Sturmtief „Sabine“ wütet im Kreis Ravensburg

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Wegen des Sturmtiefs "Sabine" hat der Deutsche Wetterdienst Unwetter-Warnungen für die Region herausgegeben. Wir halten Sie den Tag über mit den wichtigsten Informationen zur aktuellen Lage im Landkreis Ravensburg auf dem Laufenden.

  • Mehr als 200 Einsätze der Feuerwehr im Kreis Ravensburg 
  • Züge zwischen Friedrichshafen und Aulendorf fahren wieder
  • Feuerwehr rechnet mit erneutem Sturm in der Nacht auf Dienstag

18.05 Uhr: Die Bilanz des Sturmtages im Kreis Ravensburg

Die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg sind zu mehr als 200 Einsätzen gerufen worden. Die Einsatzkräfte wurden vor allem wegen umgestürzter Bäume gerufen.

Einen kuriosen Einsatz hatte die Wangener Wehr. Dort wurde ein stationärer Blitzer von einem umgestürzten Baum begraben und dadurch komplett zerstört.

Die Rangliste der gemessenen Windgeschwindigkeiten führte im Kreis Ravensburg Amtzell mit 113 Stundenkilometern an, gefolgt von Ebersbach-Musbach und Leutkirch-Herlazhofen (110) sowie Bad Waldsee (107).

17.59 Uhr Bad Wurzach kommt glimpflich davon

Bad Wurzach scheint bislang glimpflich davongekommen zu sein. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Wurzach verzeichnete zwischen 6 und 16.30 Uhr zwar 28 Einsätze, bei denen insgesamt 55 Kameraden im Einsatz waren.

Zum allergrößten Teil handelte sich aber um auf Straßen gestürzte Bäume, wie Gesamtkommandant Rolf Butscher am frühen Abend berichtet. Schwerwiegendster Einsatz war der auf der L300 zwischen Haidgau und Haisterkirch, wo ein Auto unter einen umgestürzten Baum geriet. Verletzte habe es aber keine gegeben, so Butscher.

Der städtische Bauhof war nach Auskunft der Verwaltung den ganzen Tag über auf Kontrollfahrt, um Straßen und Plätze von verwehten Kleinteilen zu säubern und umgefallene Bauzäune wieder aufzurichten.

16.42 Uhr: Diese Städte und Gemeinden waren von Stromausfällen betroffen 

Diese Städte und Gemeinden waren von Stromausfällen betroffen.
Diese Städte und Gemeinden waren von Stromausfällen betroffen. (Foto: Grafik: Alexis Albrecht)

16.10 Uhr: Bahnverkehr kommt langsam wieder in Fahrt

Die Bahnstrecke Friedrichshafen – Ravensburg – Aulendorf war seit Betriebsbeginn am Montagmorgen wegen des angekündigten Sturms vorsorglich gesperrt.

Erst gegen 16 Uhr rollten erste Züge wieder los, wie der Leiter der Unternehmenskommunikation der Bodensee-Oberschwaben-Bahn, Sebastian Dix, mitteilte. Zunächst seien nur Züge auf der langen Distanz von Friedrichshafen bis Aulendorf und in die Gegenrichtung unterwegs.

Kürzere Verbindungen auf der Strecke könnten noch nicht bedient werden, da der Verkehr erst wieder in den gewohnten Takt kommen müsse.

15.41 Uhr: Update zur Ravensburger Straße in Wangen: Baum zerstört stationären Blitzer

Zwei umgestürzte Tannen haben für eine gute halbe Stunde den Verkehr auf der B32 in Wangen lahmgelegt. Die beiden in einem Garten stehenden Nadelbäume fielen am Ortseingang aus Richtung Ravensburg kurz vor 13 Uhr auf die Straße, direkt auf den stationären Blitzer, der dabei total zerstört wurde.

Ein Autofahrer, dessen Fahrzeug der umfallende Baum streifte, kam mit dem Schrecken davon. Die Wangener Feuerwehr zersägte den Baum in wenigen Minuten, der Verkehr konnte gegen 13.30 Uhr wieder fließen. Bis dahin hatten sich auf beiden Seiten lange Staus gebildet.

15.27 Uhr: Flutlichtmast auf dem Trainingsplatz des SV Arnach stürzt um

Auf dem Sportgelände des SV Arnach ist ein Flutlichtmast an einem Trainingsplatz umgestürzt. Wie Ralf Quednau, Abteilungsleiter Fußball beim SV Arnach, erklärt, ist der Mast zum Glück „nur“ auf einen Zaun gefallen.

Auf dem Sportgelände des SV Arnach ist ein Flutlichtmast an einem Trainingsplatz umgestürzt.
Auf dem Sportgelände des SV Arnach ist ein Flutlichtmast an einem Trainingsplatz umgestürzt. (Foto: SV Arnach)

Was dadurch auf den Verein finanziell zukomme, könne er jetzt noch nicht sagen, so Quednau. Die Statik des Masten sei vom Netzanbieter erst vor ein oder zwei Jahren überprüft worden. Vermutlich werde der betroffene Fußballplatz für längere Zeit nur noch eingeschränkt für das Training der Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften des Vereins zur Verfügung stehen.

15.21 Uhr: Sturmtief wütete auch am Flappachbad 

Auch am Ravensburger Naturfreibad Flappach hat Sturmtief Sabine gewütet. Dort ist unter anderem eine Baum auf das Dach einer Gaststätte gefallen.

Der Betreiber der Gaststätte „Haus am See“ berichtet, dass durch die umgestürzten Bäume auf den ersten Blick keine großen Schäden entstanden sind.

Eine Dachrinne sei abgerissen und die Dachpappe des Flachdachs etwas beschädigt. Er warte auf Rückmeldung von der Versicherung, um zu entscheiden, ob der Baum entfernt werden darf oder wie weiter verfahren wird. Möglicherweise würden dann weitere Schäden ersichtlich, so Ott.

Interview mit Wetterexperte Roland Roth

Interview mit Wetterexperte: War es das schon, Herr Roth?
Heftige Winde erfassen in diesen Stunden Oberschwaben, den Bodensee und die Ostalb. Roland Roth von der Wetterwarte Süd erklärt, was noch auf die Menschen zukommt - und wie heftig es die Region getroffen hat.

14.22 Uhr: Feuerwehr rechnet mit erneutem Sturm in der Nacht auf Dienstag

Kreisbrandmeister Oliver Surbeck rechnet damit, dass sich der Sturm im Lauf des Nachmittags weiter entspannt. Allerdings werde noch mal mit einem Auffrischen des Windes gerechnet: von Montag, 21 Uhr, bis 3 Uhr am Dienstagmorgen.

In dieser Zeit könne der Sturm wieder Geschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern erreichen. Allerdings sei dann voraussichtlich eher der östliche Landkreis Ravensburg und das Allgäu betroffen, so Surbeck.

14.20 Uhr: Nur wenige Passanten in Ravensburg unterwegs

Obwohl der Wind in Ravensburg inzwischen deutlich nachgelassen hat, scheinen viele Menschen lieber zu Hause zu bleiben.

Die Altstadt, um die Mittagszeit in der Regel sehr belebt, wirkt stellenweise geradezu verlassen. Nur wenige Passanten sind in den Straßen unterwegs.

14.18 Uhr: Auto gerät unter einen umgestürzten Baum 

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Wurzach ist seit Montagmorgen um 6 Uhr im Einsatz, berichtet Gesamtkommandant Rolf Butscher. Insgesamt gab es bis 14 Uhr 23 Einsätze.

Schwerwiegendster war der auf der L300 zwischen Haidgau und Haisterkirch, wo ein Auto unter einen umgestürzten Baum geriet.

Verletzte habe es aber keine gegeben, so Butscher. Ansonsten hatten es die fast 50 im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute aus Bad Wurzach, Haidgau, Seibranz, Hauerz und Unterschwarzach vor allem mit auf Straßen gestürzten Bäumen zu tun. Einmal war auch ein Strommast vom Sturm umgeknickt worden.

14.15 Uhr: 200 Einsätze im Kreis 

Die Feuerwehren im Kreis haben die Marke von 200 Einsätzen geknackt. 

14.06 Uhr: Sturmtief über Ravensburg im Zeitraffer

Sturm Sabine in Zeitraffer
Aufgenommen auf der Veitsburg

14.04 Uhr: Feuerwehr rechnet mit zahlreichen weiteren Einsätzen 

Die Feuerwehren im Kreis Ravensburg rechnen damit, dass sich die Zahl der Einsätze im Verlauf des Montags weiter erhöht. Bis 13 Uhr lautet die aktualisierte Statistik wie folgt: Die Feuerwehren im Kreis Ravensburg waren mit 760 Kräften zu 177 Einsatzstellen ausgerückt.

15 Straßen im Landkreis mussten wegen umgestürzter Bäume und abgerissener Stromleitungen am Vormittag gesperrt werden, die meisten davon führen durch bewaldetes Gebiet. Auch wenn der stärkste Sturm um die Mittagszeit etwas abzunehmen schien, ist laut Feuerwehr weiterhin mit starken Sturmböen bis in die kommende Nacht zu rechnen.

Die Rangliste der gemessenen Windgeschwindigkeiten führt im Landkreis zur Mittagszeit weiterhin Amtzell mit 113 Stundenkilometern an, gefolgt von Ebersbach/Musbach und Leutkirch-Herlazhofen (110) sowie Bad Waldsee (107).

13.57 Uhr: Sturm deckt Dach der Isnyer Grundschule teilweise ab

Das Dach der Turnhalle der Isnyer Grundschule auf dem Siloah-Gelände ist kurz nach Mittag vom Orkan teilweise abgedeckt worden. Die kupferne Abdeckung wurde auf einer Länge von etwa zehn Metern von den Windböen aufgerollt.

Die Schadensmeldung erreichte Feuerwehrkommandant Markus Güttinger kurz nach 12 Uhr, als er die Bereitschaft im Feuerwehrhaus gerade auflösen und selbst „eigentlich zum Mittagessen gehen“ wollte, weil in der Stadt bis dahin keine nennenswerten Schäden vermeldet worden waren und mit einem Abflauen des Orkans gerechnet wurde.

Güttinger rechnet mit einem mehrstündigen Einsatz, an dem aktuell rund 20 Feuerwehrmänner beteiligt sind, darunter vier Spezialkräfte der Isnyer Höhenrettung, neben der FFW Weingarten die einzigen im Landkreis Ravensburg. Zunächst soll laut des Kommandanten das schere, aufgerollte Kupferdach gesichert werden, damit anschließend die Feuerwehr das Turnahllendach notdürftig abdecken und gegen Niederschläge schützen kann.

Außerdem verlautete um 14 Uhr aus dem Isnyer Feuerwehrhaus, dass weitere Kräfte in die Obertorstraße in der Altstadt gerufen wurden. Dort drohen aktuell Ziegel vom Dach eines historischen Gasthofs geweht zu werden. Die Feuerwehr hat die Hebebühne eines Malergeschäftes aus Isny angefordert, da die große Drehleiter zur Absicherung der Höhenretter der Turnhalle im Siloah gebraucht wird. Wegen umgestürzter Bäume wurde die Stadtabteilung der Isnyer Feuerwehr sowie die Abteilung Rohrdorf zu weiteren vier Schadensstellen gerufen.

13.50 Uhr: Feuerwehr Kißlegg räumt Weg nach Rudishof frei

Die Feuerwehr Kißlegg musste am Vormittag unter anderem den Weg durch den Wald zum Weiler Rudishof von umgestürzten Bäumen befreien.

Feuerwehr Kißlegg im Einsatz.
Feuerwehr Kißlegg im Einsatz. (Foto: Feuerwehr Kißlegg)
Feuerwehr Kißlegg im Einsatz.
Feuerwehr Kißlegg im Einsatz. (Foto: Feuerwehr Kißlegg)

13.45 Uhr: Update zum umgestürzten Baum in Wangen 

Die Ravensburger Straße ist jetzt wieder frei. Trotzdem staut es sich weiterhin beidseitig.

13.33 Uhr: Das sind die aktuellen Einsatzzahlen - Die Lage hat sich entspannt

Die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg sind bisher zu 177 Einsätzen ausgerückt. Die Lage habe sich zwischenzeitlich deutlich entspannt, teilt Kreisbrandmeister Oliver Surbeck mit. 

In der Leitstelle der Ravensburger Feuerwehr koordinieren 17 Mitarbeiter die eingehenden Alarme, wo sonst acht Mitarbeiter sitze
In der Leitstelle der Feuerwehr in Ravensburg koordinieren 17 Mitarbeiter die eingehenden Alarme, wo sonst acht Mitarbeiter sitzen würden. (Foto: Feuerwehr Ravensburg)

13.19 Uhr: Bäume hängen in Oberleitungen 

Auf Höhe des Weilers Schurtannen hängen Bäume in den Oberleitungen der Bahnstrecke Kißlegg-Wangen.

Auf Höhe des Weilers Schurtannen hängen Bäume in den Oberleitungen der Bahnstrecke
Auf Höhe des Weilers Schurtannen hängen Bäume in den Oberleitungen der Bahnstrecke (Foto: Paul Martin)
Auf Höhe des Weilers Schurtannen hängen Bäume in den Oberleitungen der Bahnstrecke
Auf Höhe des Weilers Schurtannen hängen Bäume in den Oberleitungen der Bahnstrecke (Foto: Paul Martin)

13.01 Uhr: Feuerwehr fällt Bäume in Nessenreben

Die Feuerwehr in Weingarten ist aktuell dabei, zwei 30 Meter hohe Bäume in Nessenreben etwas unterhalb der Parkplätze des Freibades zu fällen.

Der eine Baum ist entwurzelt, der andere hat einen drei Meter langen Riss im Stamm.
Der eine Baum ist entwurzelt, der andere hat einen drei Meter langen Riss im Stamm. (Foto: Oliver Linsenmaier)

Der eine Baum ist entwurzelt, der andere hat einen drei Meter langen Riss im Stamm. Beide Bäume stehen sehr schief und drohen auf die Zufahrtstrasse zum Freibad Nessenreben zu fallen. Damit ist der gesamte Bereich Nessenreben aktuell gesperrt.

12.55 Uhr: Baum blockiert Straße in Wangen

Auf der Ravensburger Straße in Wangen ist ein Baum auf die Straße gefallen. Der Baum hätte beinahe ein Auto getroffen. Die Insassen blieben zum Glück unverletzt.

Dieser Baum fiel mitten auf die Ravensburger Straße in Wangen.
Dieser Baum fiel mitten auf die Ravensburger Straße in Wangen. (Foto: Susi Weber)

12.33 Uhr: Isny bis mittags von Orkanschäden verschont

Bis zur Mittagszeit sind bei der Isnyer Feuerwehr keinerlei gravierende Sturmschäden gemeldet worden. Im Industriegebiet am Achener Weg sei „ein Bäumle“ umgeblasen worden, das entfernt werden musste, und bei Schwanden blockierten kurzzeitig umgewehte Bäume eine Straße, die die Feuerwehr entfernte. Das war der Zwischenstand kurz vor Schichtwechsel um 12 Uhr.

Auch der Unterricht in den Isnyer Schulen konnte vormittags ohne Störungen abgehalten werden, verlautete aus dem Rathaus. Die Buslinien fuhren ebenfalls regulär, bis auf die Linie Isny-Kempten. Dort war der Verkehr am Vormittag eingestellt worden, im Laufe des Nachmittages soll entschieden werden, ab wann die Verbindung wieder aufgenommen wird.

Eine Ahnung von der Wucht des Sturmes war oberhalb einer Rodungsfläche an der Adelegg bei Rimpach östlich der L319 zwischen Isny und Leutkirch zu erahnen, wo die ersten Sturmböen kurz vor 9 Uhr einige freistehende Fichten mächtig zur Seite bogen. Gegen 9.30 Uhr war am künftigen Lärmschutzwall zum Neubaugebiet Mittelösch in Isny entlang der Isnyer Ostumfahrung, L319 ein umgekippter Bauzaun zu sehen.

Bürgermeister Rainer Magenreuter hoffte gegen 10.30 Uhr, nachdem er mit dem Bauhof Kontakt hatte, dass Isny weitgehend vom Sturm verschont bleibt, zumal auf einer Wetter-Tracking-App die erste Kaltfront, die für Isny signalisiert wurde, bereits durchgezogen war.

12.20 Uhr: Auch Wangener Wehr ist im Dauereinsatz

Auch die Wangener Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Seit 8 Uhr sei das Gerätehaus am Südring als Einsatzzentrale eingerichtet worden, wo alle Alarme aus der Region eingehen, wie Gesamtkommandant Christoph Bock berichtet. Seit 9 Uhr seien auch alle Feuerwehrhäuser der Abteilungen besetzt.

„Viele Bäume liegen auf der Straße, viele Straßen durch Wälder sind gesperrt“, so Bock weiter. „Rund um Wangen ist alles im Einsatz.“ Die Zahl der beteiligten Feuerwehrleute schätzt der Kommandant auf 150.

Konkret hatte es die Wangener Wehr neben dem schweren Lkw-Unfall auf der A96 mit einem abgedeckten Dach in der Maria-Catharina-Reich-Straße zu tun, wo es eine Art Wellen-Eternit-Abdeckung auf die Straße wehte. Mit der Drehleiter wurde der Schaden begutachtet.

Diverse Waldstücke und Straßen durch Wälder mussten wegen der Gefahr umstürzender Bäume gesperrt werden. Betroffen sind laut Bock beispielsweise die Bereiche Primisweiler/Pflegelberg, Wittwais/Ölmühle, Allewinden Richtung Saamen und Wangen Richtung Herzmanns. „Viele Bäume stehen bedenklich schief“, sagt Christoph Bock. „Wir warten, bis der Wind nachlässt, ehe wir da rein gehen, das ist sonst zu gefährlich.“

12.16 Uhr: Update zum Lkw-Unfall auf der A96

Die Unfallaufnahme auf der A96 ist inzwischen abgeschlossen. Wegen der Bergung der Lastwagen kommt es auf dem Abschnitt aber vorrausichtlich die nächsten drei Stunden noch zu Behinderungen.

Drei Lastwagen auf A96 in schweren Unfall verwickelt
Offenbar hatte sich die Abdeckplane eines unbeladenen Kieslasters gelöst. Dann kam es zu einer Kettenreaktion mit schweren Folgen. ORT: Neuravensburg

12.13 Uhr: Spitze des Leutkircher Narrenbaums stürzt ab

Ein Opfer von Sabine ist auch die Spitze des Leutkircher Narrenbaums geworden, die mit einem lauten Krach zu Boden gefallen ist.

12.11 Uhr: Nur zwei Stände beim Leutkircher Wochenmarkt

Auch der Leutkircher Wochenmarkt ist heute Vormittag nicht vom Orkan verschont geblieben, nur zwei Marktbeschicker sind gekommen.

Einer der beiden Marktstände ist eine Bäckerei aus Haidgau. „Ich habe einen Wagen und bin gut eingepackt“, so die Verkäuferin, warum sie trotz Sturm nach Leutkirch gekommen ist. Außerdem sei das Brot schon gebacken worden, wenn sie nicht gekommen wäre, hätte sie eventuell viele der frischen Lebensmittel wegschmeißen müssen, erklärt sie. Auch wenn viele Stammkunden trotz Wind gekommen seien, sei insgesamt natürlich viel weniger los gewesen.

Der Leutkircher Wochenmarkt besteht diesen Montag aus zwei Ständen.
Der Leutkircher Wochenmarkt besteht diesen Montag aus zwei Ständen. (Foto: Patrick Müller)

Der Zweite Stand ist ein Obsthändler aus Tettnang. Der Verkäufer erklärt, dass sie sich natürlich Gedanken gemacht habe, ob sie den Weg nach Leutkirch machen, aber sich dann doch dafür entschieden hätten, da es am morgen noch nicht geregnet habe. Und es seien jetzt ja auch einige Leute auf den Markt gekommen.Verkauft wird direkt aus dem Hänger heraus. Allerdings gibt der Verkäufer dann doch noch zu, dass er ab und zu schon nach oben schaut, ob die Dachziegel der umliegenden Häuser noch alle halten.

12.10 Uhr: Bisherige Bilanz der Feuerwehr Leutkirch

Die Feuerwehr Leutkirch ist am Montagvormittag zu insgesamt 28 Einsätzen ausgerückt, wie Martin Waizenegger berichtet. Anlass waren vor allem umgestürzte Bäume über der Straße und abgedeckte Hausdächer.

Im Bereich Herbrazhofen und Ottmanshofen mussten mehrere Straßen gesperrt werden. Ottmanshofen war zeitweise komplett abgeschnitten, da alle fünf Zufahrtswege gesperrt waren, so Waizenegger.

Inzwischen sei aber die Zufahrt von Hofs aus wieder frei. Insgesamt ist die Leutkircher Feuerwehr am Montagvormittag mit sieben Abteilungen und rund 80 Feuerwehrleuten im Einsatz. Los ging es um 5.37 Uhr mit einem umgestürzten Baum in der Sudetenstraße, sagt Waizenegger. Nachdem der Wind am späten Vormittag ruhiger geworden ist, sei man derzeit noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

12.09 Uhr: So geht der Ravensburger Waldkindergarten Hirscheck mit dem Sturm am

Der Ravensburger Waldkindergarten Hirscheck wich am Montagmorgen wegen der gefährlichen Wetterlage auf andere Räume aus. Bereits am Freitag hatte die Leitung des Kindergartens nach Absprache mit dem zuständigen Förster Wolfram Fürgut entschieden, dass am Montag alle 94 Kinder des Waldkindergartens in den für solche Fälle zur Verfügung stehenden Ausweichräumen betreut werden sollen.

So konnte laut Heidi Lindel vom Waldkindergarten Hirscheck eine Gruppe in die Kindertagesstätte Villa Emma ausweichen, eine andere Gruppe durfte den stürmischen Vormittag in der Grundschule Oberzell verbringen. „Die Sicherheit die Kinder geht immer vor“, sagte Heidi Lindel. 

12 Uhr: Schulbusse kommen in Bad Walsee gut durch

Die Geschäftsführerin von Omnibus Müller Gaisbeuren teilte am Montagmorgen hörbar erleichtert mit, dass alle 32 Schulbusse und alle 32 Fahrer gut durch den stürmischen Vormittag gekommen seien und dass alle Fahrgäste heil an ihren Zielen abgeliefert werden konnten.

„Das Handy bimmelte ununterbrochen, es mussten mehrere Umleitungen gefahren werden aufgrund querliegender Bäume, aber außer nach Wolfegg sind unsere Busse überall hingekommen, auch wenn etwas verspätet aufgrund des Sturms“, betonte Elke Müller. „Alles in allem ist der Raum Bad Waldsee noch glimpflich davongekommen im Vergleich zu anderen Regionen.“

11.54 Uhr: Arbeiten auf Baustellen ausgesetzt

Beim Bad Saulgauer Bauunternehmen Reisch, das unter anderem auch in Ravensburg, Friedrichshafen und Lindau aktiv ist, sind sämtliche 30 Baustellen dicht. „Das ist einfach zu gefährlich“, erläutert Prokurist Franz-Josef Luib, zuständig für den Geschäftsbereich Rohbau.

Schließlich könne es immer mal passieren, dass irgend etwas weggeweht werde und im schlimmsten Fall einem Mitarbeiter an den Kopf fliegt. Oder der Wind könnte einen meterhoch beladenen Transporter umwerfen. Daher sei am Sonntagnachmittag in Anbetracht der heftigen Prognosen entschieden worden, auf allen Baustellen eine Sturmpause einzulegen – die 220 betroffenen Mitarbeiter bauen heute Überstunden ab.

Unter anderem ist die Firma Reisch gerade in Ravensburg mit dem dritten Bauabschnitt des Baugebiets „Am Hofgut“ in der Weststadt zugange, baut Mehrfamilienhäuser in Friedrichshafen-Allmannsweiler und das neue Eichwaldbad in Lindau.

Luib geht davon aus, dass am Dienstag auf den Baustellen wieder regulär gearbeitet wird. Entschieden wird aber aktuell je nach Wetterprognose: „Die beobachten wir den Tag über und instruieren unsere Baustellenleiter dann entsprechend.“

11.51 Uhr: Sturm deckt Dach in Weingarten ab 

In Weingarten hat Sturm „Sabine“ das Dach eines Wohnhauses im Robert-Koch-Weg abgedeckt. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr wurde niemand verletzt.

Insgesamt waren in den vergangenen Stunden 45 Feuerwehrleute in Weingarten alarmiert. Aktuell sind aber nur noch 15 von ihnen im Einsatz. „Es beruhigt sich jetzt schon“, sagt Pressesprecher Alexander Binder.

11.50 Uhr: So ist die Situation an den Schulen bei Wangen 

Zum Unterricht im Rupert-Neß-Gymnasium in Wangen sind laut Schulleiter Michael Roth rund zwei drittel der Schüler gekommen. Ob es sich bei den abwesenden Kindern und Jugendlichen um Schüler handelt, die mit dem Bus zur Schule kommen lasse sich nicht sagen. Der Unterricht verlaufe wie immer, nur eben mit weniger Schülern in der Klasse.

In der Andreas -Rauch-Realschule zeichnet sich ein ähnliches Bild: Hier sind laut Schulleiter Heiko Kloos ebenfalls zwei drittel der Schüler anwesend. Vor allem in den Klassen, in denen Schüler aus Bayern sitzen würden heute besonders viele Kinder und Jugendliche fehlen. Das erklärt sich der Schulleiter so: „Weil in Bayern die Schulen heute komplett geschlossen haben, lassen Eltern, die im Freistaat wohnen, ihre Kinder eher zuhause.“

Deutlich weniger Schüler sind heute zum Unterricht in das Ländliche Schulzentrum in Amtzell gekommen. Das liege laut Sandra Kaiser, die das Sekretariat betreut, auch an den vielen Kindern, die mit dem Bus zur schule kommen. Die Lehrer hätten keine Probleme gehabt. „Ich bin ja auch da“, sagt sie und lacht.

In der Gemeinschaftsschule in Argenbühl dagegen sind die meisten Schüler da. Von 300 würden rund 30 Kinder und Jugendliche fehlen, berichtet Schulleiterin Maria Stemmer. Sie hätte sich allerdings vom Landesministerium eine klarere Aussage gewünscht, ähnlich wie in Bayern. „ Die Eltern wollten heute morgen von mir wissen, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken können oder nicht.“ Die Verunsicherung sei groß gewesen und hätte sich vom Land vermeiden lassen können.

Rund 150 Schüler von 400 fehlen aufgrund des Orkantiefs an der Realschule in Kißlegg. Einen vergleichbaren Vorfall gab es laut Sekretariat an der Schule bisher noch nicht. Bei den fehlenden Schülern handelt es sich überwiegend um Kinder die nicht aus Kißlegg kommen.

11.45  Uhr: Schulfrei ab 11.45 in Bad Waldsee 

Nach stürmischer Nacht standen am Montag punkt 7.30 Uhr zwar alle Lehrkräfte des Waldseer Döchtbühlgymnasiums auf der Matte. Aber eben nur die Hälfte der 600 Schüler hatte sich auf den Weg in die Schule gemacht, nachdem sich schon die halbe Nacht große Bäume unter der Wucht des Orkans gebogen haben und dies den Eltern zu gefährlich erschien.

„Klare Sache: Das Kultusministerium hat die Entscheidung den Eltern überlassen, die Kinder zu schicken oder nicht und für uns ist das so in Ordnung. Aber wir geben nun ab 11.45 Uhr für alle schulfrei, weil in halben Klassen zu unterrichten, macht keinen Sinn, da müsste mit den fehlenden 300 zu vieles nachgeholt werden“, begründet der Rektor seine Entscheidung. Ab Dienstag laufe der Unterricht mit nachlassendem Winterorkan aber wieder „normal“, kündigte Robert Häusle an.

11.45 Uhr: Informationen zum Stromausfall in Ravensburger Schule

Im Bildungszentrum St. Konrad in Ravensburg kam es am Morgen zu einem Stromausfall. Ein vom Sturm abgerissener Ast beschädigte eine Stromleitung.

Laut Schulleiter der Realschule St. Konrad, Gerd Hruza, waren Feuerwehr und Energieversorger TWS sofort zur Stelle. Schon 20 Minuten später war demnach der Schaden an den Leitungen behoben und der Strom in den Schulgebäuden wieder da.

11.27 Uhr: Wangener Innenstadt ist menschenleer 

Orkantief „Sabine“ hat auch den Raum Wangen fest im Griff. Die hiesigen Feuerwehren sind seit circa 8.30 Uhr im Dauereinsatz, vor allem wegen umgestürzter Bäume.

Viele Menschen haben aufgrund der umfangreichen Warnungen im Vorfeld offensichtlich Vorsicht walten lassen. So ist die Wangener Innenstadt deutlich leerer als an gewöhnlichen Wochentagen.

Das gilt auch für die innenstadtnahen Autostellflächen. Wo auf dem Großparkplatz P14 vormittags normalerweise kaum ein Platz frei ist, war am Montag etwa ein Drittel des Areals leer.

11.15 Uhr: Baum in Weingarten auf Autos gestürzt

Auch in Weingarten ist die Feuerwehr im Dauereinsatz. So hat der Sturm einen riesigen Baum in der Beethovenstraße entwurzelt und umstürzen lassen.

Dieser fiel auf zwei parkende Autos, die unter der Last des Baumes komplett zerdrückt wurden. Glücklicherweise befand sich zu diesem Zeitpunkt kein Mensch in den Autos, erklärte Pressesprecher Alexander Binder. Es wurde also niemand verletzt.

In Weingarten hat der Sturmeinen Baum entwurzelt und umstürzen lassen.
In Weingarten hat der Sturm einen Baum entwurzelt und umstürzen lassen. (Foto: Feuerwehr Weingarten)
Umgestürzte Bäume liegen auf zwei PKW´s
Die Autos wurden unter der Last des Baumes komplett zerdrückt. (Foto: Feuerwehr Weingarten)

11.13 Uhr: Einige Orte sind weiterhin ohne Strom  

Im Bereich Oberschwaben-Bodensee-Heuberg hat es in der Nacht von Sonntag auf Montag und am Montag 40 größere Stromausfälle gegeben. Grund dafür waren vor allem umstürzende Bäume auf Mittelspannungsleitungen.

Der Schwerpunkt liegt laut Netze-BW-Sprecher Ulrich Stark im östlichen Landkreis Ravensburg. Im westlichen Landkreis Ravensburg, im Schussental sowie im Bodenseekreis blieb es dagegen ruhig. Ein paar wenige Einzelhäuser waren im Bereich Horgenzell ohne Strom.

Am meisten betroffen war der Bereich Aichstetten entlang der Autobahn 96 in Richtung Wangen. Stromausfälle gab es auch in Altusried und Merazhofen, Leutkirch war laut Stark lediglich am Rande betroffen.

Die zweite größere Störung gab es auf der Leitung von Aulendorf über Reute-Gaisbeuren bis hin nach Bergatreute, Wolfegg, Vogt und Amtzell. Die meisten Haushalte sind mittlerweile wieder ans Netz angeschlossen.

Am Sonntagabend um 18.25 Uhr hat es einen kuriosen Zwischenfall in Kofeld in der Gemeinde Bodnegg gegeben. „Uns wurde gemeldet, dass ein Weidezaun eine Stromleitung berührt hat. Wie das gegangen ist, kann ich mir nicht erklären“, sagt Ulrich Stark.

Da es sich lediglich um einen kurzen Kontakt handelte, wurde die automatische Wiedereinschaltung aktiviert. Ein Stromausfall war also nicht zu merken.

11.10 Uhr: Etliche Straßen rund um Bad Waldsee sind gesperrt

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometer fegt das Sturmtief auch über Bad Waldsee. Umgeknickte Bäume, zu Boden gefallene Dachziegel und so mancher Unfall forderten die Einsatzkräfte. Etliche Straßen sind derzeit gesperrt, wie beispielsweise die L275 in Elchenreute und die L300 am Haidgauer Berg.

An der Bleichestraße in Bad Waldsee entwurzelte der Sturm einen Baum. Er kam nur knapp neben der überdachten Fahrradabstellanlag
An der Bleichestraße in Bad Waldsee entwurzelte der Sturm einen Baum. Er kam nur knapp neben der überdachten Fahrradabstellanlage zum Liegen. (Foto: Wolfgang Heyer)

Im Waldstück zwischen Roßberg und Mennisweiler kam am Montagmorgen ein Lastwagen von der Fahrbahn ab. Nicht nur diese Straße musste gesperrt werden. Die Feuerwehr Bad Waldsee musste zwischen 5.30 Uhr und 10 Uhr gleich 23 Mal ausrücken, wie die Feuerwehrsprecher Marcel Huber und Matthias Lessig berichten. Die Gesamtfeuerwehr ist mit rund 120 Feuerwehrangehörigen im Einsatz. Aufgrund von Stromschwankungen musste im Feuerwehrhaus das Notstromaggregat eingeschaltet werden.

11.05 Uhr: Schulen in Bad Wurzach sind leer 

„Rund ein Drittel der Schüler sind da“, berichtet Jutta Kiebler, Schulleiterin der Werkrealschule. Auch einige Kollegen fehlen. „Ohne dass der Schnee Ursache ist, hatten wir so etwas noch nie.“

Rund 200 von 456 Jugendlichen kamen in die Realschule. „Vor allem, weil die Busse nicht gefahren sind“, so Rektor Dietmar Schiller, in dessen Sekretariat zahllose Mails und Anrufe den Morgen über eingingen. Ähnlich die Situation am Gymnasium Salvatorkolleg. „Etwa die Hälfte unserer 720 Schüler sind da“, sagt der stellvertretende Schulleiter Klaus Amann.

Das Busunternehmen Ehrmann, das viele Linien und den Schülerverkehr fährt, stellte am Vormittag zwischen 7.30 und 10.30 Uhr den Fahrbetrieb ein. „Viele unserer Busse konnten wegen umgestürzter Bäume nicht weiterfahren und in der Folge Haltestellen gar nicht oder mit großer Verspätung anfahren“, berichtet Kathrin Ehrmann.

11 Uhr: Erste Bilanz der Feuerwehr im Kreis Ravensburg

Der Sturm hat am Morgen die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg stark gefordert. Bis 10.40 Uhr am Morgen hat die Leitstelle bereits 143 Einsätze gezählt, wie Kreisbrandmeister Oliver Surbeck sagte. Zum Vergleich: Im Kreis Sigmaringen wurden bis dahin 50, im Bodenseekreis 35 Einsätze gezählt.

Gerufen wurden die Einsatzkräfte im Kreis Ravensburg vor allem wegen umgestürzter Bäume, die Straßen blockierten. In Altshausen sei ein Baum auf Bahngleise gestürzt. Auf der A96 habe sich ein Unfall ereignet. Darüber hinaus habe es aber keine Verletzten gegeben.

Dieses Bushaltestellenhäuschen in Unterzeil hielt dem starken Wind nicht Stand.
Dieses Bushaltestellenhäuschen in Unterzeil hielt dem starken Wind nicht Stand. (Foto: Feuerwehr Leutkirch)

Die maximale Windgeschwindigkeit wurde im Kreis Ravensburg in Amtzell-Grenis gegen 9.30 Uhr gemessen: Der Wind pfiff dort mit 113 Stundenkilometern über die Landschaft. Surbeck wird in der Leitstelle von einem meteorologischen Fachberatungsdienst mit Informationen über die Wetterlage versorgt. Demnach ist eher keine Verschlimmerung der Sturmlage mehr zu erwarten – zumindest im westlichen Landkreis.

Im östlichen Landkreis hatten um 10.40 Uhr noch die Feuerwehren in Wangen, Leutkirch und Isny sogenannten Vollalarm ausgelöst. Das heißt, dass alle Feuerwehrleute zum Feuerwehrmagazin kommen müssen, um von dort in den Einsatz geschickt zu werden. In der Leitstelle koordinieren 17 Mitarbeiter die eingehenden Alarme, wo sonst acht Mitarbeiter sitzen würden.

Die Aufräumarbeiten werden den ganzen Tag über dauern, sagt Kreisbrandmeister Surbeck am Vormittag. Kleinere Straßen durch Waldstücke habe man am Morgen einfach gesperrt, wenn dort Bäume umgestürzt seien. „Da schick ich keinen in den Wald rein, wenn’s oben in den Bäumen pfeift“, so Surbeck.

Er lobt die Zusammenarbeit mit der Polizei als „genial“. Dass sich das Polizeipräsidium jetzt wieder in Ravensburg befinde, erleichtere die Zusammenarbeit, sagt Surbeck. Auch die Kooperation mit den Straßenmeistereien, die beispielsweise Absperrungen vornehmen und Schäden melden, klappe gut.

10.10 Uhr: Heftige Böen und Starkregen in Ravensburg

Jetzt hat der Sturm auch Ravensburg erreicht. Gerade gab es rund 15 Minuten lang heftige Sturmböen, begleitet von Starkregen. Kollegen von Schwäbische.de sind hier in unserer Redaktion im Gespräch mit Roland Roth von der Wetterwarte Süd. Er wird für uns die aktuelle Lage auf Basis neuester Wetterdaten noch einmal einschätzen.

Bislang halten sich die Folgen von Sturm Sabine in Baden-Württemberg zwar noch in Grenzen. Experten erinnern jedoch daran, dass der Höhepunkt des Sturms gerade im Südwesten noch ausstehen könnte. Wir halten Sie aber über die Entwicklung an dieser Stelle auf dem Laufenden.

9 Uhr: Schwerer Unfall auf der A96 bei Wangen

Schwerer Lkw-Unfall am Montagmorgen auf der A96 bei Wangen: Laut Polizei sind drei Lastwagen beteiligt, zwei Fahrer wurden schwer verletzt. Die Autobahn in Richtung Memmingen ist zwischen den Ausfahrten Weißensberg und Wangen-West gesperrt.

Drei Lastwagen sind in einen Verkehrsunfall verwickelt, der sich am Montag gegen 9 Uhr auf der Autobahn 96 auf Höhe Neuravensburg, in Fahrtrichtung Memmingen, ereignet hat. Nach ersten Informationen der Polizei hatte sich die Abdeckplane eines unbeladenen Kieslasters gelöst. Dessen Fahrer fuhr darauf auf den Seitenstreifen, um die Plane zu befestigen. Dies habe ein anderer Fahrer eines Sattelzugs gesehen, sei an dem stehenden Lkw vorbei- und ebenfalls rechts rangefahren, um seinem Kollegen zu helfen.

Laut Polizei sind bei einem Unfall auf der A96 drei Lastwagen beteiligt, mindestens ein Fahrer ist verletzt.
Laut Polizei sind bei einem Unfall auf der A96 drei Lastwagen beteiligt, mindestens ein Fahrer ist verletzt. (Foto: Thomas Pöppel)

Es folgte ein dritter Lastwagen, der aus unbekannter Ursache zu weit rechts gefahren sei und den ersten, stehenden Lkw gestreift habe. Dabei sei der Lastwagen an die Seite gedrückt worden und habe einen der Fahrer zwischen Fahrzeug und Leitplanke eingeklemmt. Durch das Streifen kam der fahrende Lkw in der Folge weiter nach rechts ab und fuhr frontal auf den zweiten stehenden Sattelzug auf.

Hierbei verletzte sich der Fahrer ebenfalls schwer. Beide Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Autobahn ist bis zur Bergung mindestens eines Sattelzugs in Fahrtrichtung Memmingen gesperrt, der Verkehr aus Richtung Lindau wird vorab abgeleitet, wie die Polizei mitteilt.

Wegen des Sturms war die Autobahn 96 zwischen etwa 10 und 11 Uhr auch bei der Anschlussstelle Wangen-Nord gesperrt, und zwar in südlicher Fahrtrichtung. Der Grund hier waren umgestürzte Bäume, wie die Polizei meldet.

8.40 Uhr: Flugverkehr in Memmingen und Friedrichshafen bisher nicht betroffen

Am Allgäu-Airport in Memmingen verläuft aktuell (Stand 08.40 Uhr) noch alles nach Plan, erklärt Pressesprecherin Marina Siladji auch Nachfrage von Schwäbische.de. Flugausfälle gibt es bislang keine.

Ob das so bleibt, müsse allerdings auch in Memmingen vom weiteren Verlauf des Sturms abhängig gemacht werden. Die Fluglinien würden dann situativ entscheiden, ob Verbindungen gestrichen werden würden oder nicht.

Passagiere können sich hier auf der Webseite des Flughafen Memmingen über aktuelle Flugverbindungen und mögliche Verzögerungen oder Ausfälle informieren.

Etwas anders die Lage am Bodensee-Airport in Friedrichshafen. Dort sei der Flug von Düsseldorf nach Frankfurt am Morgen noch planmäßig abgehoben, der Flug nach Hamburg mit Verspätung. Die Verbindung nach Frankfurt um 10.25 Uhr musste gestrichen werden, erklärt Pressesprecher Andreas Humer-Hager. 

"Wir rechnen allerdings damit, dass im weiteren Verlauf des Tages noch Ausfälle hinzukommen können", so Humer-Hager weiter. Dies läge allerdings nicht zwangsläufig an der Sturmsituation am Bodensee, sondern an der Lage an den Abflug- oder auch Zielorten. So hatten sich bereits Flüge von British Airways am Sonntag aufgrund der stürmischen Situation in Großbritannien verzögert.

8.30 Uhr: Lage im Kreis Ravensburg bisher ruhig

Die Ruhe vor dem ganz großen Sturm: So kann in etwa die aktuelle Lage im Landkreis Ravensburg am frühen Montagvormittag zusammengefasst werden. Während die Ausläufer des Orkans in der Region Oberschwaben erst im Laufe der nächsten Stunden erwartet werden, verläuft der Verkehr auf den Straßen weitgehend normal. Allerdings ist der Zugverkehr zwischen Friedrichshafen und Ulm sowie Leutkirch und Wangen stark eingeschränkt.

So erleben Reisende das Sturmtief am Bahnhof Ravensburg
Bahnverkehr eingestellt – sind Sie betroffen? So erleben Reisende in Ravensburg das Sturmtief "Sabine" am Montagmorgen.

Keine besonderen Vorkommnisse meldeten gegen 9 Uhr die Feuerwehren in Ravensburg und Weingarten. Es habe lediglich einen umgestürzten Baum in den frühen Morgenstunden gegeben, teilte Pascal Bachmann, bei der Feuerwehr Ravensburg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit.

Auch Alexander Binder, stellvertretender Feuerwehrkommandant in Weingarten, berichtete von einem Baum, der auf einen Radweg fiel und von den Kollegen beiseite geräumt werden musste.

Viele Kinder gehen nicht zur Schule

Viele Eltern hatten ihre Kinder erst gar nicht in die Schule geschickt. So blieben in der Gemeinschaftsschule Ravensburg am Standort Süd morgens zahlreiche Plätze frei.

Die Pause verbrachten die Schüler in den Gebäuden. Diese Vorsichtsmaßnahme war offenbar auch nicht übertrieben: Am Morgen war am Standort Neuwiesen im Schulhof ein Baum umgestürzt. Die große Fichte sollte zudem angeknackst sein.

Abgesperrten Bereich auf einem Schulhof
Am Schulstandort Neuwiesen war am Morgen ein Teil des Schulhofes abgesperrt. Ein Baum war umgestürzt. (Foto: fh)

Auch an der Grundschule Oberzell waren Kinder zu Hause geblieben. Im Raum Wangen fuhren die Linienbusse des bodo-Verkehrsverbunds laut Auskunft mehrerer Busfahrer gemäß Fahrplan. Sie berichteten allerdings auch, dass weniger Schüler als sonst zugestiegen seien.

Der Schulleiter der Gemeinschaftsschule Horgenzell Markus Bichler erklärte, dass rund 200 von insgesamt 530 Schülern aufgrund des Sturmtiefs nicht zur Schule kamen. Es seien vor allem ältere Schüler, die den Weg zur Schule nicht antreten konnten, Grundschüler seien mehrheitlich anwesend.

In der Gemeinschaftsschule Bergatreute fehlten etwa 60 von 300 Schülern, in der Grund- und Werkrealschule St. Konrad besuchten nur etwa 40 Schüler von rund 800 den Unterricht nicht.

Anders sieht es auf den Bahnstrecken aus: Zwar verkehrten am frühen Morgen zwischen Ulm und Friedrichshafen noch Züge, doch danach wurde der Zugverkehr eingestellt. Laut Homepage der Deutschen Bahn verkehrt bis mindestens zur Mittagszeit zwischen der Donaumetropole und dem Bodensee keine Züge mehr.

Bei Vetter Ravensburg kamen einige Mitarbeiter später an die Arbeit, weil ihr Weg morgens durch Waldstücke führte und sie nichts riskieren wollten. Auf der Autobahn A96 in Höhe der Anschlussstelle Wangen-West waren die Autofahrer am Morgen deutlich langsamer unterwegs als sonst.

 

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