Vorjahressieger holt erneut den Goscha-Marie-Cup

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Das Team „Das Provisorium“ fuhr auf dem schlammigen Parcour beim 13. Goscha Marie Mofa Cup nach zwei Stunden auf einen respektab
Das Team „Das Provisorium“ fuhr auf dem schlammigen Parcour beim 13. Goscha Marie Mofa Cup nach zwei Stunden auf einen respektablen zehnten Platz. (Foto: Fotos: Barbara Sohler)
Barbara Sohler

Zum 13. Mal sind am Samstag 43 mofaverrückte Teams beim rasanten Goscha-Marie-Mofa-Cup (GMMC) an den Start gegangen. Das Reglement sagt: Wer in zwei Stunden Rennzeit mehr Runden auf dem mittlerweile legendären Goscha-Marie-Ring, einer kurvenreichen Grasbahnstrecke, fährt, der darf am Ende den begehrten Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Das gelang in diesem Jahr bei schwierigen (weil schmierigen) Bedingungen dem Sieger von 2018: Dem Team „TSH Racer“ aus Tettnang.

Bereits beim Qualifying am späten Samstagnachmittag wird sichtbar, welche Herausforderung der GMMC in diesem Jahr für Mensch und Material bereithält: Wiesenschlamm fliegt nicht nur den Fahrern um die Ohren. Sind in den Jahren zuvor die Fahrer häufig mit einer staubtrockenen Strecke konfrontiert gewesen, so ist es heuer der weiche, matschige Dreck, der nach einem satten Regentag auf der kurvigen Strecke liegt. Und weil sich der Schlamm auch in alle Ritzen der Mofas gefressen hat, sind im Fahrerlager die Teams hektisch mit Wartungs- und Putzarbeiten beschäftigt: Die Kreidler von Daniel Decker stottert plötzlich, möglicherweise ist die Zündkerze hinüber. Ein Zelt weiter wird gleich die ganze Kette noch einmal mit einem Hochdruckreiniger durchgepustet. Jemand ruft nach einer Drahtbürste, „die Kühlritzen sind zu!“ Zwei Teams haben die Kühlung schon an den Lenker hoch gemacht.

Beim Vorarlberger „Team König“ haben die beiden Fahrer ihre ganz eigene Geheimwaffe, nämlich ihre hübschen Freundinnen Anna und Nicky. Die pulen nun mit feinen Fingern und langen Schraubenziehern den fiesen Dreck aus den Reifenprofilen.

Eingebettet in das Taldorfer Gartenfest und gewuppt von unzähligen ehrenamtlichen Helfern gehört der Goscha-Marie-Mofa-Cup in der Zwischenzeit zu einer festen Größe im süddeutschen Rennsport-Zirkus und hat sich über die vergangenen Jahre zu einem Großereignis gemausert. Die 45 Startplätze sind heiß begehrt und immer binnen Minuten vergeben. 28 Punkte umfasst das Reglement mittlerweile, es dürfen nur Mofas an den Start, Kickstartermotoren sind ebenso wenig erlaubt wie Vollcross-Umbauten. Ein zugelassener Motorradhelm ist Pflicht, Schutzkleidung wird empfohlen, unsportliche oder gar alkoholisierte Fahrer werden ausgeschlossen, heißt es da.

Als die Fahrer um kurz nach 20.30 Uhr an die Ziellinie rollen, da kann auch der nüchterne Zuschauer kaum die rot-grünen Startleuchten an der hoch über der Strecke hängenden Ampelanlage sehen, so viel Dreck haben die Teams bereits aufgewirbelt. Und als die Startfahrer schließlich mit einer resoluten Drehung des rechten Handgelenks die Mofas lospreschen lassen, da heulen die Motoren auf, die Auspuffe spucken grauen Dunst. Und es spritzen wieder Klumpen. Hart wie Hagelkörner und groß wie Enteneier. Wohl denen, die sich einen Startplatz in den ersten zwei, drei Reihen erkämpft haben, denn wer nicht vorne mitfährt, der hat auf der 800 Meter langen Strecke –gespickt mit engen Kurven- kaum eine Chance aufs Überholen.

Die etwa 3000 Zuschauer indes beobachten gespannt die Schlammwühler, waten geduldig selbst durch den Wiesendreck, wischen sich selbst verstohlen ein paar Spritzer aus dem Gesicht und feuern ihre Lieblinge lautstark an. Nach knapp zwei Stunden schlittern die Sieger aus dem letztjährigen Rennen, die Jungs vom Tettnanger Team „THS-Racer“ ganz knapp vor Team „Mazda Dämpfle“ aus Meckenbeuren durchs Ziel. Team „Power fort he Bauer“, die seit Jahren die „Best-of-all-time“-Liste anführen, werden Dritte, beim 13. Goscha Marie Mofa Cup.

Alle Rennergebnisse gibt es online unter www.motor-sports.de.

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