Towerstars: Kaputte Stöcke und späte Tore

Lesedauer: 5 Min
 Ein intensives Spitzenspiel gegen die Löwen Frankfurt (Marius Erk) verloren die Ravensburg Towerstars (links Olivier Hinse) kna
Ein intensives Spitzenspiel gegen die Löwen Frankfurt (Marius Erk) verloren die Ravensburg Towerstars (links Olivier Hinse) knapp. (Foto: Kästle)
Sportredakteur

Aus den Topspielen gegen die Löwen Frankfurt und die Bietigheim Steelers sind die Ravensburg Towerstars mit zwei Punkten herausgegangen. Für den Spitzenreiter der Deutschen Eishockey-Liga 2 hätten es durchaus mehr sein können. Zweimal kassierten die Ravensburger einen späten Gegentreffer. Es gab zudem schöne Tore und eine Premiere nach drei Jahren.

Die Schlusssekunden: Ein Spiel dauert 90 Minuten, ist eine bekannte Floskel im Fußball. Auf die beiden Partien der Towerstars am Wochenende übertragen ließ sich problemlos sagen: Ein Spiel dauert 60 Minuten. Gegen die Löwen Frankfurt war am Freitag nicht mal mehr eine Sekunde auf der Uhr, als Matthew Pistilli die Gäste zum 2:1-Sieg schoss. „Das ist natürlich bitter, so zu verlieren“, sagte Towerstars-Trainer Jiri Ehrenberger. „Wir müssen es akzeptieren, abhaken, am Sonntag geht es weiter.“ Und es ging fast genauso weiter. 22 Sekunden vor Schluss traf Bietigheims Shawn Weller zum 4:4. „Schade, dass wir die Führung nicht noch 20 Sekunden länger halten konnten“, sagte Ehrenberger. „Das waren zwei bittere Gegentore in den letzten Sekunden.“ Die Niederlage gegen Frankfurt schmerzte mehr als das Gegentor in Bietigheim. Denn ...

Schwarze Serie gestoppt: Es war der erste Sieg der Towerstars bei den Steelers seit drei Jahren. Und den hatte sich Ravensburg auch durchaus verdient. Zum einen aufgrund des starken Comebacks im Schlussdrittel, als Mathieu Pompei, Robin Just und Robbie Czarnik aus einem 1:3-Rückstand eine 4:3-Führung machten. Zum anderen aufgrund einer bärenstarken Verteidigung in Unterzahl in der Verlängerung. „Die Niederlage ist enttäuschend, weil wir viele Chancen ausgelassen haben“, sagte Steelers-Trainer Hugo Boisvert. „Im dritten Drittel hatten wir schon die Kontrolle. Wer mit zwei Toren führt, muss das Spiel nach Hause bringen. Wir haben zwei Punkte verschenkt.“ Auch Ravensburg hätte aus den beiden Spielen mehr Punkte ziehen können. Aber: „Wir haben hervorragend gekämpft, ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen“, sagte Ehrenberger am Freitag. Am Sonntag meinte er: „Wichtig war, dass wir nach dem Zwei-Tore-Rückstand nicht nachgelassen haben, weiter unsere Chancen gesucht und sie bekommen haben.“

Die Extraschichten: Erst zum zweiten Mal in dieser Saison endete am Sonntag ein Spiel der Towerstars nicht nach 60 Minuten. Gegen die Heilbronner Falken gab es Anfang Oktober einen 3:2-Sieg nach Verlängerung. Und auch die zweite Extraschicht am Sonntag in Bietigheim gewann Ravensburg. Ein ganz starker Penalty von Czarnik, der sich die Scheibe auf die Rückhand legte und damit Goalie Ilya Sharipov überwand, sicherte den Towerstars den Zusatzpunkt.

Der Abstand zu Platz fünf: Der ist mittlerweile auf 15 Punkte angewachsen, dazu haben die Towerstars sogar noch ein Spiel weniger absolviert als der Fünfte Bietigheim. Zwar ist erst die Hälfte der Hauptrunde absolviert, die Towerstars sind dennoch auf einem sehr guten Weg Richtung Heimrecht in den Play-offs. Die Verantwortlichen betonen zwar, dass es noch ein weiter Weg bis zu den Play-offs sei, aber alles andere als die direkte Qualifikation für das Viertelfinale wäre angesichts des starken Saisonstarts inzwischen eine Enttäuschung. Die Towerstars müssen, ob sie wollen oder nicht, mit der Rolle des Favoriten leben.

Kurioses: Zweimal führte am Sonntag ein gebrochener Schläger zu Gegentoren. Zunächst waren die Towerstars unsortiert, als die Kelle von Daniel Pfaffengut zu Bruch ging und Frédérik Cabana das 2:1 erzielte. Dann war Tyler McNeeley ohne Stock, das nutzte Czarnik zum 4:3.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen