Vorbereitung für nächste Ausstellung im Kunstmuseum läuft auf Hochtouren

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 Museumsleiterin Ute Stuffer (links) zusammen mit der Papierrestauratorin Bettina Bünte und dem Gemälderestaurator Christoph Bu
Museumsleiterin Ute Stuffer (links) zusammen mit der Papierrestauratorin Bettina Bünte und dem Gemälderestaurator Christoph Bueble, die sich um die perfekte Präsentation der drei Meter langen Aquarelle auf Japanpapier von Martha Jungwirth kümmern. Im Hintergrund ist ein leerer Rahmen zu sehen. (Foto: Dorothee L. Schaefer)
Dorothee L. Schaefer

Für gut zwei Tage dient gerade der „Filmraum“ im Foyer des Kunstmuseums als Werkstatt mit Arbeitstischen für die kommende Ausstellung „Panta rhei“ mit Werken der österreichischen Künstlerin Martha Jungwirth. Hier erhalten sechs großformatige Aquarelle ihre extra dafür angefertigte Rahmung durch zwei Fachleute: Die Papierrestauratorin Bettina Bünte aus Stuttgart und der Gemälderestaurator Christoph Bueble aus dem Raum Stuttgart, beide Freiberufler, fanden für diese knifflige Aufgabe eine überzeugende Lösung.

Vorsichtig zieht Bünte die Lasche durch einen schmalen Schlitz im Trägerkarton; diese wird später von hinten festgeklebt. „Um das Gewicht des aquarellierten Japanpapiers auf drei Metern Länge zu halten, haben wir uns entschieden, alle fünfzig Zentimeter einen Schlitz in den Karton zu machen“, erklärt sie zur Befestigung der stark gewellten Malerei auf dem mit feinem Velinpapier bezogenen Karton. Der musste in dieser Größe – eineinhalb auf drei Meter – auch extra angefertigt werden, genauso wie die mit einer Hartfaserplatte versteiften weißen Rahmenkästen, die Ute Stuffer in Ravensburg machen ließ. „Das gehört zur Museumsaufgabe, die richtige Präsentation der Werke“, sagt die Museumsleiterin, die sich riesig darüber freut, dass Jungwirth ihr Atelier für sie öffnete und sie bisher nicht gezeigte Arbeiten auswählen ließ. Außerdem kommen Leihgaben vom Museum Liaunig in Neuhaus, Südkärnten, von der Wiener Albertina und aus Privatsammlungen.

Bei der Rahmung geht es um sechs große Blätter aus der Aquarell-Serie „Windsbraut“, entstanden in den 80er-Jahren, die ab dem 20. Oktober im zweiten Obergeschoss des Kunstmuseums zu sehen sein werden; zur Vernissage am Abend vorher wird die Künstlerin nach Ravensburg kommen. Inspiriert zu dem Titel wurde Jungwirth durch Oskar Kokoschkas gleichnamiges Gemälde von 1913. Während des Malens hatte Jungwirth das Papier mal auf dem Boden ausgebreitet, mal auch an der Wand aufgehängt. „Auf einigen sind Fußabdrücke zu sehen“, sagt der Gemälderestaurator Bueble dazu mit einem Lächeln, denn bei solchen Formaten muss man schon mit dem ganzen Körper arbeiten ...

Erfahrung, Berechnung, Courage und Erfindungsgeist sind vonnöten bei der Vorbereitung einer Ausstellung. Und nach der Planung wartet viel Handarbeit – da muss jeder Schritt passen. Denn immer verlangt ein spezielles Problem eine besondere Lösung: Hier ist es die unsichtbare und gleichzeitig solide Fixierung des Japanpapiers – dieses ist übrigens auf der Rückseite glatt und vorne rau – mit Hilfe von transparenten oder doppelseitigen Klebebändern auf dem Trägerkarton, so dass es wie davor zu schweben scheint, aber trotzdem nicht zu viel Luft dazwischen ist. Denn die könnte sich bei viel Publikumsbewegung doch nachteilig auswirken. Zwei sind schon fast fertig, die anderen vier in Vorbereitung – sie werden es also pünktlich schaffen, die zwei Fachleute, während um sie herum bereits die Ausstellungswände aufgebaut und gestrichen werden und es nach frischer Farbe riecht.

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