VR Bank Ravensburg-Weingarten setzt auf Digitalisierung

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 Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr der VR Bank Ravensburg-Weingarten zeigten sich die Vorstände (von links) Rainer Wi
Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr der VR Bank Ravensburg-Weingarten zeigten sich die Vorstände (von links) Rainer Widemann, Jürgen Nachtnebel und Arnold Miller (Vorstandssprecher). (Foto: Claudia Casagranda)
Anton Wassermann

Trotz abflauender Konjunktur und einer weiter sinkenden Zinsspanne hat die VR Bank Ravensburg-Weingarten 2019 ihr Vorjahres- Ergebnis gehalten und sowohl im Einlagen- als auch Kreditgeschäft einen Zuwachs um insgesamt mehr als 200 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro erzielt. Das berichtete Vorstandssprecher Arnold Miller bei einem Pressegespräch am Freitag in Ravensburg.

Die größte Steigerung, nämlich um 11,5 Prozent, gab es bei den Krediten. Sowohl mittelständische Unternehmen als auch Privatkunden investieren – sei es in den weiteren betrieblichen Ausbau oder in Immobilien. „Weil es für Spareinlagen keine Zinsen gibt und auf absehbare Zeit auch nicht geben wird, fließt viel Geld in den privaten Konsum“, haben Miller sowie dessen Vorstandskollegen Rainer Widemann und Jürgen Nachtnebel beobachtet.

Auf Wertpapiere ausweichen

Sie raten den Sparern dringend, auf Wertpapiere auszuweichen: Ein Sparguthaben in Höhe von 100 000 Euro sei ohne Verzinsung in zwei Jahren nur noch 80 000 Euro wert. Selbst Anlagen, die mit sehr geringem Risiko behaftet seien, erzielten auf mittlere Sicht eine Rendite. Einer aktuellen Umfrage zufolge spiele für drei Viertel der Anleger das nachhaltige Handeln eine wichtigere Rolle als das Erzielen von kurzfristigen Gewinnen.

Nicht allein wegen der Fusion mit der Volksbank Weingarten und einem privaten Geldinstitut, das zuvor von einem amerikanischen Finanzinvestor gekauft worden war, sieht der Vorstand die VR Bank Ravensburg-Weingarten derzeit in einer grundlegenden Umbruchphase. Das bedeute aber nicht, dass man sich aus der Fläche zurückziehen wolle, auch wenn auf Dauer nicht alle Filialen erhalten bleiben.

„Digitale Transformation und der Wandel der Geschäftsmodelle wirken sich dramatisch aus.“ Vorstandssprecher Arnold Miller

So werde die Bank den Standort Baienfurt in diesem Jahr aufwendig sanieren und modernisieren, kündigte Nachtnebel an. Man stelle sich jedoch auf große Veränderungen in naher Zukunft ein. „Die digitale Transformation und der Wandel der Geschäftsmodelle wirken sich dramatisch aus“, erklärte Miller. Nicht nur die klassischen Geldgeschäfte würden von den meisten Kunden inzwischen online abgewickelt. Auch die Beratung laufe zunehmend elektronisch ab. Man habe ein dreiköpfiges Team gebildet, das den Kunden über eine Videoschaltung zur Verfügung stehe, berichtete Arnold Miller. Ungeachtet dessen gebe es in allen Geschäftsstellen ein umfassendes Beratungsangebot.

„Bisher hat dadurch keiner unserer Kunden Geld verloren.“ Arnold Miller

Sehr wachsam seien die Mitarbeiter gegenüber den Aktivitäten meist international operierender Betrügerbanden. „Bisher hat dadurch keiner unserer Kunden Geld verloren“, betonte Miller. Ein besonders dreister Betrugsversuch konnte nicht zuletzt deshalb abgewehrt werden, weil eine Bankmitarbeiterin sich hartnäckig weigerte, einen Überweisungsauftrag über fast 500 000 Euro auszuführen, bevor sie den betroffenen Firmenchef persönlich am Telefon hatte. Dessen Sekretärin habe über eine gefälschte E-Mail die Anweisung erhalten, umgehend diesen hohen Betrag auf eine ausländische Bank zu überweisen, um einen großen Auftrag nicht platzen zu lassen.

Die Genossenschaftsbanken tauschten alle Informationen über solche Betrugsfälle untereinander aus, versicherte Vorstandssprecher Miller. Außerdem verständigten sie sofort die ausländischen Banken, damit die Betrüger nicht sofort das erbeutete Geld weiter transferieren können. Sicherheitslücken sehen die Bankvorstände nicht im System des Onlinebankings: „Die Betrüger arbeiten häufig mit gefälschten Überweisungsträgern oder setzen Kunden psychisch unter Druck, damit sie Geld überweisen oder in bar übergeben. Unsere Mitarbeiter sind aber dafür sensibilisiert.“

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