Würdevolles Altern im Foto festgehalten

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 Wilfried Schaafhausen, Paul Nelles und Bernhard Bächle bei der Vernissage.
Wilfried Schaafhausen, Paul Nelles und Bernhard Bächle bei der Vernissage. (Foto: Ambulante Hospizgruppe)
Schwäbische Zeitung

Fotos von Bernhard Bächle sind derzeit bis ende Oktober bei der Ambulanten Hospizgruppe Ravensburg ausgestellt. Die Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen Menschen, in deren Gesichter man ihr „gelebtes Leben“ entdecken kann, wie die Hospizgruppe mitteilt.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser erste Satz in Artikel 1 des Grundgesetzes ist auch Leitgedanke für die Fotoausstellung der Ambulanten Hospizgruppe Ravensburg“, sagte Paul Nelles bei der Vernissage. Durch die Haupt- und Ehrenamtlichen der Hospizgruppe werden jährlich 80 bis 90 schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörige begleitet. In dieser besonderen Zeit des Lebens geht es immer um Respekt, Achtsamkeit, Wertschätzung, es geht um die Würde jedes Einzelnen, teilt die Hospizgruppe weiter mit. Überwiegend werden besonders ältere Menschen begleitet, zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Paul Nelles war es laut Mitteilung ein Anliegen, die Räume der Hospizgruppe mit einer besonderen Ausstellung in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen. Die Frau des Künstlers, eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin, initiierte die Ausstellung und das Thema „In Würde altern“ war gefunden. Der Künstler, Bernhard Bächle, geborgen 1958, bekam zu seinem 14. Geburtstag eine eigene Kamera geschenkt und ist seither von diesem Hobby begeistert, heißt es in der Mitteilung weiter. Er brachte sich das Fotografieren und das Entwickeln der Bilder selber bei. Seine Vorbilder waren M.C.Escher und Ansel Adams. Und die Motive? „Er hat ein besonderes Auge und sieht Dinge und Menschen sehr genau und detailreich.“ So sein Freund Wilfried Schaafhausen, der bei der Vernissage die Laudatio hielt.

„Durch die Schwarz-Weiß-Fotografie lenkt der Künstler unsere Aufmerksamkeit auf den zuvor für uns unsichtbaren Kern des Bildes. Er gibt unserer Fantasie Spielraum zu vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten“, so Schaafhausen weiter. Durch die beruflichen und privaten Reisen habe Bernhard Bächle Menschen und Motive gefunden und fotografiert, mal bewusst, mal einfach nur so im Vorbeigehen. Und so seien auch seine Bilder von alten Menschen entstanden, in deren Gesichter man ihr „gelebtes Leben“ entdecken könne. Den lesenden Rabbi in Israel, die zwei Clowns in Ravensburg, die Frau auf dem Markt in Laos oder den Herrn auf der Bank in Marokko. 24 Menschen in alltäglichen Situationen – und doch so besonders, heißt es im Pressetext abschließend.

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