Schockenhoff: „Ich bin alkoholkrank“

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Der CDU- Bundestagsabgeordnete Andreas Schockenhoff hat gegenüber der Schwäbischen Zeitung seine Alkoholkrankheit eingeräumt. „Ich habe es mir lange nicht eingestanden“, sagte Schockenhoff in einem Telefonat aus dem Deutschen Bundestag. „Aber ich bin krank und brauche Hilfe.“

Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat gegen Dr. Andreas Schockenhoff ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Trunkenheit im Verkehr eingeleitet. Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens erfolgte nach Ablauf der 48-Stundenfrist, die bei Abgeordneten wegen der Wahrung der Immunität zu beachten ist.

Nach den bisherigen Erkenntnissen steht Schockenhoff im Verdacht, am Abend des 2. Juli nach dem Besuch des Kreismusikfests in Baindt mit seinem Pkw im alkoholisierten Zustand beim Ausparken ein anderes Fahrzeug beschädigt und sich anschließend im alkoholbedingt fahruntüchtigen Zustand unerlaubt von der Unfallstelle entfernt zu haben. Eine in der Tatnacht auf richterliche Anordnung entnommene Blutprobe ergab laut Staatsanwaltschaft nach Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Ulm eine Blutalkoholkonzentration von deutlich über zwei Promille, was auf eine absolute Fahruntüchtigkeit zum Unfallzeitpunkt hinweist.

Die Ermittlungen zur genauen Alkoholisierung zur Tatzeit, die wegen eines geltend gemachten Nachtrunks noch nicht genau feststeht, zur konkreten Schadenshöhe sowie zu den weiteren Umständen des Verkehrsunfalls dauern an.

Nachdem Schockenhoff gegen die Beschlagnahme seines Führerscheins Widerspruch eingelegt hat, wurde ihm jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft durch den Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Ravensburg die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen.

Schockenhoff sagte gegenüber der Schwäbischen Zeitung: „Ich werde jeden Strafbefehl akzeptieren.“ Auch gegen die Aufhebung der Immunität will er keinen Widerspruch einlegen.

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