Schussenpokal muss ohne große Namen auskommen

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Jakob Schuschkewitz und der SV Haisterkirch sind Gastgeber beim diesjährigen Schussenpokal.
Jakob Schuschkewitz und der SV Haisterkirch sind Gastgeber beim diesjährigen Schussenpokal. (Foto: Archiv: Rolf Schultes)
Klaus Eichler

Vier Wochen Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sind bald Geschichte, es wird also Zeit, den Fernsehsessel zu verlassen und sich mal wieder Fußballspiele in etwas kleineren Rahmen in der Region anzuschauen. Gelegenheit dazu gibt es von kommender Woche an beim SV Haisterkirch, der in diesem Sommer Gastgeber des Schussenpokals ist.

Aus Anlass seines 70-jährigen Vereinsbestehens rollt im Stadion am Körnerweg von kommendem Montag an bis einschließlich Sonntag, 22. Juli, sieben Tage lang der Ball. „In dieser Woche dreht sich in Haisterkirch alles um den Ball“, sagt Schussenpokalkoordinator Roland Haug. Der SV Haisterkirch tritt beim Schussenpokal zum ersten Mal als Ausrichter auf, hat den Pott aber schon zweimal gewonnen: 1997 in Bergatreute und 2015 in Fronhofen. 760 Mitglieder zählt der SV Haisterkirch Stand heute, jeder zweite Einwohner ist also in einem der zahlreichen Abteilungen organisiert.

Das Zelt ist aufgebaut, die Vorbereitungen sind weitest gehend abgeschlossen. Nach einer kurzen Sommerpause läutet dieses Traditionsturnier bereits zum 42. Mal wieder die neue Fußballsaison ein. Gespielt wird um den von Landrat Harald Sievers gestifteten Wanderpokal, sowie Geld- und Sachpreise. „Dieses Turnier ist jedes Jahr das sportliche Highlight im Landkreis Ravensburg“, schrieb Sievers in seinem Grußwort im Turnierheft – soviel zum Stellenwert dieses Turniers. Rund 60 Helfer kümmern sich eine Woche lang um das Wohl von Fußballern, Schiedsrichtern und Zuschauern.

Berg und Oberzell sind nicht dabei

Auch wenn die ganz großen Namen aus dem Schussental fehlen – Titelverteidiger TSV Berg und der SV Oberzell sind nicht dabei, einziger Landesligist ist der FV Ravensburg II – an Attraktion hat dieses Turnier keineswegs verloren. Treffen doch Mannschaften von der Kreisliga A bis zur Landesliga aufeinander, die sich im normalen Ligaalltag nicht begegnen. Einige der 15 teilnehmenden Mannschaften sind in der vergangenen Saison eine Liga höher geklettert, andere mussten sich mit dem Abstieg auseinandersetzen. Dazu gehörte auch Gastgeber SV Haisterkirch, der nach sechs Jahren Bezirksligazugehörigkeit ausgerechnet im Jubiläumsjahr den Gang in die Kreisliga A antreten musste. „Auch da dürfen wir uns auf spannende Lokalderbys freuen“, tröstet der stellvertretende Vorsitzende Andreas Welte. Den größten Bezirksligaerfolg verzeichnete der SV Haisterkirch in der Saison 2012/2013, als er unter Trainer Michael Buchter Zweiter wurde, in der Relegation zur Landesliga allerdings am SV Bad Buchau scheiterte.

Gespielt wird von Montag bis Freitag in fünf Gruppen à drei Mannschaften. Kein Team war bei der Auslosung gesetzt, so entstanden attraktive Paarungen. Nur der Gruppensieger und die besten drei Zweiten ziehen ins Viertelfinale ein. Sollten dabei zwei Mannschaften Punkt- und Torgleich sein, entscheidet das Los über das Weiterkommen. Pro Abend gibt es drei Gruppenspiele (17.45, 19 und 20.15 Uhr). Die Viertelfinalspiele finden am Samstag ab 11 Uhr statt. Die beiden Halbfinals gehen am Sonntag um 11.30 Uhr und um 12.45 Uhr über die Bühne. Gespielt wird 2 x 30 Minuten. Das Finale ist auf 16 Uhr terminiert, wo die Spielzeit 2 x 45 Minuten beträgt.

Alle Spiele werden von einem Schiedsrichtergespann geleitet. „Überwiegend junge Schiedsrichter, soweit möglich“, sagt Obmann Ralf Hübner, „die Nachwuchsprobleme dauern leider an“. Die Turnierleitung obliegt Bernd Stehle, die Turnieraufsicht teilen sich Kläre Blank und Paul Jung. Ausgezeichnet werden wie immer der beste Torwart, der beste Feldspieler und der Torschützenkönig. „Zu allen Spielen gibt es einen FuPa-Liveticker, die besten Szenen gibt’s im FuPa-TV“, sagt Mitorganisator Andreas Ruf.

Ein Schmankerl erwartet die Zuschauer am Samstagnachmittag nach den Viertelfinals, wenn der Oberligist FV Ravensburg um 16 Uhr auf den Regionalligisten SSV Ulm 1846 trifft. In der Pause werden Andreas Ruf und Thomas Frick die Torjägerkanonen, 18 an der Zahl, ausgeben. „Viele Torschützenköniginnen und Torschützenkönige aus dem Bezirk Bodensee haben ihr Kommen zugesagt“, verspricht Andreas Ruf. Die Spielzeiten am Samstag, der mit dem Rutenfest in Ravensburg kollidiert, wurden so gewählt, dass keiner etwas verpasst.

Ein Rahmenprogramm wird es beim SV Haisterkirch nicht geben. Mit drei Euro pro Abend, wurden die Eintrittspreise für immerhin drei Spiele dafür sehr moderat gehalten. „Uns ist lieber, die Zuschauer trinken ein Bier und essen eine Bratwurst“, sagt Andreas Welte, denn diese Einnahmen decken gerade mal die Schiedsrichterkosten. „Sieger wird es bei diesem Schussenpokal nur einen geben, aber Gewinner hoffentlich viele“ – besser als Roland Braig, Vorsitzender des SV Haisterkirch, könnte man es nicht sagen.

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