Streuobstprojekt im Kreis Ravensburg soll Lebensraum schützen

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Achbergs Bürgermeister Johannes Aschauer erläutert die Bedeutung von Streuobstbäumen für die Artenvielfalt.
Achbergs Bürgermeister Johannes Aschauer erläutert die Bedeutung von Streuobstbäumen für die Artenvielfalt. (Foto: Landratsamt Ravensburg)
Schwäbische Zeitung

Interessenten am Projekt können sich bei ihrer Gemeindeverwaltung melden.

Auf einer Streuobstwiese in Achberg-Bahlings ist nun der offizielle Startschuss für das Projekt „1000 Schnittige Obstbäume“ des Landkreises Ravensburg gefallen. Wie das Landratsamt mitteilt, werden durch das Projekt in den Wintermonaten 2018/2019 Eigentümer von Streuobstbeständen in den Gemeinden Achberg, Baienfurt, Ebenweiler, Fronreute, Waldburg, Wilhelmsdorf und Wolpertswende bei der Pflege von insgesamt 1000 Obstbäumen unterstützt.

Derzeit sind die Gemeinden dabei, die zu pflegenden Bestände auszuwählen. Gegen Ende des Jahres wird dann mit den Schnittarbeiten begonnen. Geplant ist, dass die Streuobstförderung danach flächendeckend im Landkreis etabliert wird. Mit den Streuobstbäumen von Manfred Elbs in Achberg steht einer der Bestände für die Förderung bereits fest. Beim Vor-Ort-Termin tauschten sich Bürgermeister Johannes Aschauer (Achberg), Bürgermeister Tobias Brändle (Ebenweiler), Iris Steger, diverse Fachwarte für Obst- und Gartenbau sowie weitere Vertreter teilnehmender Gemeinden zum Thema Streuobst aus und informierten über das anstehende Projekt, das den Erhalt von Streuobstwiesen gewährleisten soll.

Denn Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild in Oberschwaben und sind zudem ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Arten. Allerdings, so das Landratsamt weiter, sind viele der oberschwäbischen Streuobstbestände mittlerweile verschwunden, überaltert oder mangels ausreichender Pflege zunehmend gefährdet. Gründe für den schlechten Pflegezustand seien neben dem grundlegenden Strukturwandel und Kostendruck in der Landwirtschaft, fehlende Zeit und mangelndes Wissen über die fachgerechte Pflege der Streuobstbäume.

Wertvolles Wissen zur Baumpflege

Bereits im Winter 2017/18 hat der Landschaftserhaltungsverband mit Unterstützung des Landkreises Ravensburg in einem Pilotprojekt mehr als 200 Streuobstbäume gepflegt. Auch in den Wintermonaten 2018/2019 werden ausgebildete Fachwarte für Obst- und Gartenbau die Schnittarbeiten vornehmen. Finanziert werde dies jeweils zu einem Drittel durch die Eigentümer, die Gemeinden und den Landkreis. Neben einem fachgerechten Pflegeschnitt erhalten die Eigentümer laut Pressemitteilung wertvolles Wissen zur Baumpflege und zur Bewirtschaftung des Grünlands. Beides sei wichtig für die „blühenden Landschaften auf zwei Etagen“, wie die Leiterin des Bau- und Umweltamts beim Landratsamt, Iris Steger, die Streuobstwiesen nennt. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Umweltpädagogik soll durch das Projekt aber auch die Wertschätzung für die Streuobstbewirtschafter in der Bevölkerung gesteigert werden.

Interessenten am Projekt können sich bei ihrer Gemeindeverwaltung melden.

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