Umzug der Musikschule in die Bauhütte nimmt weitere Hürde

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Vor 2020 wird mit dem Umbau der Bauhütte für die Musikschule nicht begonnen.
Vor 2020 wird mit dem Umbau der Bauhütte für die Musikschule nicht begonnen. (Foto: Annette Vincenz)

Diese Entscheidung könnte vieles ins Rollen bringen: Der Gemeinderat billigte am Montagabend grundsätzlich den Plan, die Musikschule in der leer werdenden Bauhütte am nördlichen Marienplatz unterzubringen und die frühkindliche Musikerziehung im Vogthaus an der Charlottenstraße. Die Stadtkämmerei zieht bekanntlich in diesem Jahr von der Bauhütte ins alte Notariat an der Rudolfstraße.

An der Entscheidung hängen noch weitere Meilensteine der Stadtentwicklung: Das Bürgerliche Brauhaus plant, den jetzigen „Storchen“ zu einem Kongresshotel mit 120 Zimmern umzubauen und braucht dafür das jetzige Musikschulgelände. Die Villa Sterkel soll dafür abgerissen werden. Zudem sind eine Tiefgarage und eine Aufwertung des Areals um das Konzerthaus herum im Gespräch. Im Gegenzug gibt das Bürgerliche Brauhaus die früheren Pläne auf, die Räuberhöhle zum Hotel umzumodeln, und saniert die Kultkneipe nur sanft. Oberbürgermeister Daniel Rapp betonte in der Sitzung: „Die Räuberhöhle ist sicher.“

Im Gemeinderat ging es am Montagabend wie schon zuvor im Bildungs- und Kulturausschuss sowie im Ausschuss für Umwelt und Technik jedoch nur um die Entscheidung über die Bauhütte: In ihr soll neben der Musikschule auch ein öffentliches WC unterkommen. Der Blumenladen darf aller Wahrscheinlichkeit nach bleiben. Außerdem wird angedacht, dort auch ein Café mit Außenbewirtschaftung zuzulassen, um den Holzmarkt zu beleben.

Sollte sich bei den weiteren Prüfungen und der Aufstellung des Raumprogramms ergeben, dass die Bauhütte tatsächlich für die Musikschule geeignet ist, sucht die Stadt geeignete Architekten- und Ingenieurbüros für die Planung. Bis die Musikschule dann tatsächlich einziehen kann, wird es noch einige Jahre dauern. Mit einem Umbaubeginn wird nicht vor 2020 gerechnet. Falls sich das Baudenkmal doch nicht für die Belange der Musikschule eignet oder die Kosten von 5,5 Millionen Euro dramatisch überschritten werden, wird aber auch nach Alternativstandorten gesucht.

Im Gemeinderat fand der Plan großen Anklang, der Beschluss fiel einstimmig. „Es gibt keine Ideallösungen auf die Schnelle“, meinte CDU-Stadtrat Rudi Hämmerle im Hinblick auf das Argument, dass die Bauhütte mit dem Auto nicht leicht zu erreichen ist – für Eltern, die ihre Kinder bis vor die Tür fahren möchten. Auch Jürgen Bretzinger (Grüne) sagte: „Der Standort ist vielleicht nicht ideal, aber optimal.“ In den 1970er-Jahren sei dort schon die Stadtbücherei untergebracht gewesen – „ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche“.

Ein Jahr Zeit gewonnen

„Bei aller Euphorie für das Projekt“ fand Wolfgang Metzger (Freie Wähler) es gut, dass die Stadtverwaltung zunächst ein Raumprogramm aufstellen und die Kosten ermitteln will, bevor der Gemeinderat im Juni eine endgültige Entscheidung trifft. Auch Rainer Frank (Unabhängige Liste) warb dafür, nach einem „Plan B“ zu suchen. OB Rapp meinte, durch die gründliche Vorplanung habe die Stadt auch noch mal ein Jahr Zeit gewonnen. Denn wenn die Kämmerei demnächst ins Notariat umzieht, werden die Räume als Zwischenlösung gebraucht, um dort Mitarbeiter aus dem Rathaus unterzubringen, wenn dieses brandschutztechnisch aufgerüstet wird.

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