Umweltthemen beschäftigen die Ravensburger Schüler

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 Das Interesse an der Podiumsdiskussion im Schwörsaal war groß.
Das Interesse an der Podiumsdiskussion im Schwörsaal war groß. (Foto: Hannah Bucher)
Hannah Bucher

Rund 300 Schüler haben am Freitag eine Infoveranstaltung zu den Kommunalwahlen im Ravensburger Schwörsaal besucht. Zusammen mit dem Schülerrat hatte das Amt für Schule, Jugend und Sport die Podiumsdiskussion organisiert. Eingeladen waren Erstwähler der zehnten und elften Klassen und je ein Vertreter der zur Wahl stehenden Parteien. Im Mittelpunkt standen Umweltthemen, aber auch die Sicherheit in der Stadt.

Zwar sei es eine Pflichtveranstaltung, berichten Schülerinnen des Bildungszentrums St. Konrad, dennoch sind sie interessiert am Programm der Bewerber: Man sollte sich informieren, bevor man wählt, sagen sie.

Einigkeit beim Ravensburger Nachtbus

Während der Veranstaltung zeigt sich schnell, dass das junge Publikum besonders an Umwelt- und Klimathemen interessiert ist. Vor allem der öffentliche Nahverkehr und der Fahrradverkehr dominieren die Diskussion. Die Kandidaten sind sich zum Thema Nachtbus in Ravensburg, der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie dem notwendigen Ausbau des Fahrradnetzes einig. Auseinander gehen die Meinung jedoch bei der Frage nach der Umsetzung. So fordert Ersel Kaya von Phönix Veritas kostenloses Busfahren für Senioren, Schüler und Sozialleistungsempfänger. Markus Waidmann von der FDP kann sich wiederum den Bau einer Seilbahn von der Holbeinstraße über St. Christina in die Altstadt vorstellen.

Dass Fahrradfahren in Ravensburg attraktiver werden muss, darüber herrscht bei den Bewerbern Einigkeit. Deshalb fordert Maximilian Kremer, SPD, eine Parallelstraße zur Gartenstraße. Patrick Pfau schlägt hingegen eine Fahrradampel an der Kreuzung Gartenstraße/Schussenstraße vor.

Mehr Sicherheit am Bahnhof

Auch die Sicherheit am Ravensburger Bahnhof ist für das junge Publikum ein wichtiges Thema. Während die meisten Kandidaten vor allem auf die Arbeit von Streetworkern setzen, sorgt der Vorschlag von CDU-Kandidatin Antje Rommelpacher, klassische Musik in der Bahnhofsunterführung zu spielen, bei den Zuhören für Belustigung. Doch Patrick Pfau von den Freien Wählern stimmt ihr zu. Er ist der Meinung, dass gerade die jungen Leute für neue Ansätze offen sein sollten.

Während der Veranstaltung wird deutlich, dass viele Parteien bewusst auf ihre jungen Mitglieder gesetzt haben. Diese sind teilweise selbst noch Schüler, so wie BfR-Kandidat Julian Reichwein. „Der Gemeiderat ist überaltert“, sagt Maximilian Kremer, 19 Jahre, von der SPD. Patrick Pfau, 23 Jahre, sieht das gleiche Problem: „Das aktuelle Durchschnittsalter des Gemeiderats ist 60 Jahre. Das geht so nicht.“

Moderator Antonio Hertlein ist mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden, wie er nachher berichtet, das Angebot , sich zu informieren, sei angenommen worden. Auch die Schüler konnten etwas mitnehmen. „Es war interessant, die verschiedenen Positionen der Kandidaten zu sehen“, sagt ein Zehntklässler des Welfengymnasiums.

Die SPD wurde von Maxilian Kremer repräsentiert. Das Bündnis 90/Die Grünen schickte Arzu Eser ins Rennen. Für die CDU war Antje Rommelspacher dabei. Patrick Pfau vertrat die Freien Wähler, während Julian Reichwein für die Fraktion Bürger für Ravensburg sprach. Als Mitglied von Phönix Veritas trat Ersel Kaya vor das Publikum. Für die FDP sprach Markus Waidmann, für die Partei Menschliche Welt Sabina Kramp.

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