Spur des möglicherweise tödlichen Potenzmittels „Rammbock“ führt in die Region

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Schwäbische Zeitung
Deutsche Presse-Agentur
Digitalredakteur

Die Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt nach dem Fund eines Medikamentes in einem als natürlich angepriesenen Potenzmittel gegen einen Geschäftsmann aus Friedrichshafen.

Am Donnerstag habe es bereits Durchsuchungen in Friedrichshafen gegeben, bei denen Pillen sichergestellt worden seien, sagte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Man geht davon aus, dass der Vertrieb in ganz Deutschland erfolgt ist.

Ermittlungsverfahren gegen Firmenbesitzer

Das Regierungspräsidium Tübingen hatte ebenfalls am Donnerstag vor dem im Internet gehandelten Nahrungsergänzungsmittel namens „Rammbock“ gewarnt und mittlerweile Strafanzeige gestellt. 

Nach Angaben des Sprechers kommt es auch international häufiger vor, dass Nahrungsergänzungsmittel auftauchen, die gegen das Arzneimittelrecht verstoßen. „Rammbock“ soll auch in Wettbüros vertrieben worden sein. Dies sei ein bislang unbekannter Vertriebsweg.

Wir stehen momentan noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Polizeisprecher Oliver Weißflog

Die Polizei in Konstanz ist nach Angaben von Sprecher Oliver Weißflog im Laufe der Woche auf eine Häfler Firma aufmerksam geworden. Wegen eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermitteln die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen und die Staatsanwaltschaft Ravensburg laut einer gemeisamen Mitteilung gegen den Inhaber des Vertriebs.

Welche strafrechtlichen Vorwürfe außerdem noch im Raum stünden, müssten die Ermittlungen ergeben, so Polizeisprecher Weißflog. „Wir stehen momentan noch ganz am Anfang der Ermittlungen.“

Weiterer Verkauf des Produkts unterbunden

Laut Polizei handelt es sich bei dem Präparat „Rammbock“ wohl um das Hauptprodukt des Anbieters. Auf telefonische Anfragen von "schwäbische.de" reagierte dieser am Freitagnachmittag nicht.

Gegen die Vertriebsfirma in Friedrichshafen wurde bereits eine sogenannte Untersagungsverfügung erlassen. Damit ist sichergestellt, dass keine weiteren Produkte in Umlauf kommen. Bei den Durchsuchungen waren rund 11 000 Verpackungseinheiten des Produkts sichergestellt worden.

Die Einnahme des Produkts könne zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, im schlimmsten Fall zum Tode führen, heißt es in den Mitteilungen der Staatsanwaltschaft und des Regierungspräsidiums. Das Nahrungsergänzungsmittel enthalte den Wirkstoff „Sildenafil“ - in erhöhter Dosierung. „Sildenafil“ wird den Angaben zufolge bei Erektionsstörungen eingesetzt.

Gefährlichkeit des Produktes ist nicht ersichtlich

Das Mittel ist zwar als harmloses Naturprodukt deklariert, müsse aber tatsächlich als Arzneimittel eingestuft werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Konstanz. Die Gefährlichkeit des Mittels sei für den Kunden nicht ersichtlich.

Männer dürfen es nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen. Personen, die das Mittel „Rammbock“ erworben beziehungsweise erhalten haben, können diese Mittel einfach über den Hausmüll zu entsorgen.

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