Viele Neuverpflichtungen, viele Verletzungen

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Zweite wichtige Stützen im Ravensburger Spiel: Adam Lapsansky (links) und Brian Roloff (rechts, hier im Zweikampf mit Crimmitsch
Zweite wichtige Stützen im Ravensburger Spiel: Adam Lapsansky (links) und Brian Roloff (rechts, hier im Zweikampf mit Crimmitschaus Benjamin Kosianski. (Foto: Thomas Heide)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Hoffnungsfroh waren die Ravensburg Towerstars mit ihrem runderneuerten Kader in die nun so jäh und enttäuschend zu Ende gegangene Saison aufgebrochen. Kaum ein Spieler kam ohne Verletzungen durch. Stephan Vogt musste sogar die komplette Spielzeit lang zusehen. Die Spieler in der Saison-Einzelkritik:

Tor:

Jonas Langmann: Weite Strecken der Saison die unumstrittene Nummer 1 im Tor, oft großer Rückhalt, viele gute Auftritte, allerdings nie ohne Shutout, dazu kamen gerade in den wichtigen Spielen ein paar Patzer – unter anderem in beiden Pre-Play-off-Spielen gegen Crimmitschau.

Jimmy Hertel: Abgesehen von ein paar Einsätzen zu Saisonbeginn saß er auf der Bank. Da er zweimal krank war, durfte ihn Thomas Vogt ersetzen und kam zu zwei Erwähnungen auf einem DEL2-Spielberichtsbogen.

Verteidiger:

Thomas Supis: Kam vor der Saison von den Krefeld Pinguins, spielte weitestgehend unauffällig und solide. Für ihn ungewöhnlich: Hin und wieder tauchte der Name Supis unter den Torschützen auf.

Ondrej Pozivil: Kam vor der Saison vom ESV Kaufbeuren, klarer Mann für die erste Reihe. Mit einer schweren Knieverletzung musste er lange aussetzen. In der heißen Phase kehrte Pozivil in gewohnter Stärke zurück.

Sören Sturm: Sein zweites Jahr für die Towerstars war ein schwieriges, obwohl er punktbester Verteidiger war. Bei den Fans keinesfalls unumstritten, quälte sich Sturm trotz Außenbandanrisses durch die letzten Spiele, obwohl zuvor sein Saisonaus verkündet worden war. Im letzten Spiel in Crimmitschau leitete er das 0:1 durch einen katastrophalen Abspielfehler ein.

Kilian Keller: Mit 20 Scorerpunkten ein wichtiger Mann für die Arbeit nach vorn aus der Defensive heraus. Erwies der Mannschaft aber durch seine dritte große Strafe in Kaufbeuren im Endspurt der Hauptrunde einen Bärendienst.

Maximilian Kolb: Als Pozivil verletzt fehlte, füllte er die Lücke in der ersten Reihe. Das machte er ordentlich, ohne zu glänzen. Blieb verletzungsfrei und war deshalb immer dabei. Das ist in dieser Saison in diesem Team absolut erwähnenswert.

Raphael Kapzan: Mit Stephan Vogt ist er dienstältester Spieler bei den Towerstars. Vor der Saison war lange nicht klar, ob er überhaupt weitermacht. Seine elfte (und vermutlich letzte) Spielzeit war eine, die er schnell abhaken wird. Denn überwiegend fehlte „Mister Zuverlässig“ verletzt. Großer Verlust.

Martin Kokes: Mitte Januar zuerst mit einem Probevertrag für zwei Wochen ausgestattet. Verrichtete seinen Dienst wie gewünscht. Deshalb durfte er bis Saisonende bleiben. In der Defensive bis zum letzten Spiel gebraucht.

Lukas Slavetinsky: Unersetzlich in der Defensive, fester Platz in der ersten Reihe, fester Platz im Powerplay- ob in Über- oder Unterzahl. Der „ewige Towerstar“ musste zum Ende der Saison kurz wegen einer Grippe aussetzen.

Stürmer:

Arturs Kruminsch: Vor der Saison von den Dresdner Eislöwen gekommen. Übernahm bald den Goldhelm für den besten Scorer. Lange sah es danach aus, dass er ihn auch nicht mehr hergeben würde. Als die Leistungen zum Ende nachließen, musste er die Auszeichnung an den nach Punkten aufschließenden Brian Roloff abgeben. Nach der Vorlage im letzten Spiel in Crimmitschau hatte Kruminsch die exponierte Position mit 49 Punkten virtuell wieder inne – was angesichts des Saisonaus relativ wertlos erscheint.

Daniel Schwamberger: Spielte die komplette Saison durch, kam auf 26 Scorepunkte - ein ordentlicher Wert. Der ganz große Antreiber war er allerdings selten, große Fehler sind ihm aber auch nicht anzulasten.

Vincenz Mayer: Kapitän, Vorbild. Ihn bremste eine Schulterverletzung für ein paar Spiele aus. Kaum verheilt, war Mayer wieder da. Als hinten die Leute ausgingen, stellte er sich in den Dienst der Mannschaft und rückte in die Defensive. Nach dem 0:4 in Kaufbeuren geigte er seiner Mannschaft in der Kabine die Meinung. Mehr als ein letztes Aufbäumen gegen Kassel kam danach aber auch nicht raus.

Brian Roloff: Feste Größe in der ersten Reihe. Er brauchte ungewohnt lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Schnellster und wendigster Towerstar auf den Schlittschuhen. An seine Glanzzeit, als er drittbester Scorer der Liga war, kam er aber nicht heran. Beim letzten Spiel in Crimmitschau trug er immerhin wieder den Goldhelm.

Carter Proft: Im Dezember geholt, als die Personalnot riesig war. Mit deutschem Pass ausgestattet. Brauchte eine Anlaufzeit, dann traf er regelmäßig, auch in wichtigen Spielen.

Robin Just: Kam vor der Saison von Vizemeister Bietigheim, mit 19 Toren einer der besten Ravensburger Torschützen. Brach sich die Hand, als er einen Schuss blockte. Im letzten Spiel in Crimmitschau wieder dabei, aber natürlich noch längst nicht voll im Saft.

Mathieu Pompei: Aus Kanada vor der Saison nach Oberschwaben gelockt. Führte sich mit guten Leistungen wie erwartet ein. Ein Pucktreffer zwischen die Beine setzte ihn für ein paar Spiele außer Gefecht, dann kam es noch schlimmer: Als er Mitte Januar einen Schuss mit dem Fuß blockte, brach das Sprunggelenk. Kam erst in der Spätphase der Saison zurück.

Marc Schmidpeter: Vor der Saison vom ESV Kaufbeuren gekommen. Konnte sich nicht in den ersten Reihen festspielen, war immerhin weite Teile der Saison verfügbar. Im Abschluss aber nur selten erfolgreich.

Justin Buzzeo: Wurde im Januar aus Graz geholt, als es auf dem Eis bei den Towerstars im Training immer leerer wurde. Führte sich mit einem Dreierpack im ersten Spiel glänzend ein. Traf danach weiterhin regelmäßig. Als die vier etatmäßigen Kontingentspieler wieder da waren, musste er auf die Tribüne weichen.

Stephan Vogt: Machte wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs, den er sich in der Vorbereitung zuzog, in seiner 13. Towerstars-Saison kein Pflichtspiel. Ein mögliches Comeback verhinderte eine erneute Operation im Februar, weil ein Knochen nicht richtig zusammengewachsen war.

Daniel Pfaffengut: In seiner zweiten Saison in Ravensburg deutlich treffsicherer als in der ersten. Zu den elf Toren kamen 16 Vorlagen - eine gute Bilanz.

Adam Lapsansky: Kraftpaket, Antreiber. Ihn verdammte eine komplizierte Muskelverletzung zur Pause. Ein umjubeltes Comeback büßte er mit einer neuerlichen Pause. Im Endspurt der Saison aber wieder da, es reichte immerhin zu 37 Scorerpunkten.

Jakub Svoboda: Kam vor der Saison aus Weißwasser, sofort klarer Mann für die erste Reihe. Ihn erwischte es kurz vor Weihnachten im Spiel beim SC Riessersee schlimm. Nach einem harten Check war er kurz bewusstlos. Es dauerte zwei Monate, bis er endgültig wieder da war. Zwischenzeitlich musste er erste Eisversuche abbrechen, nach seinem Comeback noch einmal pausieren. In den letzten Spielen wieder voll da, erzielte immens wichtige Tore.

David Zucker: Vor der Saison aus Bremerhaven gekommen. In guten Phasen spielte er alle schwindelig, traf unwiderstehlich, feierte ausgiebig. Aber: Wenn es auf dem Eis richtig zur Sache zu ging, war Zucker gerne dabei. Wusste so stets, wo genau in der Halle die Strafbank ist. Handelte sich auch mal eine Matchstrafe ein und musste zähneknirschend zusehen. Unterm Strich stehen: 22 Tore und 19 Vorlagen.

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