Towerstars beim Saisonstart: Einiges zu verkaufen

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„Wir kennen auch unsere Stärken“, sagt Towerstars-Verteidiger Kilian Keller (rechts) vor dem Aufeinandertreffen mit den Dresdner
„Wir kennen auch unsere Stärken“, sagt Towerstars-Verteidiger Kilian Keller (rechts) vor dem Aufeinandertreffen mit den Dresdner Eislöwen um Thomas Pielmeier (links). (Foto: Thomas Heide)

Aufgrund einer Veranstaltung und der direkt im Anschluss beginnenden Aufbauarbeiten zur Oberschwabenschau steht das Parkplatzareal der Oberschwabenhalle bis mindestens Ende Oktober nicht zur Verfügung. Zuschauer der Towerstars-Heimspiele können auf das gegenüberliegende „Rundel-Areal“ ausweichen. Auch die Parkplätze Scheffelplatz und Bechtergarten bieten sich als Alternativen an.

Nervös? Jiri Ehrenberger saß im Trainerbüro der Ravensburger Eishalle und lächelte. Nein, nervös sei er nicht vor dem DEL2-Saisonauftakt seiner Towerstars diesen Freitag (20 Uhr) gegen die Dresdner Eislöwen. „Es gibt immer so eine bestimmte Anspannung.“ Die braucht es, die gehört dazu vor dem ersten Bully. Auch nach etlichen Jahren, ja Jahrzehnten an der Bande. Aber nervös? „Zu Nervosität haben wir keinen Grund. Die Jungs sind gut vorbereitet. Wir müssen halt alles verkaufen, was wir zu verkaufen haben. Und dann sind wir in der Lage, eine gute Leistung zu bringen.“

Jiri Ehrenberger gilt als akribisch, als Perfektionist. „Der lebt“, sagte Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan am Donnerstag, „wirklich fürs Eishockey.“ Also darf man die Worte des 63-Jährigen durchaus so deuten: Die Towerstars, vergangene Saison verletzungsgebeutelter Tabellensiebter und zum zweiten Mal in Folge in den Pre-Play-offs gescheitert, entsprechen im Herbst 2018 Jiri Ehrenbergers durchaus hohen Ansprüchen. Zumindest von ihren Möglichkeiten her. Will heißen, für Heimspiel Nummer 1? „Wir wollen schnelles Eishockey spielen, dass wir auf dem Eis sehr schnell unterwegs sind und aggressiv spielen – auf dem ganzen Eis. Natürlich: Das wichtigste ist im eigenen Drittel, dass wir da richtig präsent sind. Ich möchte aber auch, dass wir in der Angriffszone aggressiv genug sind in der Defensivarbeit.“

Die B 32/A 96-Chemie hilft

Ein Ideal, das in der Vorbereitung durchaus schon erreicht wurde. Gewiss nicht immer. Doch „aus der Vorbereitung kann man schwer Schlüsse ziehen“. Sagt Verteidiger Kilian Keller, der nach dem langzeitverletzten Stephan Vogt dienstälteste Ravensburger Akteur. Seit 2015 steht der 25-jährige Füssener für die Oberschwaben seinen defensiven Mann, und viel wichtiger als die bloßen Resultate gegen Thurgau, Ajoie, Ritten und, und, und ... ist für ihn das Gesamtbild der vergangenen sieben Wochen. Da sieht Kilian Keller Parallelen zu seiner ersten Towerstars-Spielzeit 2015/16, „in der wir im Halbfinale waren: das Training, die Intensität – wir spielen auch hart im Training, wir skaten viel, und das macht uns auch aus“. Deshalb: „Ich bin da ziemlich optimistisch, dass das genauso wird wie vor vier Jahren.“

Weit aus dem Fenster gelehnt? Nein. Denn auch Kilian Keller hat „Schwächen“ erkannt in den Testpartien (behält sie aber geflissentlich für sich), weiß um die Ausgeglichenheit der Liga und um die Bedeutung jeder einzelnen der 52 Hauptrundenbegegnungen. „Aber wir kennen auch unsere Stärken.“ Zu denen gehört auch die gute Chemie im Team. Eine B 32/A 96-Chemie: „Die neuen Spieler, die passen gut rein, das kam ziemlich schnell. Wir sind ja zunächst immer mit Kleinbussen nach Lustenau gefahren zum Training. Da konnte man viel reden.“

Geschadet hat es nicht. Auch Rainer Schan hat freudig registriert, dass die Mannschaft Mannschaft ist: „Die Charaktere der Jungs stimmen.“ Die Einstellung auch. „Man hat gesehen, dass jeder Einzelne hart an sich arbeitet.“ Das nimmt auch dem Geschäftsführer etwas vom – bei ihm chronischen – Lampenfieber. „Beruhigter“ gehe man den Saisonstart an, wenn die Hausaufgaben erledigt seien. „Jetzt liegt’s an der Mannschaft gemeinsam mit dem Trainer, dass sie rüberbringen, was an Potenzial da ist.“

Gegen die Dresdner Eislöwen zunächst (bei einem spielfreien Sonntag danach, weil der Gang nach Kassel erst am 3. Oktober ansteht). Die haben, etwa durch Jordan Heywood, Harrison Reed, Nick Huard und Jordan Knackstedt, einiges zu bieten. Jiri Ehrenberger hat hingeschaut, speziell Über- und Unterzahl des Gegners studiert. Nachlässigkeiten kann sich keiner leisten in der DEL2 2018/19. Den „nötigen Respekt“ (Rainer Schan) braucht es Spieltag für Spieltag. Und doch ist, so Jiri Ehrenberger, „immer das Wichtigste, was wir machen. Wir müssen schauen, dass wir unser Spiel durchziehen.“

Geschäftsführer Schan: „Wir müssen liefern“

Für längere Zeit bekanntlich ohne Jakub Svoboda (Mittelfußbruch), für Freitag zumindest ohne Olivier Hinse. Der kanadische Angreifer klagt erneut über Gleichgewichtsstörungen, wohl wegen einer Entzündung im Ohr. Genaueren Aufschluss sollen Untersuchungen am Montag geben. Konsequenz für die Gesunden sind Reihenumstellungen, auch bei den Special Teams. Jiri Ehrenberger nimmt’s schicksalergeben-abgeklärt: „Die Grundlinie wird dadurch nicht verändert, das System, die Taktik. Die Spieler halten die relativ gut, egal in welcher Zusammenstellung.“ Ilkka Pikkarainen sowieso, der finnische Spät-Zugang, der Erfahrenste. Für ihn gab es ein Trainer-Extralob: „Wir haben sehr, sehr viele Spieler, die wendig und technisch sehr gut sind. Und er ist groß, wendig und technisch sehr gut. Er nutzt diese körperliche Komponente auch.“

Nervös? Jiri Ehrenberger lächelt. „Wir sind dieses Jahr in der Pflicht, wir müssen liefern“, hat Rainer Schan keine Viertelstunde zuvor gesagt. „Es zählen nur die Play-offs. Es wird für die Towerstars eine richtungsweisende Saison werden.“ In die sie mit erledigten Hausaufgaben starten.

Aufgrund einer Veranstaltung und der direkt im Anschluss beginnenden Aufbauarbeiten zur Oberschwabenschau steht das Parkplatzareal der Oberschwabenhalle bis mindestens Ende Oktober nicht zur Verfügung. Zuschauer der Towerstars-Heimspiele können auf das gegenüberliegende „Rundel-Areal“ ausweichen. Auch die Parkplätze Scheffelplatz und Bechtergarten bieten sich als Alternativen an.

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