Viel Interesse und große Begeisterung für die Ausstellung „Mondjäger“

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 Glücklich über die gelungene Ausstellung: (von links) Direktorin Ute Stuffer mit dem sympathischen schwedischen Künstlerduo Nat
Glücklich über die gelungene Ausstellung: (von links) Direktorin Ute Stuffer mit dem sympathischen schwedischen Künstlerduo Nathalie Djurberg und Hans Berg im Foyer des Kunstmuseums. (Foto: Dorothee L. Schaefer)
Dorothee L. Schaefer

Rundum gelungen war die Vernissage zur Ausstellung „Mondjäger“ im Ravensburger Kunstmuseum. Und obwohl viele Gäste stehen mussten und die Luft knapp wurde, blieben sie konzentriert bei der Sache, zumal sie viel zu sehen bekamen. Denn die Ausstellung wirkt mit ihrer großen Asger- Jorn-Schau, drei Riesenleinwänden und mehreren kleineren Bildschirmen faszinierend visuell auf die Besucher. Und die können sich oft gar nicht leicht von den „Stop-Motion-Animations“ des schwedischen Künstlerduos Nathalie Djurberg und Hans Berg lösen.

Der auch für Kultur zuständige Erste Bürgermeister Simon Blümcke begrüßte auf launig humorvolle Art die politische Prominenz, darunter den Ulmer SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir, Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) und den Ravensburger CDU-Landgtagsabgeordneten August Schuler und dankte der Stifterin Gudrun Selinka und den Freunden des Kunstmuseums Ravensburg sowie den zwölf Sponsoren. Direktorin Ute Stuffer erhielt großes Lob für ihren „Mut zur Idee“ für diese Ausstellung. Ein eindrucksvolles Zitat von Asger Jorn, der in seinem Leben alle Preise, die man ihn antrug, mit einer trotzigen Schmähung des Kunstmarktes abgelehnt hatte, verband Blümcke mit dem Dank an die Kulturstiftung des Bundes und die Baden-Württemberg- Stiftung, die den Druck eines aufwendigen Katalogs ermöglicht haben. MdL Martin Rivoir zeigte sich in seinem Grußwort begeistert und erinnerte in Bezug auf das Thema der Ausstellung an den 40000 Jahre alten „Löwenmenschen“, der ebenfalls wie die Geschöpfe des Künstlerduos ein „Mischwesen“ sei.

Ute Stuffer bedankte sich vor ihrer Einführung vor allem bei Gudrun Selinka, die fünf große Hauptwerke und eine Reihe Graphiken von Asger Jorn aus ihrer Sammlung beisteuerte und bei den zahlreichen Leihgebern, allen voran Marie-José van de Loo, Galeristin in München sowie bei den als Leihgeber beteiligten Museen und mehreren Privatsammlern. Die Ausstellung sei in vielerlei Hinsicht durch die drei Ebenen Malerei, Animation und Sound eine sehr spannende und neue Aufgabe für das Museum gewesen. Stuffer, alleinige Kuratorin der Ausstellung, sah deutliche Parallelen und Fragestellungen im Werk Asger Jorns zu den „nicht formvollendeten, zwischen permanentem Aufbau und Zerstörung des Figürlichen“ sich bewegenden Arbeiten von Nathalie Djurberg und ihrer ständigen „Metamorphose“. Das international bekannte Künstlerduo habe sich auf einen spannenden Dialog mit den Werken Asger Jorns, der in der „Freiheit, Wildheit und Brutalität“ keine Gegensatzpaare zwischen Mensch und Tier sehe, eingelassen. Außerdem wirkten die „farbmächtigen Filme“ wie eine Erweiterung einer „unaufhörlichen Bewegung“ der geistigen Basis von Jorns Denken. Etwas in den Hintergrund traten naturgemäß beim Stimmengewirr der Vernissage die Kompositionen von Hans Berg, auf ihre Qualität als atmosphärische Untermalung und Beschreibung der Filme sollte man bei einem eigenen Besuch achten; das Rahmenprogramm bietet zudem jeden Monat eine besondere Führung.

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