Streit um geplante E-Auto-Ladestationen

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 Ein Elektroauto „tankt“ an der Ladesäule Strom. 80 solcher Säulen sollen in die Tiefgarage unter dem Marienplatz eingebaut werd
Ein Elektroauto „tankt“ an der Ladesäule Strom. 80 solcher Säulen sollen in die Tiefgarage unter dem Marienplatz eingebaut werden. Für Stadtrat Rolf Engler (CDU) Grund zur Sorge. (Foto: Hendrik Schmidt)
Katharina Höcker

Das Thema Brandschutz sorgt für Streit bei der Sanierung der Ravensburger Marienplatztiefgarage. Stadtrat Rolf Engler (CDU) befürchtet, dass von den geplanten 80 E-Auto-Ladestationen eine erhöhte Brandgefahr ausgeht. Er forderte daher ein Sicherheitskonzept, dass die Gefahr durch ein brennendes Elektroauto berücksichtigt. Die Stadt Ravensburg und die Grünen halten das derzeitige Brandschutzkonzept hingegen für ausreichend.

Für den Brandfall sei die Garage zukünftig mit allen notwendigen technischen Einrichtungen ausgestattet, teilte die Stadt Ravensburg auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit. Diese gehe „zum Teil deutlich über die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen hinaus“.

Aufwendiger Löschvorgang

Dass nach dem Großfeuer im Jahr 2014 durch ein benzinbetriebenes Fahrzeug dem Brandschutz ein hoher Stellenwert beigemessen werde, sei selbstverständlich, erklärten die Grünen. „Von den Ladesäulen selbst geht so wenig Gefahr aus wie von einer Steckdose, vom Ladevorgang ebenso wenig“, hieß es in ihrer Pressemitteilung. Die Grünen nennen Englers Aussagen „unverständlich“. „E-Mobilität bringt neue Herausforderungen mit sich“, sagt der Kommandant der Ravensburger Feuerwehr, Claus Erb. „Ein solcher Brand lässt sich nicht wie bei einem normalen Fahrzeug löschen.“ Während ein mit Benzin betriebener Pkw in etwa 30 Minuten gelöscht werden könne, dauere es bei einem E-Auto zwischen drei und vier Stunden.

Der Grund: Sobald der Akku brennt, gibt er immense Hitze ab, die dazu führen könne, dass sich das Feuer erneut entzündet. Die Feuerwehr hätte im Ernstfall zwei Möglichkeiten. Entweder könne man das Fahrzeug kontrolliert abbrennen lassen oder vom Standort entfernen und in einer Wassermulde versenken, bis der Akku endgültig ausgekühlt sei, so Erb.

Ladestationen für Elektroautos in der Region

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