Beinmuskulatur, aber eben nicht nur – es werden auch Arme beziehungsweise der gesamte Oberkörper und vor allem die gesamte Rumpfmuskulatur trainiert.

Kann Rennradfahren dabei helfen, Beschwerden zu lindern?

Ja, einige – etwa das Rückenleiden. Es kann Beschwerden lindern, auch wenn es einige Trainingseinheiten dauern kann, bis der gewünschte Effekt und die damit verbundene Stabilisierung eintritt. Auch bei vielen Arten von Gelenkproblemen ist Rennradfahren ideal. Im Gegensatz zum Joggen gibt es beim Radfahren keine Stoßbelastung für die Gelenke, sondern nur harmonisch runde Bewegungen. Das wirkt sich bei Patienten mit Knie-Arthrose positiv aus, es kräftigt die Muskulatur und verbessert die Durchblutung. Man kann dadurch sogar teilweise Operationen vermeiden oder verzögern. Man könnte fast glauben, die Arthrose lässt sich quasi „rausradeln“ und bleibt auf der Straße.

Worauf sollte man achten?

Viele tendieren dazu, anfangs übermotiviert zu schnell und auf dem falschen Terrain zu fahren. Das Rad sollte perfekt eingestellt sein auf die jeweiligen Körpermaße – Sattel, Pedale und Lenker. Das sollte ein Radspezialist machen. Auch tut man sich leichter, am Anfang in einer Gruppe zu fahren.

Kann ich Muskelkater vorbeugen?

Das wichtigste dabei ist, anfangs nicht zu übertreiben und auf flachem Gelände zu beginnen. Allerdings ist der Muskelkater beim Radfahren nur selten ein Problem - und wenn doch, dann sollte man dafür sorgen, dass die Muskulatur so schnell wie möglich wieder aktiviert und durchblutet wird, sozusagen den „Schmerz einfach rausradeln“!

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen