Tower Stars besiegen Schwenningen mit 4:3 im Derby

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Die rund 3300 Zuschauer im restlos ausverkauften Ravensburger Eisstadion sahen von Anfang an ein hitziges Spiel mit echtem Derby-Charakter. Schon nach einer halben Minute gab es das erste Gerangel vor dem Ravensburger Torwart Christian Rohde, Schiedsrichter Daniel Stricker setzte sofort ein Zeichen und schickte mit Brad Williamson und Dean Beuker von jeder Mannschaft einen Spieler auf die Strafbank.

Die Tower Stars erwischten dann den wesentlich besseren Start ins Spiel. Adduono kam in der zweiten Minute gefährlich über links, Torwart Martin Fous parierte für Schwenningen. Wenig später tauchte Mike Dolezal alleine vor dem Schwenninger Kasten auf, die Gäste konnten den Ravensburger Kapitän nur noch mit einem Foul bremsen. Max Prommersberger musste in die Kühlbox. Im anschließenden Power-Play durften die Ravensburger Fans zum ersten Mal jubeln: Lukas Slavetinsky passte wunderbar zurück an die blaue Linie und Neuzugang Artjom Kostyrev hämmerte den Puck unten links ins Schwenninger Tor, 1:0.

Im Anschluss entwickelte sich ein flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Auch im zweiten Überzahlspiel zeigen sich die Tower Stars eiskalt: Zunächst scheiterte Helms an Fous, dann schoss Thomson und Brad Williamson erwischte den Abpraller und hob die Scheibe ins Netz zum 2:0 für Ravensburg. Danach bachten sich die Tower Stars durch dumme Strafzeiten ein ums andere Mal ins Hintertreffen. Radek Krestan, Brady Leisenring und mehrmals Dean Beuker prüften Rohde, aber der Ravensburger Torwart zeigte wieder eine Topform und rettete das 2:0 für Ravensburg in die Pause. Zwei weitere Überzahlspiele kurz vor der Sirene konnten auch die Tower Stars nicht nützen.

Wieder starkes Überzahlspiel

Die Tower Stars kamen auch im zweiten Drittel mit mehr Schwung aufs Eis, aber die erste Überzahl brachte nichts ein. In der dritten Minute kamen dann die Ravensburger unter Druck, als Dolezal auf der Strafbank saß. Robin Just fuhr alleine auf Rohde zu, doch der hielt sicher. Der Schwenninger Trainer Kim Collins, der die Wild Wings erstmals wieder gegen Ravensburg betreute, redete unablässig auf seine Jungs ein und feuerte sie an. Aber vergebens. Ab der 7. Minute waren die Tower Stars für 1:21 Minuten mit fünf gegen drei in Überzahl und sie spielten wieder clever. Zunächst scheiterte noch Schweiger an Fous, dann passte Helms auf Kerry Ellis-Toddington an die baue Linie zurück und der hämmerte den Puck mit einem Schlagschuss ins rechte obere Eck, 3:0. Im Stile einer klasse Mannschaft hatten die Tower Stars diese Chance genützt. Die Ravensburger machten weiter Druck, die ganze Halle tobte jetzt: "Steht auf wenn ihr Schwaben seid", forderten die Fans und außer den Fans im Schwenninger Block war alles auf den Beinen.

Schweiger zum 4:0

Und die Tower Stars legten nach: Adduono auf Busch, Pass zu Schweiger und der vollstreckte von halbrechts zum 4:0, das vierte Überzahltor der Ravensburger an diesem Abend, aber noch nicht die Entscheidung. Nur wenig später luchste Torjäger Radek Krestan Ellis-Toddington die Scheibe im eigenen Drittel ab und schob sie eiskalt ein zum 1:4. Anschließend verflachte das Spiel zusehends, beide Mannschaften konnten das hohe Tempo nicht mehr gehen. Die Tower Stars kamen noch einmal unter Druck, als Slavetinsky auf der Bank saß, aber Rohde war wieder auf dem Posten.

Im dritten Spielabschnitt drückten die Gäste aus Schwenningen noch einmal kräftig aufs Tempo. Bei Ravensburg musste zunächst Martin Hoffmann verletzt runter, anschießend nahmen die Tower Stars immer wieder Strafzeiten und brachten sich dadurch selbst unter Druck. Die Schwenninger waren jedoch im Power Play zu unkonzentriert, um die Tower Starsnoch einmal wirklich in Gefahr zu bringen. Drei Mal hinter einander waren die Tower Stars im Penalty-Killing erfolgreich. Sogar eine Fünf-gegen-Drei-Stuation konnten die Wild Wings nicht nutzen. Wenn doch ein Schwenninger durchkam, war Rohde meistens auf dem Posten. Die Fans feierten den Ravensburger Goalie: "Rohde, Rohde", hallte es immer wieder durchs Eisstadion. In der 52. Minute bekam der "Bazi" dann doch einen rein: Radek Krestan spielte sich rechts durch, passte auf den langen Pfosten und Mika Puhakka vollstreckte für die Wild Wings zum 2:4. In der 13. Minute gab es dann wieder eine Strafe für die Wild Wings, erst jetzt konnten sich die Ravensburger aus dem Schwenninger Klammergriff befreien.

Das Spiel wogte jetzt hin und her ohne dass es nennenswerte Chancen gab. Erst kurz vor Schluss setzte Kim Collins alles auf eine Karte und nahm Torwart Fous vom Eis. Adduono und Dolezal brachten die Scheibe bei einem Konter nicht im leeren Schwenninger Kasten unter. Obwohl noch ein Schwenninger auf die Strafbank musste, schafften die Wild Wings 20 Sekunden vor Schluss noch den Anschluss. Dieses Mal traf Danny Bousquet, doch der Treffer kam für die Wild Wings zu spät. Die Tower Stars kämpften das 4:3 über die Zeit. Die Ravensburger Fans waren aus dem Häschen und feierten ihre Spieler noch lange mit Sprechgesängen.

Verdienter Sieg

"Ravensburg hat heute verdient gewonnen, wir haben uns das Leben mit unnötigen Strafzeiten selbst schwer gemacht", sagte Kim Collins, der Schwenninger Trainer, nach dem Spiel. "Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert und uns am Ende aber durch die Strafzeiten im letzten Drittel wieder in Schwierigkeiten gebracht", meinte Ravensburgs Trainer Peter Draisaitl. "Ich war selten so froh über die Schluss-Sirene wie heute", so Draisaitl weiter. "Der wird uns noch Freude machen", sagte Draisaitl zum Heim-Debüt von Artjom Kostyrev.

Tower-Stars-Geschäftsführer Peter Horne dankte auf der Pressekonferenz allen Fans und Sponsoren und vor allem Trainer Peter Draisaitl für seine Arbeit. Wie man die schwierige Situation während der Verletzten-Misere gelöst habe, sei sensationell gewesen. Die Tower Stars sind durch den Sieg auf Platz vier der Tabelle geklettert. Am Dienstag müssen sie zum Tabellenführer nach Bietigheim.

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