Unfälle und Sperrungen: Der Winter hat die Region im Griff

Lesedauer: 6 Min
Ein Fahrzeug der Deutschen Post liegt neben der Bundesstraße 312 im Schnee neben der Fahrbahn. Die Fahrerin ist bei Riedlingen-Zwiefaltendorf in Folge von Schneeglätte von der Fahrbahn abgekommen. (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung

In den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis hat der Winter mit Wucht Einzug gehalten. Lastwagen standen quer, Bäume drohen abzubrechen. Am Sonntag ist die B31 bei Kressbronn gesperrt. Im Westallgäu ist der Busverkehr eingestellt, verschiedene Bahnstrecken sind ebenfalls außer Betrieb. 

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz wurden der Einsatzzentrale in der Zeit von Samstagmorgen bis Sonntagnacht insgesamt 47 Verkehrsunfälle aufgrund des Winterwetters gemeldet - allerdings blieb es meistens bei Blechschäden.

Außerdem gab es mehrere Mitteilungen über Verkehrsbehinderungen, da Bäume aufgrund der Schneelast umgefallen waren und Straßen blockierten. Betroffen davon waren nach Angaben der Polizei in Konstanz vor allem die Landkreise Ravensburg, Sigmaringen und der Bodenseekreis.

So stellte sich die Situation im Kreis Ravensburg dar:

Auf der B313 in Gammertingen-Bronnen geriet am Samstag gegen 8:45 Uhr ein 29-jähriger Mann aufgrund der Straßenverhältnisse mit seinem BMW in einer scharfen Rechtskurve in den Gegenverkehr und stieß dort frontal mit einem entgegenkommenden Mitsubishi zusammen. Die 56-jährige Lenkerin des Mitsubishi wurde bei dem Unfall leicht verletzt und musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Es entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt etwa 13.000 Euro.

Auf der K8258 von Ertingen in Richtung Marbach kam es am Samstag gegen 9:35 Uhr ebenfalls zu einem Unfall. Ein 31-jähriger Mann kam in einer lang gezogenen Linkskurve aufgrund der glatten Fahrbahn und nicht angepasster Geschwindigkeit mit seinem Auto von der Fahrbahn ab und überschlug sich in der angrenzenden Wiese. Der Fahrer blieb unverletzt. Am Auto entstand ein Schaden in Höhe von etwa 4000 Euro.

Gegen 12 Uhr geriet ein 63-jähriger Mann mit seinem Wagen auf der L201 zwischen Echbeck und Denkingen aufgrund Schneeglätte von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer sowie seine Frau und zwei Enkelkinder blieben unverletzt und konnten sich aus eigener Kraft aus dem Auto befreien. Es entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 1000 Euro.

Auf der L205 zwischen Owingen und Ernatsreute kam am Samstag gegen 14:20 Uhr eine 19-jährige Frau mit ihrem Nissan aufgrund Glätte von der Fahrbahn ab und überfuhr einen Leitpfosten. Am angrenzenden Hang kippte das Auto auf die Fahrerseite und blieb dann auf der Fahrbahn liegen. Die Fahrzeuglenkerin wurde bei dem Unfall leicht verletzt. An ihrem Wagen entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 5000 Euro.

Auch in Riedlingen-Zwiefaltendorf kam es zu einem Unfall wegen Schneeglätte: Dort war eine Fahrerin der Post mit dem Dienstfahrzeug von der Straße abgekommen, das Auto kippte auf die Seite.

Auch in Ulm meldete die Polizei mehrere Unfälle wegen Glätte:

Am Samstag in der Zeit von 14:00 bis 19:00 Uhr kam es auf der B31 auf Höhe Kressbronn witterungsbedingt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. An einem Anstieg in Fahrtrichtung Lindau kamen mehrere Lastwagen aufgrund schneeglatter Fahrbahn zum Liegen und blockierten die Fahrbahn. Zum gezielten Einsatz des Winterdienstes musste die B31 zeitweise gesperrt werden. Gegen 19 Uhr rollte der Verkehr dann wieder.

Am Sonntag ab 03:30 Uhr musste die B31 zwischen Kressbronn und Sigmarszell komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Grund hierfür waren mehrere Bäume die aufgrund der Schneelast umgefallen sind bzw. umzufallen drohten. Mit einer zeitnahen Aufhebung der Sperrung ist aktuell nicht zu rechnen.

Der Stadtbusverkehr in Lindau ist für den Sonntag bis auf Weiteres eingestellt, teilt Thomas Gläßer von den Stadtwerken mit. "Weder kommen unsere Fahrzeuge auch nur im Ansatz über die Lindauer Straßen, noch können wir es riskieren, Leib und Leben unserer Fahrgäste und der Mitarbeiter zu gefährden." 

Auch die Regio-Busse fahren nicht, wie der Stv. Betriebsleiter der RBA Lindau mitteilt: „Wir stellen zur Sicherheit von Personal und Fahrgästen den Busbetrieb im Westallgäu aufgrund der Witterungsverhältnisse ein. Wie die Situation morgen früh sein wird, lässt noch nicht abschätzen.“

In Neukirch ist angesichts der Schneemassen „Land unter“ gewesen. Wie Joachim Schmid, stellvertretender Kommandant der Neukircher Wehr, berichtet, waren die ehrenamtlichen Helfer stundenlang im Einsatz. Zahlreiche Bäume waren umgestürzt. Die Feuerwehr musste ganze Waldabschnitte sperren. Gegen Abend waren laut Schmid die Hauptstraßen wieder frei und die Landstraßen wieder befahrbar. Er bittet die Bevölkerung darum, wenn möglich, im Haus zu bleiben, da derzeit Ausnahmezustand herrsche.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen