Schon wieder die Schlussminute

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 Zeigte wieder einmal eine starke Leistung: EVR-Goalie David Heckenberger.
Zeigte wieder einmal eine starke Leistung: EVR-Goalie David Heckenberger. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

EV Ravensburg – Heilbronner EC 3:4. n.P. (2:1, 1:1, 0:1) – 1:0 (11:04 ÜZ) Kirsch (Sekula, Lenuweit), 1:1 (13:58 ÜZ) Brendle (Kollmar, Platz), 2:1 (18:58 (ÜZ) Leiprecht (Delsor, S. Heckenberger), 3:1 (33:52 ÜZ2) Leiprecht (J. Katjuschenko; Kirsch), 3:2 (38:26 ÜZ2) Breiter (Rupp, Vogler), 3:3 (59:10 ÜZ) Breiter (Vogler, Schreyer), 4:3 (Penalty) Vogler – Strafen: Ravensburg 20 Minuten, Heilbronn 16 Minuten.

Und es war wieder die letzte Minute. 50 Sekunden waren am Sonntag noch zu spielen, als die Scheibe im Gehäuse des EV Ravensburg einschlug. Es war das 3:3 in einem Spiel der Eishockey-Regionalliga, in dem der EVR über weite Strecken die Eisbären Heilbronn beherrschte, nun aber doch auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung auf die Play-offs begraben musste.

Mannheim hatte überraschend Hügelsheim bezwungen, Eppelheim verlor in Bietigheim: Alle Mannschaften hatten am Samstag für Ravensburg gespielt. Bei einem Sieg gegen Heilbronn wäre das Play-off-Türchen für den EVR wieder einen Spalt weit aufgegangen. Davor aber stand vor allem der neue Startorhüter der Eisbären, Andrew Hare. Er stand zuletzt in den DEL2 für die Heilbronner Falken, den SC Riessersee und den Deggendorfer SC auf dem Eis. Dass aber auch der Kanadier, der bisher in der Regionalliga nur vier Treffer einstecken musste und die letzten drei Spiele zu null gespielt hat, bezwingbar ist, demonstrierten die Ravensburger eindrücklich. Bei einer schönen Überzahlkombination in der zwölften Minute ließen sie Hare keine Chance. Lubos Sekula passte quer auf Steffen Kirsch, der drosch die Scheibe am langen Pfosten in die Maschen. Doch Heilbronn glich in der 14. Minute ebenfalls in Überzahl aus.

3:1-Führung reicht nicht

Das Powerplay, zuletzt nicht gerade die Paradedisziplin der Ravensburger von Trainer Martin Masak, klappte an diesem Abend vorzüglich. Bernhard Leiprecht schloss in der 19. Minute eine Kombination mit einem verdeckten flachen Schuss von der blauen Linie zum 2:1 ab. Das war auch der Pausenstand.

Im zweiten Drittel zog der EVR vor erneut 200 Zuschauern gefällig sein Spiel auf, war zunächst aber nicht erfolgreich. Bis zur 33. Minute, als bei angezeigter Strafe gegen Heilbronn ein zweiter Gästespieler den zur Bank eilenden Goalie David Heckenberger über den Haufen fuhr. Die Heilbronner Spieler protestierten heftig gegen die zweite Hinausstellung, doch es blieb dabei. Bei zwei Mann mehr auf dem Eis traf Leiprecht in der 34. Minute mit einem platzierten Flachschuss zum 3:1.

Heilbronn brachte nun wesentlich mehr Härte ins Spiel, Ravensburg hielt dagegen. Die 38. Minute sollte eine wichtige in diesem Spiel werden. Einen aus Ravensburger Sicht klaren Check von hinten an der Bande gegen Jonas Mikulic ahndeten die Schiedsrichter nicht. Nur wenig später wanderte Fabio Valenti wegen Beinstellens zu Recht auf die Strafbank. Elf Sekunden waren in Unterzahl gespielt, als der Gegenspieler von Lubos Sekula nach einem Check aufs Eis sank. Es war eine ähnliche Szene wie beim Check gegen Mikulic. Nur, dass es dieses Mal die Strafe gab und auch noch eine weitere wegen Reklamierens obendrauf. In doppelter Überzahl traf Sven Breiter zum 2:3-Anschluss. Hier sei mit zweierlei Maß gemessen worden, haderten die Ravensburger mit den Schiedsrichtern.

Im Schlussabschnitt entwickelte sich ein spannendes, mit großem Einsatz geführtes Spiel. David Heckenberger lief im EVR-Tor zu großer Form auf und zeigte einige schier unglaubliche Paraden. Im Duell der Goalies musste er sich vor dem Profi aus Heilbronn auf keinen Fall verstecken. Fast schien es, als würde Ravensburg endlich eine Führung über die Zeit bringen. Bis zur 58. Minute. Wieder gab es einen Pfiff des Schiedsrichters gegen einen Ravensburger Verteidiger wegen Beinstellens. Heilbronn nahm den Goalie vom Eis, drückte mit sechs Feldspielern – und kam 50 Sekunden vor Schluss zum 3:3.

Das Penaltyschießen eröffnete Johann Katjuschenko mit einem sehenswerten Schuss zum ersten, aber auch einzigen Ravensburger Treffer. Heilbronns Spielertrainer Heiko Vogler spielte einmal mehr seine Routine aus und entschied das Spiel. Heilbronn führte der Treffer vorläufig auf Platz vier, der EVR verabschiedete sich dagegen endgültig von den Play-offs. Am Sonntag steht das letzte Spiel in Freiburg an, das zum reinen Prestigeduell wird.

EV Ravensburg – Heilbronner EC 3:4. n.P. (2:1, 1:1, 0:1) – 1:0 (11:04 ÜZ) Kirsch (Sekula, Lenuweit), 1:1 (13:58 ÜZ) Brendle (Kollmar, Platz), 2:1 (18:58 (ÜZ) Leiprecht (Delsor, S. Heckenberger), 3:1 (33:52 ÜZ2) Leiprecht (J. Katjuschenko; Kirsch), 3:2 (38:26 ÜZ2) Breiter (Rupp, Vogler), 3:3 (59:10 ÜZ) Breiter (Vogler, Schreyer), 4:3 (Penalty) Vogler – Strafen: Ravensburg 20 Minuten, Heilbronn 16 Minuten.

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