Verkleinerter Blutritt und Festgottesdienst

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Schwäbische Zeitung

Eine Delegation der Weißenauer Blutreitergruppe begleitet am Sonntag, 21. Juni, die Kutsche mit dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst. Dieser segnet während der Prozession mit der Heilig-Blut-Reliquie die Menschen und die Fluren des Ortes im Ravensburger Süden. Nach einer Andacht auf dem Vorplatz feiert der Bischof um 10 Uhr in der Klosterkirche mit Ortspfarrer Gunnar Sohl, Dekan Ekkehard Schmid und den Gläubigen die Eucharistie. Der Link zur Live-Übertragung des Gottesdienstes – mitgestaltet von einem Instrumentenquartett, einer Vorsängergruppe und der Orgel – ist dann im Internet unter www.875-jahre-kloster-weissenau.de zu finden.

Die Ministranten und die Reiter mit der Kutsche des Bischofs ziehen nach der Übergabe der Reliquie um 8 Uhr von der Abteistraße über die Weingartshofer Straße und die „Rundelkreuzung“ in die Tettnanger Straße bis Torkenweiler, dann über Weiherstobel und Mariatal durch die Allee zurück zur Kirche. Sie freuen sich über geschmückte Häuser und Menschen im Abstand von mindestens 1,5 Meter am Straßenrand.

Etwa 70 Personen können unter der Einhaltung der Hygienevorschriften neben den Akteuren in der barocken Kirche dabei sein. Dazu ist eine Anmeldung im Pfarrbüro zu den üblichen Öffnungszeiten bis Freitag, 19. Juni, um 11 Uhr unter der Telefonnummer 0751/61590 notwendig. Das Ende der Prozession, die Andacht und die Eucharistiefeier mit der Predigt des Bischofs sind ab etwa 9.30 Uhr im Livestream zu sehen.

Im Jahr 1145 gründete Gebizo von Ravensburg das Chorherrenstift der Prämonstratenser, die die Aue bebauten und ihr mit ihren weißen Gewändern den Namen gaben. 1283 erhielt das Kloster eine Reliquie aus Straßburg von König Rudolf von Habsburg mit dem Blut Jesu Christi. Der Überlieferung nach hatte es Maria Magdalena unter dem Kreuz aufgefangen.

In den vergangenen Jahrzehnten ließ die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul die früher übliche Tradition des Blutritts in besonderen Jubliläumsjahren wieder aufleben – zuletzt 2008.

Coronabedingt können die 22 Reitergruppen aus der Umgebung, die neben acht Musikkapellen dieses Jahr ihre Teilnahme zugesagt hatten, nur einen oder zwei Vertreter schicken. Diese tragen beim Festgottesdienst, der bei jedem Wetter stattfindet, Standarten mit ihren Ortsnamen zum Altar. Sollte der Blutritt wegen der Vorhersage von starkem Regen oder Sturm ausfallen müssen, teilt es die Kirchengemeinde am Vortag ab 13 Uhr auf ihrer Internetseite mit.

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