Towerstars gehen in Frankfurt unter

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 Da ist der Puck schon wieder drin: Frankfurts Eduard Lewandowski bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 4:0. Michael Boehm im
Da ist der Puck schon wieder drin: Frankfurts Eduard Lewandowski bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 4:0. Michael Boehm im Ravensburger Tor ist erneut geschlagen. Auch Thomas Supis konnte den Gegentreffer nicht verhindern. (Foto: Jan Huebner)
Sportredakteur
Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 8:1 (3:0, 2:0, 3:1)

Tore: 1:0 (6:22) Antti Kerälä (Mitchell), 2:0 (10:31 ÜZ) Maximilian Faber (Tousignant), 3:0 (11:55) Proft (Lewandowski, Hüttl), 4:0 (32:21 ÜZ) Eduard Lewandowski (Tousignant), 5:0 (36:59) Mathieu Tousignant (Kerälä, Faber), 6:0 (45:36 ÜZ) Maximilan Faber (Mitchell, Spang), 7:0 (47:45) Eduard Lewandowski, 7:1 (50:26) Olivier Hinse (Pfaffengut), 8:1 (55:17) Kevin Maginot (Hüttl, Tousignant).

Zuschauer: 5209

Strafen: Frankfurt 4Minuten, Ravensburg 14 Minuten.

Selten ist ein Spitzenspiel so einseitig verlaufen: Nach einer überwiegend desolaten Leistung haben die Ravensburg Towerstars am Sonntagabend bei den Löwen Frankfurt völlig verdient mit 1:8 verloren. Damit wechselt die Tabellenführung in der DEL2 erstmals seit Mitte Oktober wieder. Ganze 29 Spieltage lang hatten die Towerstars die Spitzenposition inne.

Towerstars-Coach Ehrenberger ist nach Spielen für gewöhnlich relativ gefasst – ob nach Siegen oder Niederlagen. Nach dem Debakel von Frankfurt wirkte er dagegen restlos bedient: „Wir werden sicherlich ein bisschen brauchen, um diese Niederlage zu verkraften und zu verdauen. Wir haben heute wenig getan, dass wir das Spiel offen halten könnten. Heute ist uns überhaupt nichts gelungen.“ Er bemängelte zudem Frustfouls, die zu Unterzahl und dann zu Gegentoren führten: „Frankfurt war heute über 50 Minuten die bessere Mannschaft. Wir haben nur am Anfang des zweiten Drittels ein Lebenszeichen gezeigt. Das war zu wenig.“ „Wir waren diszipliniert und leidenschaftlich“, freute sich dagegen Löwen-Coach Matti Tiilikainen, der seiner Mannschaft zu einem „großartigen Job“ gratulierte.

Die Ravensburger reisten mit wieder wachsenden Personalproblemen zum Spitzenspiel nach Frankfurt. Neben Pawel Dronia und Thomas Merl fehlte weiterhin Jonas Langmann, dazu kamen Ondrej Pozivil und Jakub Svoboda (alle erkrankt). Ehrenberger musste deshalb mit fünf Defensivspielern auskommen, offensiv waren alle vier Reihen voll, weil der zuletzt als fünfter Ausländer pausierende Ilkka Pikkarainen für Svoboda ins Team rückte. Goalie Langmann wurde wieder von Michael Boehm ersetzt, auf der Bank saß Jonas Waldherr als Ersatz.

Ideenlos und tief verunsichert

Von der ersten Minute an machte sich bemerkbar, dass die Ravensburger Ausfälle nicht zu kompensieren sind. Frankfurt führte die ideenlosen und tief verunsichert wirkenden Towerstars im ersten Drittel regelrecht vor. Bis Ravensburg zur ersten echten Chance durch Mathieu Pompei kam, waren fast 18 Minuten rum – und die Löwen hatten schon dreimal getroffen. Erst Antti Kerälä durch Boehms Schoner (7.), dann Maximilian Faber in Überzahl (11.), schließlich ein sträflich allein gelassener Carter Proft (12.). Es waren nicht zuletzt eklatante Fehler im Spielaufbau der Towerstars, die Frankfurt immer wieder in aussichtsreiche Positionen brachten. Ravensburg gelang dagegen fast nichts. Schon nach den ersten 20 Minuten sah es ganz stark danach aus, als würde die Tabellenführung wechseln.

Alles klar nach zwei Dritteln

Weitere 20 Minuten später hatte vermutlich niemand mehr Zweifel, dass es einen neuen Spitzenreiter geben würde. Denn die Löwen machten einfach weiter. Ravensburg war zwar etwas präsenter und druckvoller, leistete sich aber weiterhin haarsträubende Abwehrfehler und eine Zeitstrafe für Robbie Czarnik, die die Frankfurter erneut ausnutzten. Eduard Lewandowski erzielte einigermaßen mühelos das 4:0 (33.). Mathieu Tousignant hatte mit seinen Ex-Kollegen kein Mitleid und legte bald das 5:0 (37.) nach. Ravensburg steuerte auf eine ganz dicke Packung im vermeintlichen Spitzenspiel hin. Eine erste Überzahl zum Ende des zweiten Drittels blieb ungenutzt. In der Frankfurter Eishalle machten „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Gesänge die Runde – wohlgemerkt von den Löwen-Fans.

Im Schlussdrittel konnte die Ravensburger Devise nur heißen: Schadensbegrenzung. Das gelang überhaupt nicht. Wegen eines überharten Checks musste Verteidiger Kilian Keller früh vier Minuten auf die Strafbank. Die Frankfurter ließen sich nicht lange bitten: Maximilian Faber machte nach einer langen Passkette das halbe Dutzend für die Löwen voll (46.). Es war bereits das dritte Powerplay-Tor an diesem Abend.

Ob jetzt aber ein Frankfurter mehr auf dem Eis war oder zahlenmäßiger Gleichstand herrschte, war letztendlich egal. Die Löwen machten mit den Towerstars, was sie wollten. Eduard Lewandowski umkurvte gleich zwei Verteidiger, als wären sie gar nicht da, Goalie Boehm war chancenlos – das 7:0 (48.). Es war ein einziges Debakel für den bisherigen Tabellenführer.

Dass Oliver Hinse durch die Schoner von Löwen-Goalie Ilya Andryukhov mit einem Weitschuss das 1:7 (51.) erzielte, war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Mit einem Treffer von der blauen Linie stellte Kevin Maginot den alten Abstand wieder her – 8:1 (56.). Damit ließen es die Frankfurter gut sein. Für die Übernahme der Tabellenführung reichte es sowieso dicke.

 

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 8:1 (3:0, 2:0, 3:1)

Tore: 1:0 (6:22) Antti Kerälä (Mitchell), 2:0 (10:31 ÜZ) Maximilian Faber (Tousignant), 3:0 (11:55) Proft (Lewandowski, Hüttl), 4:0 (32:21 ÜZ) Eduard Lewandowski (Tousignant), 5:0 (36:59) Mathieu Tousignant (Kerälä, Faber), 6:0 (45:36 ÜZ) Maximilan Faber (Mitchell, Spang), 7:0 (47:45) Eduard Lewandowski, 7:1 (50:26) Olivier Hinse (Pfaffengut), 8:1 (55:17) Kevin Maginot (Hüttl, Tousignant).

Zuschauer: 5209

Strafen: Frankfurt 4Minuten, Ravensburg 14 Minuten.

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