Überraschender Abschied: Peter Russell verlässt die Towerstars Richtung DEL

Enttäuschung nach dem letzten Saisonspiel: Trainer Peter Russell verlässt die Ravensburg Towerstars aber als stolzer Vizemeister
Enttäuschung nach dem letzten Saisonspiel: Trainer Peter Russell verlässt die Ravensburg Towerstars aber als stolzer Vizemeister. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur
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Die Ravensburg Towerstars brauchen schon wieder einen neuen Cheftrainer. Bereits nach einer DEL2-Saison verlässt Peter Russell den Vizemeister, um beim DEL-Club Augsburger Panther eine Etage höher zu arbeiten. Das bestätigte Towerstars-Geschäftsführer Daniel Heinrizi der „Schwäbischen Zeitung“.

„Die Chance, in der DEL arbeiten zu können, war mein langfristiges Ziel“, sagt Russell zu seinem nun nahenden, ganz persönlichen Aufstieg: „Jetzt hat sich die Gelegenheit früher als erwartet ergeben und ich möchte sie gerne ergreifen. Für mich ist das eine fantastische Chance und ich danke den Ravensburg Towerstars, dass sie dieser nicht im Weg stehen.“ Den Kommentar zum Abgang lesen Sie HIER

Angebote gab es auch von anderen DEL-Clubs und aus dem Ausland

Nach unruhigen Jahren wollten die Towerstars auf der Trainerposition mal wieder so etwas wie Konstanz einkehren lassen. Dazu holte der neue Geschäftsführer Sport Daniel Heinrizi den von ihm aus gemeinsamen Freiburger Tagen sehr geschätzten Schotten Russell nach Oberschwaben, um gemeinsam eine neue Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Dieses Vorhaben hielt zwar eine ganze Saison lang – das ist in Ravensburg mit Blick auf die zurückliegenden Jahre schon außergewöhnlich –, aber halt auch nicht länger. Russell erlag den Verlockungen des Aufstiegs in die DEL, auf den er mit den Towerstars sicher noch ein paar Jahre hätte warten müssen, und wechselt nach Augsburg.

Angebote hatte er nach SZ-Informationen auch von anderen DEL-Clubs und aus dem Ausland. In Ravensburg besaß der 47-Jährige eigentlich noch einen Vertrag für die kommende Saison, allerdings auch eine Ausstiegsklausel fürs deutsche Eishockey-Oberhaus.

„Ich habe ihn vor drei Jahren nach Deutschland geholt, weil ich überzeugt war, dass er ein toller Trainer ist“, sagt Heinrizi. „Es ist nicht einfach, in die DEL zu kommen, es freut mich sehr für ihn.“

Für den Trainer gibt es ein Wiedersehen mit dem Finalgegner

Russell verlässt Ravensburg mit einer beeindruckenden Bilanz. Er ließ die stark veränderte Mannschaft von Beginn an attraktives Eishockey spielen und war schnell erfolgreich damit. Die Hauptrunde schloss er mit den Towerstars auf Platz drei ab, es folgten überzeugende Play-offs gegen die Eispiraten Crimmitschau und den EC Bad Nauheim, im Finale waren allerdings die Löwen Frankfurt zu stark.

In der kommenden Saison hat Russell nun bei den Augsburger Panthern die Gelegenheit, sich wieder mit den Hessen zu duellieren.

„Es war eine wunderbare Zeit hier und ich kann mich gar nicht genug bei allen Leuten bedanken, die mich umgeben haben und mit denen ich zusammengearbeitet habe“, sagt Russell. Nach der Abschlussfeier mit den Fans am Sonntag gab es am Montag ein Abendessen mit der Mannschaft und den Verantwortlichen.

Am Dienstag ging es über Augsburg nach München und von dort mit dem Flieger nach Hause in die Nähe von London. Kommenden Dienstag startet Russell schon wieder mit der britischen Nationalmannschaft Richtung Eishockey-WM in Finnland.

Das Telefon des Geschäftsführers wird häufig klingeln

Nachdem die Augsburger den Abschied von Serge Pelletier bekannt gegeben hatten, tauchte schnell der Name Peter Russell als potenzieller Nachfolger auf. Was passieren werde, wenn der Weggang des Erfolgstrainers aus Ravensburg am Samstag offiziell bekannt wird, war Heinrizi vorher klar: „Mein Telefon wird am Wochenende explodieren.“ Es sei viel da auf dem Trainermarkt, unter Zeitdruck seien die Towerstars aber nicht, da der Großteil des Kaders stehe. Das Anforderungsprofil für den neuen Trainer ist klar. „Er muss weiter mit vier Reihen spielen, mit Vollgas, direkt“, sagt Heinrizi. Dazu müsse Russells Nachfolger ebenfalls ein guter Kommunikator sein und „mit Menschen umgehen können“.

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