Smarte Zukunft für das „Schussen-Valley“

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  Begeisterte Botschafter für „Virtual Reality“: Phil Zinser (links) und Jens Düsterhöft.
Begeisterte Botschafter für „Virtual Reality“: Phil Zinser (links) und Jens Düsterhöft. (Foto: Elke Zapf)
Elke Zapf

Er hat eine riesige schwarze Brille auf und hält in jeder Hand einen kleinen schwarzen Gegenstand. Phil Zinser vom Holodeck 57, der als „Futurist, Visionär und Ideenproduzent“ das Ravensburger Gespräch als Auftakt zur Messe Hausplus in der Oberschwabenhalle in Ravensburg gestaltet. Zusammen mit Jens Düsterhöft stellt er das Thema Virtual Reality (VR) vor und wirft einen Blick in die virtuelle Zukunft von Ravensburg.

Seine riesige Brille ist eine VR-Brille, die schwarzen Gegenstände in seinen Händen sind so genannte Touch-Controller. Mit beidem zusammen kann er eine andere – eine virtuelle Welt – vor seinen Augen entstehen lassen und darin eintauchen. Über einen Beamer nimmt er die rund 150 Zuhörer, die auf Einladung von Handwerk pro Ravensburg in die Oberschwabenhalle gekommen sind, mit auf seine Reise.

Unfassbare Möglichkeiten in der Virtual Reality

Zunächst „fliegt“ er nach Oberstaufen, bummelt virtuell durch den beliebten Touristenort, geht in ein Cafe und schaut sich blaue Stühle an, die dort gerade im Angebot sind. Als er alles gesehen hat, setzt er seine virtuelle Reise fort und ist in Sekundenschnelle auf Teneriffa vor einem Haus, in dem er ganz real ein paar Jahre gelebt hat. Hier genießt er den wunderbaren Ausblick von der Terrasse aufs Meer und schwärmt: „Es ist unfassbar, welche Möglichkeiten wir in der Virtual Reality haben. Sie können sich an Ihren Lieblingsort beamen, ihren nächsten Urlaub planen, mit Haien tauchen, mit dem Fallschirm springen oder ins Weltall fliegen.“

Doch was hat die virtuelle Welt mit dem Handwerk in Ravensburg zu tun? Was bietet VR für RV? Zinser und Düsterhöft haben jede Menge Ideen, sie sprechen sogar vom „Schussen-Valley“, das es mit dem „Silicon Valley“ aufnehmen kann. Und sie haben einige handfeste Anregungen für die Realität. „Denken Sie zum Beispiel an den Immobilienbereich“, schlägt Zinser vor. Bauträger und Makler könnten die VR ideal nutzen, um mit Kauf-Interessenten durch eine Penthouse-Wohnung zu schlendern, noch bevor deren Fundament gegossen wurde. „Kunden können in der virtuellen Realität die Wohnung ganz nach ihren Wünschen gestalten. Wie sieht das Wohnzimmer aus, wenn ich es rot streiche? Wie wirkt das Eichenparkett? Stelle ich das Sofa lieber nach rechts oder nach links? Welche Farben und Materialien passen zusammen?“, nennt Zinser einige Beispiele und führt sie natürlich auch an der Leinwand vor. Das Publikum sieht in Echtzeit alle Änderungen und kann sich ein Urteil bilden.

Freiwillige setzt VR-Brille auf

Richtig eintauchen in die virtuelle Wohnung darf eine Freiwillige aus dem Publikum. Sie setzt die VR-Brille auf, braucht erst einmal ein paar Minuten, bis sie sich mit der neuen Technik in der fremden Wohnung zurechtfindet, und ruft dann völlig begeistert: „Das ist so krass! Und so real. Ich laufe richtig durch die Wohnung und hab ein echtes Raumgefühl.“ Zinser und Düsterhöft schauen sich an und nicken zufrieden. Sie kennen den Effekt.

Und natürlich haben die beiden Visionäre noch ein paar andere Beispiele für die Region. „Besprechungen und Schulungen werden mit Virtual Reality deutlich effizienter“, sind sie überzeugt. „Denn komplexe Sachverhalte lassen sich mit VR-Brillen schnell und eindrücklich vermitteln.“ Das könnten auch Vertriebler nutzen, indem sie virtuelle Produktpräsentationen und -erlebnisse an ihre Kunden verschicken, statt mit dem Auto quer durch Deutschland zu fahren. „Wir leben in Zeiten grenzenloser Möglichkeiten. Und Ravensburg als Smart City bringt ideale Voraussetzungen für die Virtual Reality mit“, blicken Zinser und Düsterhöft optimistisch in die Zukunft.

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