Titelkampf in der Bezirksliga: Weingartener Ruhe, Beurener Unvermögen

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 David Stellmacher vom Tabellenführer SV Weingarten erledigte zuletzt den SV Seibranz fast im Alleingang.
David Stellmacher vom Tabellenführer SV Weingarten erledigte zuletzt den SV Seibranz fast im Alleingang. (Foto: Klaus Eichler)
Klaus Eichler

Einen Punkt Vorsprung auf den SV Beuren hat Bezirksliga-Tabellenführer SV Weingarten mit in die Winterpause genommen. Es zeichnete sich ein enges Meisterschaftsrennen ab. Doch jetzt, nach drei weiteren Spieltagen, relativiert sich das Ganze schon wieder. Der SV Beuren schwächelt, holte gerade mal einen Punkt, während der große Favorit deren sieben einfuhr. Genauso groß ist jetzt auch das Polster des SV Weingarten vor diesem 22. Spieltag.

Der Zweite Beuren hat die Tabellenspitze aus den Augen verloren, jetzt droht auch noch Ungemach von hinten. Noch hat die Mannschaft von Trainer Patrick Mayer vier Punkte Vorsprung auf den Dritten TSV Heimenkirch, der allerdings mit zwei Spielen weniger Platz zwei ins Visier nimmt. „Wir sind an unserem Unvermögen gescheitert“, sagt Mayer. „Wir fühlen uns in der Rolle des Verfolgers wohl“, verrät TSV-Trainer Daniel Feistle vor der anstehenden Aufgabe beim Tabellennachbar SV Mochenwangen, „wir wollen die Spannung um Platz zwei weiter hoch halten“.

Was Aufsteiger Eglofs gegen den SV Beuren gelang, nämlich einen Punkt zu ergattern, darf man auch dem SV Maierhöfen-Grünenbach zutrauen, die zuletzt mit etwas Glück ebenfalls einen Punkt beim SC Unterzeil-Reichenhofen entführten. Das Allgäuderby zwischen Maierhöfen-Grünenbach, der seit acht Spieltagen auf dem Abstiegsrelegationsplatz verharrt und Beuren hat aber seine eigenen Gesetze, wobei der SVB die vergangenen drei Aufeinandertreffen jeweils für sich entschied.

Platz eins und zwei hat der TSV Eschach abgehakt, der Klassenerhalt ist so gut wie sicher in der Tasche. Tabellenführer SV Weingarten ist gegen Eschach klarer Favorit (Kunstrasen Weissenau, Samstag, 17 Uhr). „Weingarten agiert ruhig und kontrolliert, ist die stabilste Mannschaft der Liga “, meint TSV-Trainer Stefan Krause, „auf Grund unserer Tabellensituation können wir aber Risiko gehen“. Das Sturmtrio Stellmacher, Bleile, Muntean sind die Garanten für eine schon jetzt überragende Saison. „Wir leben aber nicht nur von dem einen Spieler“, sagt SV-Coach Thomas Gadek, „wir leben vom Kollektiv“.

Sturmtief „Eberhard“ bescherte Aufsteiger SV Fronhofen zuletzt einen spielfreien Tag, beim SV Seibranz steht die nächste Aufgabe an. Auf Tabellenplatz sieben könnte Fronhofen diese Aufgabe entspannt angehen: „Wir brauchen schon noch ein paar Punkte“, sagt aber Coach Gerhard Schmitz, „außerdem ist die Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat, noch nicht abgeschlossen“. Fronhofen will sich in der Liga weiter etablieren, „wir haben noch Potenzial“, sagt Schmitz weiter. Punkte braucht auch noch der SV Seibranz, um nicht doch noch hinten reinzurutschen.

Mit einer Niederlage (0:1 gegen Fronhofen) nahm der VfL Brochenzell Ende Februar die Rückrunde wieder auf. Nach einer dreiwöchigen Pause startet der VfL im Bodenseederby beim SV Kressbronn einen zweiten Anlauf. „Fronhofen kam definitiv zu früh“, sagt VfL-Coach Rolf Weiland. Noch hat der VfL ein gutes Polster zu den Abstiegsrängen. „Wir sind noch kräftig unten mit dabei“, sagt Weiland. „In der Tabelle sieht das zwar optisch gut aus, ist aber alles andere als beruhigend.“

In den vergangenen elf Begegnungen ging Trainer Markus Reichart mit dem FC Lindenberg nur einmal als Verlierer vom Platz (2:3 beim TSV Heimenkirch). Zudem war das Remis gegen den SV Kressbronn das neunte der laufenden Saison. Den FC Isny erwartet also ein konstanter Gegner. „Das wird eine ganz harte Nuss“, sagt FC-Trainer Simon Stiller, der den FC gegen Kressbronn beobachtete. Der FC Isny will aus dem Tabellenkeller. „Von der Tabellenkonstellation her, müssen wir dazu aber dreifach punkten“, sagt Stiller.

Wieder einmal hatte es der SV Baindt selber in der Hand, die Abstiegsplätze zu verlassen. „Wir haben unsere Wunden geleckt“, sagt Trainer Philipp Meißner nach der Klatsche gegen Argental: „Ich dachte, die Mannschaft hätte verstanden worum es geht.“ Dank der schwächelnden Konkurrenz bietet sich gegen den TSV Meckenbeuren eine neue Chance.

„Wir haben uns noch nicht aufgegeben“, sagt Trainer Florian Kirchmann vom Schlusslicht SV Eglofs nach dem Unentschieden in Beuren: „Der Punkt bringt uns aktuell zwar nicht weiter, hat uns aber Auftrieb gegeben.“ Der SV erwartet die SG Argental mit fester Vorgabe: „Vier Punkte aus zwei Spielen wären der optimale Start“, sagt Kirchmann.

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