Unter Denkmalschutz ist die Schule quicklebendig

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Die Rektoren von Grund- und Werkrealschule, Christina Herzer und Pasqualino Mauta, freuen sich über das lebhafte Treiben auf dem (Foto: Derek Schuh)
Sibylle Emmrich

Vor 60 Jahren, nachdem Krieg und Faschismus überwunden waren, haben die Architekten Maria und Hans Riempp mit der Architektur der Neuwiesenschule für eine freiere Pädagogik die passenden Räume geschaffen. 1992 wurde die im November 1952 eingeweihte Pavillonschule unter Denkmalschutz gestellt. Und so ist noch heute, 60 Jahre nach dem Bezug der Pavillonschule, die moderne Architektur der Nachkriegszeit in all ihren liebevollen Details erhalten. Beim Schulfest am Samstag herrschte in allen Räumen, auch dem vor wenigen Jahren hinzu gekommenen, architektonisch passenden Mehrzweckgebäude, buntes Treiben.

Ein Ort des lebendigen Lernens will die Neuwiesenschule sein. Das unterstrichen die neue Rektorin der Grundschule, Christina Herzer, und Pasqualino Mauta, Rektor der Werkrealschule, in ihren Begrüßungsworten. Die Schulpolitik, die auch für Neuwiesen eine Gemeinschaftsschule von Klasse 5 bis 10 vorsieht, blieb an diesem Festtag außen vor. Doch sah man auch Monika Glosser, die Rektorin der Stefan-Rahl-Schul, unter den vielen Festgästen. Sie wird mit der Gemeinschaftsschule für den Ravensburger Süden im nächsten Schuljahr von Obereschach in die Neuwiesenschule umsiedeln.

An zwei Projekttagen haben sich alle Klasse intensiv mit dem Thema „Schule“ auseinander gesetzt. Und das Ergebnis konnte sich in all seiner kunterbunten Vielfalt wirklich sehen lassen. Haben die Erstklässler mit ihrer Lehrerin Marion Reck, inspiriert vom Künstler James Rizzi, fantasievolle Häuser gebastelt, so luden andere Klassen zur Geisterbahn ein oder präsentierten die Aussagen von Zeitzeugen der Schulgeschichte oder alte Schulsachen.

Grundschulleiterin Herzer stellte moderne Lernformen der Grundschule vor: individuell ausgerichtetes Lernen in den jahrgangsübergreifenden Integrationsklassen, gemeinsam mit dem Sprachheilzentrum und viele außerschulische Angebote. Dass Neuwiesen eine „bewegte Schule“ ist, das ist im Schulgelände mit der vor einigen Jahren angelegten Abenteuergelände und Ballspielplatz deutlich zu erleben. Auch die Eltern und der Förderverein haben sich fürs Schulfest einspannen lassen und übernahmen beispielsweise die Bewirtung.

Und gleich zum Auftakt am Vormittag gab es eine Filmpremiere. Wolfram Frommlet und Kameramann Paul Grom haben in der Reihe „Zeitzeugen“ Maria und Hans Riempp ein wunderbar einfühlsames Denkmal gesetzt. Die erst vor kurzem im hohen Alter verstorbenen Architekten kommen hier in erstaunlich geistiger Frische zu Wort. Und Zeitzeugen, wie Helge Wassung, Paul Schürnbrand und Gunter Stotz, lassen die Zeit, als die Neuwiesenschule gebaut wurde, wieder lebendig werden. Nicht zuletzt mit ihrem beschwingten Jazz der „Old Town Dixie Promenaders“.

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