Toni Krinner übernimmt die Towerstars

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Toni Krinner ist der neue Coach der Towerstars
Schwäbische Zeitung

Toni Krinner wird neuer Trainer der Ravensburg Towerstars in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Der 49-jährige Bad Tölzer folgt damit auf den Kanadier Dany Naud (54), den die Towerstars am Dienstagmorgen entlassen hatten. Krinner ist bereits am Nachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz im Ravensburger Eissportstadion vorgestellt worden. Co-Trainer bleibt Christopher Oravec.

„Ich bin stolz, dass die Towerstars mir die Verantwortung im sportlichen Bereich übertragen haben“, sagte Toni Krinner bei seiner Vorstellung. Es freue ihn, eine talentierte Mannschaft zu bekommen, „die sicher nicht auf ihren jetzigen Tabellenplatz hingehört.“ Der neue Trainer kündigte an, dass das Team sehr viel Arbeit vor der Brust habe. „Ich bin überzeugt, dass die Jungs mitziehen werden, um die Situation für die Towerstars und die Mannschaft zu verbessern.“

Krinner leitete bereits am Dienstagabend das erste Training der Towerstars. Am Freitag steht das nächste Auswärtsspiel bei den Starbulls Rosenheim an, am Sonntag kommen die Frankfurter Löwen nach Ravensburg. Was kann er bis dahin bewegen? „Man kann ein Bier trinken gehen, oder hart arbeiten“, sagte Krinner, die zweite sei davon die klar bessere Variante. Unter harter Arbeit verstehe er, „dass es klare Zuordnungen gibt und eine klare Aufgabenverteilung - und die muss von jedem einzelnen Spieler mit 100prozentiger Disziplin übernommen werden.“

Außerdem werde er versuchen, die Gehemmtheit der Spieler zu lösen und die Kreativität, die in der Mannschaft stecke, wieder auszuspielen. „Wenn du immer in der Kritik stehst, geht das an keinem vorbei“, sagte Krinner. Die Spieler seien auch Menschen. Man werde versuchen, die Abwärtsspirale schnell zu stoppen. Ihm sei nicht verborgengeblieben, dass die Special-Teams nicht so funktionieren, wie man sich das wünscht. Zu viele Gegentore in Unterzahl, zu wenig Treffer in Überzahl – „das wird auch auf der Agenda stehen.“ Dennoch bat der neue Trainer um etwas Geduld, solche Prozesse brauchten Zeit. Man wolle sich Schritt für Schritt verbessern. „So wie ich das Ravensburger Publikum als Gästetrainer kennen gelernt habe, spürt es sehr wohl, ob die Mannschaft bereit ist, alles zu geben.“

Druck von außen mache ihm nichts aus, den Druck, den er sich selbst macht, könne keiner toppen: „Ich will jedes Spiel gewinnen“, sagt Krinner, „und wir werden dementsprechend arbeiten.“ Mit Toni Krinner bekommen die Towerstars einen erfahrenen Trainer, er führte 2004 die Moskitos Essen in die zweite Liga und 2007 die Grizzly Adams Wolfsburg in die DEL. Christopher Oravec bleibt auch unter Krinner Co-Trainer. Er soll jetzt zwischen dem neuen Trainer und den Spielern vermitteln. „Ich habe die Informationen aus erster Hand, wir wollen die nötigen Prozesse so schnell wie möglich vorantreiben und professionell arbeiten“, sagte Oravec.

Auch für den zuletzt stark kritisierten kanadischen Stürmer Riliey Brace gibt eine neu Chance. „Die Kontingentspieler sind ein ganz wichtiger Faktor“, sagte Krinner. Er werde mit jedem sprechen. „Bei mir hat er noch nicht schlecht gespielt“, sagte Krinner über Brace. Man werde sehen, was die nächsten Spiele bringen. Krinner galt als genialer Spieler, der immer Torgefahr ausstrahlte (Statistik siehe Kasten). Als Trainer will er seinem Team ebenfalls den Zug zum Tor einimpfen. „Je härter du das gegnerische Tor attackierst, desto größer ist die Chance, dass du ein Tor schießt“, sagt er. Scheiben zum Tor bringen und das Tor attackieren lautet künftig das Motto. Man müsse dabei die Balance finden zwischen schön herausgespielten Toren und erarbeiteten Toren. „Ich glaube, in der Vergangenheit wurde zu oft in Schönheit gestorben.“

Was langfristige Ziele betrifft, wollte sich Krinner nicht aus dem Fenster lehnen. „Wir wollen erst das Schiff wieder auf Richtung bringen“, sagte der neue Trainer. Aber Ravensburg sei natürlich eine Organisation, die Ambitionen in Richtung DEL habe und die das auch stämmen könne. „Wenn die Situation irgendwann da ist, und ich dabei bin, sind wir alle glücklich.“ Für die laufende Saison interessiere ihn nur, „dass wir eine Entwicklung starten, so dass es uns möglich ist, im März und im April noch zu spielen. Ich weiß, wie es schmeckt, Meister zu werden. Wir werden alles daran setzten, dass wir so weit wie möglich kommen.“

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