Täter von Untereschach im Gefängnis angegriffen

Lesedauer: 4 Min
Frank Hautumm

Der Mann, der in der Nacht zum 1. Juli in Untereschach seine Frau und seine beiden Stieftöchter getötet hat, ist in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg in Hinzistobel von einem anderen Häftling angegriffen und erheblich verletzt worden. Entsprechende Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ haben die Staatsanwaltschaft und die Anstaltsleitung in Ravensburg bestätigt.

Es habe einen „Übergriff auf den Beschuldigten gegeben“, sagte Staatsanwalt Karl-Josef Diehl auf Nachfrage. Ereignet hat sich der Angriff bereits wenige Tage nach der Tat, nämlich am 6. Juli. Der 53 Jahre alte Mann wurde im Krankenhaus mit Verletzungen im Gesicht stationär behandelt. Die Behandlung ist inzwischen abgeschlossen. Er sei nicht in eine andere Justizvollzugsanstalt verlegt worden, so Diehl.

Der Familienvater soll seine 37 Jahre alte Ehefrau und deren beiden Töchter, 14 und 18 Jahre alt, aus Eifersucht mit einem Beil und einem Messer getötet haben. Die fünf Jahre alte gemeinsame Tochter des Ehepaares hatte die Tat, die die ganze Region erschütterte, überlebt und wird von einer Pflegefamilie betreut.

Das Haus ist wieder freigegeben

Der Mann gilt als suizidgefährdet, er stand deshalb in der Untersuchungshaft unter besonderer Beobachtung. Der Leiter der JVA Hinzistobel, Thomas Mönig, hat den Angriff ebenfalls bestätigt. „Zum Schutz des Gefangenen vor sich selbst und vor Mitgefangenen waren Sicherheitsmaßnahmen angeordnet“, so Mönig in einer Presseerklärung. Wegen der „Suizidprophylaxe“ habe man ihn allerdings nicht dauerhaft von anderen Gefangenen trennen können. Bei einem Hofgang mit einer kleinen Gruppe von Gefangenen sei es dann nach einem Streit zu der Attacke gekommen.

Thomas Mönig glaubt nicht, dass der Mann in einem anderen Gefängnis besser geschützt werden könnte. Weil die Tat so Aufsehen erregend war, könne es auch in anderen Städten zu Attacken von Mithäftlingen kommen, wenn die Identität des Ravensburgers erst durchgesickert sei.

Die Ermittler haben inzwischen ihre kriminaltechnischen Untersuchungen in der Doppelhaushälfte in Untereschach abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Familienvater Mord in drei Fällen vor und geht laut Diehl nach derzeitigem Stand von den Mordmerkmalen der niedrigen Beweggründe und der Heimtücke aus.

Das Haus ist wieder freigegeben, sodass sich ein Nachlassverwalter um die Auflösung des Haushalts kümmern kann, so der Staatsanwalt.

Die JVA Ravensburg mit ihren rund 480 Haftplätzen ist zuständig für: männliche Gefangene im Alter unter 24 Jahren, die nach dem Erwachsenenrecht zu Freiheitsstrafe verurteilt sind; zu Jugendstrafe verurteilte junge männliche Gefangene, die vom Jugendstrafvollzug ausgenommen sind erwachsende männliche Strafgefangene, die in der hiesigen Region beheimatet sind männliche Untersuchungsgefangene aus dem Landgerichtsbezirk Ravensburg weibliche Untersuchungsgefangene aus den Landgerichtsbezirken Ravensburg, Konstanz und Hechingen

In Eschach bei Ravensburg hat in der Nacht zum Freitag ein 53-jähriger Mann seine 37-jährige Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil getötet.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen