Schlagloch entdeckt? Schäden melden und gewinnen

Lesedauer: 7 Min

Die Frühlingssonne bringt sie ans Licht: Risse und Löcher im Straßenbelag. Der Schlaglochmelder von schwäbische.de macht jetzt mit Ihrer Hilfe Schluss mit der Kraterlandschaft in der Region.

Wie melde ich Schlaglöcher?

Am besten hier per Web-Formular. Alternativ können Sie uns auch eine E-Mail an schlagloch@schwaebische.de schicken. Bitte beschreiben Sie den Ort und die Art des Schadens möglichst genau.

Was habe ich davon, wenn ich Schlaglöcher melde?

Schwäbische.de veröffentlicht Ihr Schlagloch auf einer interaktiven Karte und leitet die Meldung weiter an die zuständige Straßenbaubehörde – verbunden mit der Bitte, die Schäden zu beheben. Wie es dann mit Ihrem Schlagloch weitergeht, und ob dieses oberflächlich ausgebessert oder nachhaltig abgefräst und verschlossen wurde, erfahren Sie anschließend auf schwäbische.de. Außerdem wird das „schönste“ Leser-Schlagloch mit einem Tankgutschein in Höhe von 50 Euro prämiert. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2018.

Wie entstehen Schlaglöcher?

Wer haftet für Schlaglöcher?

Derjenige, der die Straße gebaut hat. Also Städte, Kommunen, das Land oder der Bund. Allerdings haften die Straßenbauer nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie die Verkehrssicherungspflicht verletzt haben – was sehr schwierig ist.

Eine Haftung des Verkehrssicherungspflichtigen besteht laut ADAC, wenn erforderliche und zumutbare Maßnahmen unterlassen wurden, der Unfall hierdurch entstanden ist und der Sicherungspflichtige den Schaden durch seine Unterlassung verschuldet hat.

Was tun, wenn mein Fahrzeug beschädigt wurde?

Fotografieren Sie das Schlagloch, die Straße sowie das beschädigte Fahrzeug, dokumentieren Sie sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit, notieren Sie sich die Namen und Anschriften von Zeugen und informieren die Polizei und die Kfz-Versicherung. Eine Vollkasko-Versicherung deckt laut ADAC in der Regel auch Schlaglochschäden ab.

Wie groß sind die Erfolgschancen für Schadenersatz?

Nach Einschätzung des Verkehrsexperten Carsten Bamberg vom ADAC Württemberg äußerst gering. Es sei sehr schwer nachzuweisen, dass eine Kommune die Verkehrssicherungspflicht verletzt habe – insbesondere, wenn Schilder aufgestellt wurden, die vor Straßenschäden warnen. „Der Autofahrer muss selber aufpassen“, sagt Bamberg.

Müssen die Behörden Schlaglöcher umgehend reparieren?

Je nach Verkehrsaufkommen und Bedeutung kann es ausreichen, zunächst nur ein Warnschild aufzustellen. „Mitunter wird auch Tempo 30 eingerichtet. Dann sind die Gemeinden fein raus“, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Bamberg.

Wie werden Schlaglöcher repariert?

Häufig mit Kaltasphalt. Für ein tellergroßes Schlagloch betragen die reinen Materialkosten laut ADAC zwischen 70 und 100 Euro, hinzu kommen Arbeitskosten und Kosten für die Straßensperrung. Diese Art der Reparatur hält allerdings nur wenige Wochen. Letztlich muss die Fahrbahndecke abgefräst und erneut verschlossen werden.

Wo sehe ich, welche Schlaglöcher bereits gemeldet wurden?

Wie ist der Zustand der Bundes- und Landstraßen im Land?

2017 hat sich dem Landesverkehrsministerium zufolge erstmals seit Beginn der systematischen Zustandserfassung im Jahr 1992 der durchschnittliche Zustand der Bundes- und Landstraßen in Baden-Württemberg verbessert. Bei den Landesstraßen stieg der Wert von 3,5 auf 3,4 und bei den Bundesstraßen von 3,2 auf 3,0.

Verkehrsminister Winfried Hermann hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt, dass Erhalt und Sanierung Vorrang haben vor Ausbau und Neubau von Straßen. Frühere Landesregierungen hatten vielfach umgekehrt gehandelt. Zwei Drittel des Geldes sollen demnach in Erhalt- und Sanierung gesteckt werden, ein Drittel in den Aus- und Neubau. Dieses Verhältnis wird bei den realen Investitionen tatsächlich weitgehend auch eingehalten: Bei den Landstraßen schon seit vielen Jahren, bei Bundesstraßen seit 2013.

Auch ADAC-Verkehrsexperte Bamberg sieht Fortschritte: „Auch wenn wir noch keine belastbaren Zahlen haben: Der Zustand der Straßen ist spürbar besser geworden.“

Investitionen der Landesregierung (2011-2018)

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