Das Ravensburger Sparpaket bringt es auf 1,3 Millionen Euro verteilt auf knapp 500 Seiten. (Foto: Archiv/dpa)
Schwäbische Zeitung
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Bevor der Gemeinderat den Ravensburgern das erste große Sparpaket unter den Christbaum legen wird, will Daniel Rapp zeigen, dass in der Stadt nicht nur an der Konsolidierung der Finanzen gearbeitet wird. Die Rede des Oberbürgermeisters am Montag während der öffentlichen Sitzung zur Verabschiedung des Haushaltes soll nach den galligen Diskussionen der vergangenen Wochen den Blick auf das Positive lenken.

Das 500 Seiten starke Zahlenwerk, das die Stadträte am Montag ein knappes halbes Jahr vor den Kommunalwahlen verabschieden werden, enthält Einsparungen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt, die sich in den Folgejahren nachhaltig auf sechs Millionen auswachsen sollen. Ravensburg, soweit herrscht seit geraumer Zeit unter den Fraktionen Konsens, braucht diese Diät, weil die Ausgaben seit geraumer Zeit schneller steigen als die Einnahmen.

Ein „strukturelles Defizit“, das auf mittlere Sicht den Handlungsspielraum der Kommune massiv beschneiden würde, wollen sich weder die Verwaltung noch der Gemeinderat länger ans Bein binden - zumal über allem noch das Risiko aus dem Prozess mit Stuttgart um knapp 70 Millionen Euro Gewerbesteuer schwebt. Über Sinn und Unsinn einzelner Sparposten aber gibt es durchaus kontroverse Ansichten. So verweigerten sechs Stadträte zuletzt im Ausschuss den Maßnahmen zur Kürzung der Familienförderung die Zustimmung.

Der aktuelle Wetterbericht ist dennoch recht freundlich: Der Ravensburger Haushalt wird 2014 ohne neue Kredite auskommen. Kämmerer Gerhard Engele kann sogar gut zwei Millionen Euro Schulden zurückzahlen. Mit 29,45 Millionen Euro stünde die Stadt demnach am Ende des Jahres noch in der Kreide. Die Gewebesteuereinnahmen entwickelten sich zuletzt besser als angenommen. Mehr Einwohner bescheren der Stadt steigende Einnahmen bei der Einkommenssteuer. Die guten Nachrichten aber, darauf wird der Oberbürgermeister hinaus wollen, finden sich vor allem jenseits der Zahlen, nämlich in der Dynamik der Stadt. Die Botschaft soll mehr sein als das Lametta am Baum, unter dem das Sparpaket liegt.

Die öffentliche Haushaltberatung des Gemeinderates beginnt am Montag um 16 Uhr im großen Saal des Rathauses.

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