Stadtkirchengemeinde blickt voraus

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Beim Neujahrsempfang begegneten sich evangelische und katholische Gäste im Südschiff der Evangelischen Stadtkirche
Beim Neujahrsempfang begegneten sich evangelische und katholische Gäste im Südschiff der Evangelischen Stadtkirche (Foto: Blöchinger)
Maria Anna Blöchinger

„Christus ist Anfang und Ende“, begrüßte Dekan Friedrich Langsam dem Jahreswechsel die Gäste. Lied und Ansprache von Pfarrer Gottfried Heinzmann vertieften die ökumenische Jahreslosung 2019: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“ Zielstrebig sieht Pfarrer Philipp Jägle von der Bauplanungsgruppe der Erneuerung der Stadtkirche entgegen.

Mit den zahlreichen Kirchenbesuchern übte Pfarrer Gottfried Heinzmann das schwungvolle Lied „Frieden finden“ ein. Der fachlich-theologische Vorstand der Zieglerschen in Wilhelmsdorf hat es eigens zur Jahreslosung 2019 mit Kirchenmusiker Hans-Joachim Eißler geschrieben.

In seiner Ansprache überlegte Pfarrer Heinzmann, wie Gott sich wohl den Frieden auf Erden gedacht habe. Nach 70 Jahren Frieden in der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise Abwesenheit von Krieg verbreiteten sich heute zunehmend Unsicherheit und Streitlust. Der Pfarrer zitierte den britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der meinte, man solle die Religionen abschaffen, damit die Welt Frieden finde.

Im Kern christlicher Religion aber wolle Jesus Christus Frieden durch sein Kreuz schaffen, stellte Pfarrer Heinzmann klar. Den Mächtigen der Welt sei Gott in Jesus als ohnmächtiges Kind begegnet. Wenn Gott Frieden schenkt, spüre man, „wie er die Bruchstücke unseres Lebens zusammenfügt,“ wusste er. Den Weg mit Gott aus innerer Zerrissenheit prägten Regelmäßigkeit, Rituale, Unterricht in gutem Leben und Einstehen für andere. Mit dem Friedensgruß schloss Dekan Langsam den Gottesdienst.

Offiziell waren Christen beider Konfessionen zu diesem Neujahrsempfang eingeladen. Im Südschiff der Stadtkirche warteten kleine Speisen und Getränke, um die Gäste bei Austausch und Begegnung zu stärken.

Viele Baumaßnahmen kosten viel Geld

In einer Lichtbilderpräsentation informierte Nordstadt-Pfarrer Philipp Jägle über die Planung des zweiten Bauabschnitts und die anstehenden Maßnahmen in sechs Punkten. Erstens verlangt die Elektrik unbedingt neue Stromleitungen. Ein neues Lichtkonzept und eine neue Akustikanlage stehen an. Zweitens wird die Heizung erneuert, wahrscheinlich mit einem großen Gasbrenner. Dabei werden problematische Baustoffe in der Luftzufuhr und im Parkettboden entfernt. Drittens ist ein barrierefreier Zugang zum Chorraum geplant. Viertens steht eine Reinigung der Wände und eine Putzausbesserung an. Fünftens werden die Reformatoren-Fenster gesichert und saniert. Diese Baumaßnahme finanziert das Bundesdenkmalamt.

Punkt sechs betrifft die Umgestaltung des Innenhofs. Da der Finanzierungsrahmen der Gesamtkirchengemeinde 1,6 Millionen Euro umfasse und die Heizung schon 400 000 Euro ausmachte, müsse man überlegen, was verzichtbar sei und Punkt vier und sechs hintanstellen. Die mit Architekt Lutz geplante Bauphase erstrecke sich von Spätsommer bis Weihnachten 2019. Nun habe der Gesamtkirchenrat darüber abzustimmen.

Dekan Friedrich Langsam nannte den aktuellen Spendenstand von 400 000 Euro und dankte den Spendern für die stolze Summe. Mit einem neu gestalteten Faltblatt bat er gleichzeitig um weitere Spenden.

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