Unfälle durch Sturm und Schnee: Schulbus stürzt nach Böe auf die Seite

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Gleich zwei Wetterbesonderheiten haben am Wochenende und am Montag Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in der Region auf Trab gehalten: das Sturmtief Eberhard am Wochenende und kurzzeitiger, extremer Schneefall verbunden mit stürmischem Wetter am Montagmorgen. 

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz - also im Bodenseekreis und den Kreisen Sigmaringen und Ravensburg - hat es in der Nacht zwar 34 Einsätze gegeben, die mit dem Sturm in Verbindung standen, Menschen sind dabei aber nicht zu Schaden gekommen. Meist waren es umgestürzte Bäume, Zäune oder Werbebanner, weswegen die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei unterwegs waren, sagte ein Sprecher.

Einsatzzahlen gehen nach oben

Der Schneefall am Montagmorgen hat dann beim Polizeipräsidium Konstanz nochmals für viele Einsätze gesorgt. Um 8.30 Uhr waren es bereits 50 Alarmierungen, die meisten davon Verkehrsunfälle mit Blechschäden. „Da gingen kurzzeitig die Einsatzzahlen nach oben“, sagte Markus Sauter vom Polizeipräsidium Konstanz. Auf der B32 zwischen Ravensburg und Wangen hat es rund 18 Einsätze gegeben, weswegen es auch zu Stau und stockendem Verkehr gekommen ist - und auch sonst war es im Ravensburger Umland alles andere als ruhig.

Auch rund um Tuttlingen hat es am Morgen massive Beeinträchtigungen gegeben. Die Polizei wurde zu insgesamt 129 Unfällen gerufen, meist mit Blechschäden. Bei fünf Unfällen wurden Menschen verletzt. Mehr als 67 Notrufe zu verschiedenen wetterbedingten Behinderungen verzeichnete das Lagezentrum der Polizei. 

In Finningen im Kreis Neu-Ulm ist es bereits am Samstag zu einem sturmbedingten Unfall gekommen. Hinter einem kleineren Waldstück wurde das Auto einer 18-Jährigen nach Polizeiangaben auf der Breitenhofstraße von einer Windböe erfasst. Die Fahrerin verlor die Kontrolle, kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich mindestens einmal. Sie wurde schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt.

Im Zuständigkeitsbereich der Ulmer Polizei hat es ebenfalls sturm- und schneebedingte Einsätze gegeben. Die Kreisstraße K7313 zwischen Amstetten und Schalkstetten (nördlicher Alb-Donau-Kreis) musste von Sonntagabend bis Montagmorgen gesperrt werden. Der Grund waren eingestürzte Bäume und ein Unfall ohne Verletzte gegen 18.30 Uhr. Weil eine Durchfahrt auf der Straße zu gefährlich war, wurde die Straße gesperrt. Seit Montagmittag ist sie wieder frei.

Die Deutsche Bahn berichtet auf Nachfrage von einem Bauzaun, der im Bahnhof Munderkingen auf die Gleise geweht wurde und dadurch Verspätungen verursacht hat. 

Am Morgen sorgte der plötzliche Wetterumschwung für Behinderungen auf manchen Straßen im Zuständigkeitsbereich der Ulmer Polizei. Gleich mehrere Busse hatten mit den widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen. 

Kinder klettern aus Busfenster ins Freie

Gegen 7.30 Uhr rutschte nach Polizeiangaben zwischen Öpfingen und Ehingen (Donau) ein Bus in den Graben. Das Vorderrad sank ein und der Bus blieb stecken. Etwa 90 Fahrgäste waren in dem Bus, darunter auch Schüler. Ein Ersatzbus brachte die Fahrgäste weiter. Zur Bergung des Busses lief der Verkehr nur einspurig, was zu einer größeren Verkehrsbeeinträchtigung geführt hat. Etwa nach zwei Stunden war die Bundesstraße wieder frei.

Ein weiterer Bus war von Achstetten (Landkreis Biberach) in Richtung Stetten unterwegs. Nach ersten Erkenntnissen erfasste den Bus vor der Ortseinfahrt eine Böe, der deshalb in den Graben rutschte. Weil er in der Böschung lag, war auch das Öffnen der Tür nicht mehr möglich. Rund zehn Kinder und der Busfahrer mussten den Bus deshalb durch ein Fenster verlassen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde "nur ein Leitpfosten beschädigt".

In der Wangener Innenstadt ist es bislang ruhig.
In der Wangener Innenstadt ist es bislang ruhig. (Foto: Marlene Gempp)

Außerdem kam es zu Unfällen in Dächingen (Alb-Donau-Kreis), wo ein 30-Jähriger nach Polizeiangaben zu schnell unterwegs war. Er schleuderte mit seinem Auto in den Gegenverkehr, es gab Verletzte. Der Schaden beträgt rund 15.000 Euro. Zahlreiche weitere Unfälle ereigneten sich in der Region. Die Polizei Ulm rät bei solchen Situationen zu angepasster Geschwindigkeit. "Nur wer langsam fährt, kann noch rechtzeitig reagieren", so die Polizei. 

Zunächst schien es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen ruhig zu sein, doch später meldete die Polizei auch hier einige Glätte-Unfälle mit Schadenshöhen bis 5000 Euro. In Oberkochen kam zum Beispiel eine Autofahrerin von der Straße ab und prallte gegen die Leitplanke. In Unterschneidheim-Zöbingen war ein 24-Jähriger außerdem zu schnell unterwegs und kam bei starkem Wind und Schneeregen nach links von der Fahrbahn ab. Er musste in ein Krankenhaus gebracht werden. In Aalen kam außerdem ein Linienbus beim Aalener Ortsteil Himmlingen ins Rutschen und prallte gegen ein Auto. 

 Auch nach dem Schneesturm staute sich der Verkehr am Montagmorgen vor dem Ortseingang Trossingen aus Aldingen kommend. An der S
Auch nach dem Schneesturm staute sich der Verkehr am Montagmorgen vor dem Ortseingang Trossingen aus Aldingen kommend. An der Steigung Im Tal waren gleich mehrere Laster hängen geblieben. Selbst mit Ketten schafften sie den Anstieg erst, als ein Schneepflug die Gegenfahrbahn geräumt hatte und sie auf diese ausweichen konnten. Einige Autofahrer hatten ihre Autos in Nebenstraßen geparkt und waren zu Fuß in die Stadt unterwegs. (Foto: Sabine Felker)
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