TSV Berg ist zurück auf Rang zwei

Lesedauer: 7 Min

Bergs Andreas Kalteis (links) jubelt mit Vorlagengeber Nikolas Deutelmoser und Arne Kittel über sein Tor zum 2:0.
Bergs Andreas Kalteis (links) jubelt mit Vorlagengeber Nikolas Deutelmoser und Arne Kittel über sein Tor zum 2:0. (Foto: Christian Metz)
Schwäbische Zeitung
Christian Metz

Der TSV Berg hat in der Fußball-Landesliga die U23 des FV Ravensburg in deren Stadion mit 3:0 an die Wand gespielt. Die Ravensburger hatten Glück, dass der TSV erst in der zweiten Halbzeit den Bann vor des Gegners Tor brach.

Bergs Trainer Oliver Ofentausek musste sich ohne seine Schaltzentrale Jan Biggel etwas Neues einfallen lassen. Er entschied sich für ein „5-3-2 in der Defensive, das bei Ballbesitz zu einem 3-5-2 wird“. Zentraler Mann vor der Abwehr war Andreas Frick, Linus Held rückte links neben ihm in die Startelf.

Bei den Ravensburgern musste Trainer Nectad Fetic ohne Felix Schäch auskommen. Der Tempodribbler für die linke Seite hatte tags zuvor in der Oberliga von Anfang an gespielt und fehlte gegen Berg an allen Ecken und Enden. Der FV schaffte es kaum, vorne für Entlastung zu sorgen und hatte in Halbzeit eins nur eine Chance in der sechsten Minute: Da war Darius Fitz links durch und legte zurück, Jonas Klawitter säbelte aber über den Ball.

Ansonsten spielte ausschließlich der TSV Berg, der mit dem Pressing schon am Strafraum des Gegners begann und so kaum einmal einen geordneten Spielaufbau beim FV zuließ. Wenn die Berger den Ball hatten, ging’s schnell nach vorne – sehr oft auf Stürmer Andreas Kalteis, der den Ball prallen ließ oder geschickt weiterleitete. Den ersten Schuss feuerte Arne Kittel schon in der ersten Minute ab, die erste echte Chance hatte David Brielmayer, der nach Kalteis-Vorlage in der siebten Minute aber zu zentral abschloss.

Einzig Felix Widmann brachte seine rechte Seite gegen Jonas Schuler geschlossen, im Zentrum und links waren die Ravensburger dem Berger Sturmlauf nicht gewachsen. Trainer Nectad Fetic zog zwar Jonas Klawitter aus der Sturmspitze zurück, aber der FV bekam die Mitte nicht geschlossen. Berg hatte Chancen im Fünf-Minuten-Takt, aber mal ging der Ball drüber (Arne Kittel in der 17.), mal zögerte der Schütze zu lange (Held in der 20.). Dann lenkte FV-Torhüter Florian Harsch einen Kittel-Freistoß gerade noch an die Latte und Frick köpfte nach einem Eckball vorbei.

Fetic tobte an der Linie, versuchte es mit Jonas Klawitter über rechts und stellte den außen wirkungslosen Felix Bonelli vorne ins Zentrum. Es half nichts, offensiv lief bei den Ravensburgern gar nichts zusammen – und hinten brannte es weiter lichterloh: In der 32. Minute war Bergs Kapitän Moritz Fäßler durch, brachte den Ball aber nicht an Harsch vorbei. Die besten Berger Möglichkeiten hatte Brielmayer: In der 35. Minute köpfte Widmann den Ball in die Mitte statt aus dem Strafraum heraus, Brielmayer schoss daneben. Eine Minute später war Fäßler rechts durch und legte herrlich zurück, aber Brielmayer knallte die Kugel völlig freistehend drüber.

Der FV war gerade dabei, mit viel Glück ein 0:0 in die Pause zu retten, als Widmann seinem Team einen Bärendienst erwies: Bereits Gelb-verwarnt fuhr er Christian Hepp 20 Meter in der Berger Hälfte in die Parade und musste in der 45. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Zu zehnt hielt die Ravensburger Gegenwehr in Halbzeit zwei nicht mehr Stand: In der 49. Minute konnte Harsch gegen den heranstürmenden Kalteis noch abwehren, gegen Kittels Nachschuss war der Keeper machtlos.

Bergs Coach Ofentausek wollte kein Risiko gehen und nahm den Gelb-vorbelasteten Frick vom Platz. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Berger danach wieder geordnet hatten. Bei einem Schuss von Jatta und nach einem Alleingang des eingewechselten Awed Issac Abesselom hätte die Partie sogar kippen können – beide trafen aber das Tor nicht.

So war es auf der anderen Seite der eingewechselte Nikolas Deutelmoser, der in der 79. Minute FV-Rechtsverteidiger Samuel Boneberger entwischte und mit einem Pass von der Grundlinie die Vorentscheidung vorbereitete – Kalteis vollendete mit der Hacke. Der Widerstand war endgültig gebrochen. Sabrin Sburlea – mit dick bandagiertem Knie reichte es für zehn Minuten – stellte mit einem platzierten 19-Meter-Schuss den Endstand her.

Weil Weiler am Samstag gepatzt hatte, ist der TSV Berg zurück auf Rang zwei: „Wir haben heute wieder das Spiel gezeigt, was uns stark macht“, freute sich Ofentausek. „Das einzige, was uns in Halbzeit eins noch gefehlt hat, war die Belohnung.“ Die folgte in Halbzeit zwei. Ravensburgs Trainer Nectad Fetic haderte gar nicht so sehr mit der Defensivarbeit seines Teams: „Wir waren in der Offensive viel zu passiv. Wenn wir nach vorne gespielt haben, sind wir nicht entschlossen nachgerückt.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen