Senioren und Schülerinnen starten Projekte

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Machen die Bildungspartnerschaft offiziell (von links):Thomas Schön, Sigrid Conle und Patrick Maier. (Foto: Stefanie Rebhan)
Schwäbische Zeitung
Stefanie Rebhan
Südfinder

Seit gestern ist es offiziell: Das Seniorenzentrum Weststadt und die Theresia-Gerhardinger-Realschule (TGR) in Ravensburg haben eine Bildungspartnerschaft. Die soll vor allem die Verbindung zwischen den Generationen stärken und den jungen Mädchen der Realschule berufliche Möglichkeiten aufzeigen.

„Die Altenpflege hat immer noch einen negativen Touch, aber in dem Bereich kann man sich bis zum Studium hocharbeiten. Das sollen die Schülerinnen erkennen und so gewinnen wir auf Dauer vielleicht auch Personal“, sagt Thomas Schön, Leiter des Seniorenzentrums Weststadt. Er hat zusammen mit Sigrid Conle, Geschäftsführerin von Alpenland Pflege- & Altenheime, sowie Patrick Maier, Rektor der TGR, die Dokumente unterzeichnet. Für das Seniorenzentrum ist es die erste Bildungspartnerschaft, für die Schule die zweite.

Drei Projekte zwischen den Bewohnern des Seniorenzentrums und den Realschülerinnen hat es bereits gegeben, da war die Bildungspartnerschaft nur der konsequente Schritt. „Die Generationen können eine Menge voneinander lernen. Die Lebenswirklichkeit älterer Menschen mitzubekommen ist eine super Erfahrung für die Schülerinnen. Ich bin absolut begeistert von der Partnerschaft“, sagt Patrick Maier, mit 31 Jahren noch jüngster Schulleiter Deutschlands.

Geplant ist beispielsweise das gemeinsame Theaterprojekt „Was das Leben noch bereit hält“. Es soll im Oktober aufgeführt werden. Die erste Mädchenband der TGR wird im Juli außerdem seine Premiere im Seniorenzentrum spielen. In der achten Klasse gibt es das sogenannte Soziale Engagement, während dem die Schülerinnen nun auch Praktika bei den Senioren machen können.

„Wir wollen zeigen, dass wir ein offenes Haus sind und nicht nur Bingo anbieten, sondern auch generationsübergreifende Dinge wie das Human Soccer-Spiel, Konzerte oder unseren Flohmarkt“, sagt Ariane Mäschle, Sprecherin des Seniorenzentrums. „Die Schule und wir haben so viele Ideen, dass wir uns gegenseitig fast bremsen müssen“, sagt sie.

An 82 Prozent aller Schulen im Bereich Bodensee-Oberschwaben gibt es rund 400 Bildungspartnerschaften. Die meisten werden in Realschulen geschlossen. „Die Realschulabsolventen schöpfen am häufigsten aus den Angeboten an Lehrberufen, die Gymnasien haben die Chance noch nicht erkannt“, sagt Veit Hagl von der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben. Man gehe davon aus, dass Abiturienten studieren gehen und nicht in Berufe reinschnuppern müssten. Viele würden sich aber an duale Studiengänge halten, in denen die Hälfte der Zeit in einem Betrieb gearbeitet wird. Im Schnitt habe jede Schule bis zu fünf Bildungspartnerschaften mit Industrie-,Handwerks- und Sozialbetrieben.

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