Sorge vor einer zweiten Corona-Welle? Das meinen User von Schwäbische.de

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Coronavirus - Teststation am Hauptbahnhof Berlin
Es besteht zum Herbst die Sorge vor einer zweiten Welle. (Foto: Christophe Gateau / dpa)
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Die Corona-Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Was tun, wenn die zweite Welle kommt?

Die baden-württembergische Landesregierung stellte nun dafür ein Notfall-Konzept vor.

Anders als im Frühjahr will die Landesregierung demnach im Falle einer zweiten Welle auf landesweite Schließungen von Schulen, Kitas, Gaststätten oder Einzelhandels-Betrieben verzichten.

Stattdessen soll zum Beispiel die Maskenpflicht an Schulen auch auf den Unterricht ausgeweitet werden. 

Experten warnen für Herbst und Winter bereits seit Längerem vor der Gefahr einer zweiten Infektionswelle in Deutschland. 

Wir haben unsere Leser gefragt:

Bereitet Ihnen einen zweite Welle Sorge?

Die Leute werden immer unvorsichtiger

Gabriele A.: "Klar habe ich Angst. Die Leute werden immer unvorsichtiger. Man weiß jetzt zwar etwas mehr über das Virus als anfangs, das macht es aber nicht ungefährlicher.

Spannend wird, ob die Grippesaison nun ausfällt

Tom D.: "Nachdem nun alle Urlauber wieder zurück sind, könnten die nächsten Tage eine Tendenz nach oben aufweisen. Könnten. Müssen aber nicht. Es gibt sehr viele unterschiedliche Parameter, die schlecht kalkulierbar sind. Spannend wird, ob die Grippesaison nun ausfällt, weil (fast) alle die AHA-Regeln befolgen."

Mir macht etwas anderes Angst

Sylvia M.: "Ich habe keinerlei Angst vor einer zweiten Welle. Mich ängstigt vielmehr, was daraus gemacht wird. Es ist absehbar, dass jeder grippale Infekt in die Corona-Schiene geschoben wird. Wenn wir betrachten, wie viele Menschen bei großen Demos waren, teils ohne Mindestabstand und Mundschutz, müssten wir zwischenzeitlich Zahlen von Neuinfektionen haben, die in die Zehntausende gehen. Das macht mich doch sehr nachdenklich." [Anm. d. Red.: Die Übertragung des Virus wird durch verschiedene Faktoren befördert, einer davon ist der Aufenthalt in geschlossenen Räumen, was bei den Demos nicht der Fall war. Zudem würde sich das Virus auch nicht konzentrisch ausbreiten wie die Wellen bei einem Steinwurf ins Wasser. Die Annahme, es müssten sich also Zehntausende bei den Demos angesteckt haben, ist eher unrealistisch. Realistisch ist aber, dass das Virus bei solchen Events in die Fläche verbreitet wird, ohne, dass Infektionsketten nachverfolgt werden können.]

Ich habe mehr Angst vor den Unvernünftigen als vor dem Virus

Christian H.: "Ich selber kenne niemanden direkt, der an Covid erkrankt ist oder erkrankt war. Von einigen Fällen weiß ich nur vom Hörensagen, den Rest aus der Presse. Trotzdem ist eine gewisse Angst vorhanden. Ich gehöre nicht mehr zu den Jüngsten, möchte aber gerne noch etwas vom Leben genießen. Dass unsere Regierung nur Panikmache betreibt, kann ich nicht unterschreiben. Auch wenn nur wenige Menschen (in Deutschland) schwer erkranken, müssen diese geschützt werden. Zudem ist immer noch nicht klar, wer einen schweren Verlauf haben könnte und wer nicht. Daher finde ich es zum Kotzen, wenn es Menschen gibt, denen ihre Mitmenschen scheißegal sind und es nur um ihr eigenes Wohlergehen geht. Man bedenke: Die eigene Freiheit endet dort, wo die der anderen gefährdet wird. Das Tragen einer Maske oder das Einhalten von Abständen ist nicht zu viel verlangt. Je mehr Menschen sich dagegen wehren, desto größer ist die Gefahr, dass uns das Virus in einer zweiten oder dritten Welle immer wieder überrollt. Ich habe daher mehr Angst vor den Unvernünftigen als vor dem Virus selber."

Ich habe mehr Angst vor den wirtschaftlichen Folgen

Petra D.: "Ich habe keine Angst vor der zweiten Welle, da die erste Welle meines Erachtens bereits glimpflich verlaufen ist. Ich mache mir mehr Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie und ob wir jemals wieder zu so etwas wie Normalität zurückkehren werden. Mir macht Angst, welche finanziellen Bürden unseren Kindern auferlegt werden, die zurückzahlen müssen, was unsere Bundesregierung gerade mit vollen Händen ausgibt."

Wir können nur mit vernünftigem Handeln das Ganze abmildern

Thomas-Jürgen M.: "Fakt ist, wir können uns eine zweite Welle gar nicht mehr leisten. Auf Deutschland werden die nächsten Jahre Kosten zukommen, die wir nicht mehr stemmen können. Während andere Staaten schon an ihre finanziellen Grenzen kommen, scheinen die deutschen Geldquellen noch zu sprudeln. Und im Augenblick ist der Bürger noch durch Querdenker und Co. abgelenkt. Wenn aber die wirtschaftlichen Folgen der Krise auf uns zukommen, werden so manchem die Augen aufgehen. Wir können nur mit vernünftigem Handeln das Ganze zumindest abmildern. Und da sind alle gefordert, besonders die Demonstranten, die Maskenverweigerer beziehungsweise diese Urlaubs- Party und Spaß-Gesellschaft."

Respekt ja, aber keine Angst

Thomas H.: "Ich habe keine Angst vor einer zweiten Welle. Es gibt zwar viele positive Tests, aber kaum mehr schwere Erkrankungen. Ich habe Respekt vor dem Virus ja, aber keine Angst."

Unvernunft, Gleichgültigkeit und respektloses Verhalten

Elvira B.: "Ich bin in Bad Waldsee Ortsverbandsvorsitzende vom VdK und habe für dieses Jahr alle Ausflüge und Veranstaltungen abgesagt. Auch für das nächste Jahr getraue ich mich noch nicht, eine Veranstaltung oder einen Ausflug zu planen, da mir die Unvernunft mancher Menschen Angst macht. Ich möchte niemanden in Gefahr bringen und genauso wenig möchte ich von anderen gefährdet werden. Warum muss man unbedingt in so einer Zeit ins Ausland und Urlaub machen? Ohne Rücksicht auf andere. Früher hat man auch auf vieles verzichten müssen, aber heute muss man ja jedem und allen erzählen, dass man im Urlaub war und wie teuer der war. Und wie schön braun man ist. Und dann kommt man heim und hat Corona, steckt andere an und schert sich einen Dreck darum. Hauptsache man war weg. Unvernunft, Gleichgültigkeit gegenüber anderen und respektloses Verhalten, das ist unsere Welt heute. Kein Anstand, kein Benehmen - wo führt uns das noch hin? Ja, ich habe Angst, an Corona zu erkranken und daran zu sterben. Meine Kinder und Enkelkinder danken es den Unvernünftigen bestimmt nicht, wenn sie dann keine Mutter und Oma mehr haben."

Ich habe Angst um meine Mitmenschen, um unsere Kultur und Wirtschaft

Michi M.: "Natürlich habe ich Angst vor einer zweiten Welle. Sowohl habe ich Angst um meine Mitmenschen, als auch um unsere Kultur und Wirtschaft. Bei einem erneuten Lockdown würden als erstes Veranstalter, Künstler, Selbstständige und Kleinunternehmer massiv aussterben. Man stelle sich unsere Städte vor in denen die Orte des Lebens und der Zusammenkunft nicht mehr existieren."

Die aufgezeigten Schwachstellen aus der ersten Welle beseitigen

Bernd W.: "Angst ist ein schlechter Ratgeber. Jeder von uns hat die Möglichkeit, sich selbst zu schützen und sein Verhalten anzupassen. Wir können nicht andere für unsere eigenen Erkrankungen verantwortlich machen. Zudem hat die erste Welle, ich kann den Begriff nicht mehr hören, gezeigt, wie gut unser Gesundheitssystem trotz aller Kritik noch ist. Wir sollten jetzt nicht nur klatschen, sondern dafür sorgen, dass die aufgezeigten Schwachstellen beseitigt werden. Dann kann auch eine Sturmflut kommen. Wir verschwenden aber unsere Zeit, um Andersdenkende als Covidioten und Verantwortungslose zu bezeichnen und uns zu verkriechen, bis vielleicht ein Impfstoff kommt. Wir kämpfen vehement gegen genveränderten Mais auf unseren Feldern. Ein Gen-basierter, noch nie dagewesener Impfstoff, der in Rekordzeit entwickelt und ein halbes Jahr getestet wurde, ist aber vollkommen in Ordnung. Ich verstehe unsere Welt nicht mehr. Aluhüter wie Mainstream. Nur noch die eigene Meinung ist die richtige."

VIDEO. Eltern sorgen sich um neues Schul- und Kita-Jahr

Eltern sorgen sich um neues Schul- und Kitajahr
Kommt sie? Oder kommt sie nicht? - Die zweite Corona-Welle. Viele Eltern sind schon jetzt in Sorge, dass sich der Herbst wie ein Schatten über das neue Schul- und Kitajahr legt. Sebastian Wiese aus Ulm ist Vater von drei Kindern und auch er macht sich Gedanken, wie die Zeit nach den Sommerferien aussieht. Doch Grund zur Panik sieht er nicht.

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